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Gedanken zu Mittsommer

Erika Moers schrieb am 21. Juni 2021 um 18:36 Uhr:

Gedanken zu Mittsommer

Das Jahr, es eilt mit weitem Schritt
zur Mitte hin - und nimmt uns mit
in Sommerhitze, Sturm und Hagelschauer.
Regen peitscht, am Himmel grauer
Wolkenkampf und strenge Blitze.
Entladen muss sich Glutenhitze
und tut’s mit Donner, krachend, hart:
wir steh’n erschreckt und stumm erstarrt.

Kein Wort fällt mehr, kein einziger Ton.
Totenstille . . . . . . . .
Da öffnen sich schon
die prall gefüllten Schleusen ganz weit
und schicken uns Regen zu rechter Zeit.

Erlösend, sein Rauschen, fast wie Musik!
Spürst auch du das beglückende Glück?

Erika Moers
Beiträge: 322
Alwite schrieb am 23. August 2021 um 03:58 Uhr:

Glücklich

Ich möcht’ es den Blumen allen
erzählen, so viele da blüh’n,
die sollten es leise dir lallen,
dass ich so glücklich bin.

Ich möcht’ es der Nachtigall sagen
im dunkelsten Waldesgrün,
sie sollte es flöten und schlagen,
dass ich so glücklich bin.

Möcht’ blicken zum Himmel, dem Blauen,
wenn nachts die Sternlein erglüh’n,
die sollten’s dir anvertrauen,
dass ich so glücklich bin.

Ich möcht’ es den Wolken sagen,
die leise vorüberzieh’n,
sie sollten es zu dir tragen,
dass ich so glücklich bin.

Möcht’ dem Walde mein Herz austauschen
im tiefsten, nächtlichen Grün,
er sollte es flüstern und rauschen,
dass ich so glücklich bin.

Ich möchte nur Lieder dichten
und nichts als von Liebe darin,
die sollten es weithin berichten,
wie glücklich, so glücklich ich bin!
Johann Meyer

Alwite
Beiträge: 614
Erika Moers schrieb am 24. August 2021 um 08:23 Uhr:

. . . und auch mir hat Er von seinem Glück erzählt, liebe Alwite! Danke für dieses Gedicht.
Und dabei erinnere ich mich an eine lange zurückliegende südliche Sommernacht, als ich beschrieb, wie "tief beglückt" auch ich gewesen bin:

Es bricht die Nacht herein,
bedeckt des Tages lichte Helle
mit südlich-schwarzem Blau.

Und plötzlich dieser Duft -
schmerzend fast, betörend schwer
dringt er in meine Sinne ein.
Es öffnet meine Seele sich,
mein Atem trinkt die wundersame Fülle.

Trunken sucht mein Auge
nach dem Ursprung solchen Wohlbehagens
und tastet sich zu jenem Strauche vor,
der tags, fast ungesehen
neben seinen stolzen Brüdern
einfach nur und freundlich grünte
in schlichtem Blätterkleid.

Da weiß ich es
wie nie zuvor ich’s wusste:
Dem hellen Auge oft verborgen bleibt,
was tief im Dunkel ruht,
und nur die Stille einer Nacht,
wenn nichts den eitlen Blick verstellt,
kann wahre Schönheit offenbaren.

So steh‘ ich staunend,
reich beschenkt
und tief beglückt.

Erika Moers
Beiträge: 322