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Kleine NovemberSonntagmorgenGeschichte

Erika Moers schrieb am 10. November 2019 um 16:50 Uhr:

Kleine NovemberSonntagmorgenGeschichte


Der dunkle Giebel
vom Fachwerkhaus,
darüber der Himmel,
so fahl,
die alte Eiche
ist nun ganz kahl,
es sieht so recht nach November aus.

Ganz still ist’s am Sonntagmorgen noch,
und doch -
da
haben
zwei Raben
wohl ihren Spaß:
Sie spielen Kriegen,
sie krächzen und fliegen,
flüchten
auf einen kahlen Ast

und jetzt kommt
ein dritter hinzugeflogen,
fliegt einen Bogen,
stößt hinab
auf denselben Ast -
fast!
aber nur fast!
wäre der gebrochen.

Sonne kommt aus den Wolken gekrochen
und lacht -
NovemberSonntag,
für mich nur gemacht.

Erika Moers
Beiträge: 293
Matthäus53 schrieb am 17. November 2019 um 15:38 Uhr:

Der Nebelschleier hat den Wald am frühen Sonntag Morgen sehr verändert, leider sind die Farben des Herbstes noch nicht so gut erkennbar, daß das Herz sind freuen kann. Aber allein sein im Wald mit Gott und der Natur ist Leben,
Luft und Gesundheit atmen pur, fast wie käme alles aus dem Lande UR.

Nachdem die ersten Sonnenstrahlen das bunte Herbstlaub noch schöner scheinen lassen wie die schönsten Bilder aller Weltenmaler, klingen auch von Ferne leise Glockentöne durch des Waldes Flur und Stämme. Die Glocken rufen mahnend, kommet nach dem Waldbad schnell zum Kirchlein hin und höret dort aus Bibel und Gesangbuch Gottesworte, dort seit ihr am guten Orte.

Matthäus53
Beiträge: 305
Alwite schrieb am 18. November 2019 um 04:28 Uhr:

Antwort auf die kleine NovemberSonntagmorgenGeschichte

Liebe Erika Moers, ganz lieben Dank, die Verse sind so wunderbar treffend, dass sich mir der Stimmung entsprechend, ein ganz anderes Gedicht einschleicht:

Auch die Seelen, die in Schmutz gefallen,
sind, wie wir, gemünzte Menschheitswerte,
unverloren jedem, der sie findet
und emporhebt! Lass sie nur nicht liegen!
Die Enterbten, Ausgestossnen, Schlechten,
eure Opfer mehr als eure Feinde,
wer enterbte sie? Wer immer wieder
stieß sie auf die Straße? Wessen Güte
machte gut, was schlecht war an den Schlechten?
Nicht euch selber nur befreit von ihnen
wie von einem Übel, nein, befreit sie
selber von dem Übel ihres Elends!
Öffnet ihnen nicht nur eure Kerker,
öffnet ihnen eure Herzen! Stoßt nicht
sie hinaus vom Leben, sondern führt sie
klug und gut hinein, die Willenlosen,
Schwankenden, der Not zum Spiel Gegebenen!
– Seid, damit auch sie barmherzig seien,
seid barmherzig, Menschen! Seid barmherzig!

A. de Nora

(1864 - 1936), Pseudonym für Anton Alfred Noder, deutscher Arzt und Dichter

Alwite
Beiträge: 591
Erika Moers schrieb am 18. November 2019 um 09:36 Uhr:

Danke, liebe Alwite,
dass wir hier so oft beeindruckende Gedichte durch Sie kennen lernen dürfen;
auch danke für dieses von A. de Nora, das für mich wie eine Predigt ist.
Matthäus 5,7: SELIG SIND DIE BARMHERZIGEN . . .

Erika Moers
Beiträge: 293