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Frieden auf Erden

Alwite schrieb am 30. Oktober 2020 um 14:23 Uhr:

Frieden auf Erden

Wie ich hier sitze, in Gedanken und voll Sehnsucht, allein - ist mir,
als ob es noch andere Menschen in anderen Ländern gäbe,
gleichfalls in Gedanken und voll Sehnsucht - ist mir,
als könnte ich hinüberblicken und sie erkennen,
in Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien.

ODER weit, weit in der Ferne, in China,
oder in Rußland oder Japan,
mit ihren fremden Sprachen.

UND mir ist, als ob, wenn ich diese Menschen kennen würde,
mich zu ihnen hingezogen fühlen würde,
wie zu Menschen meines eigenen Landes.

O, ich weiß, wir würden Brüder und Liebende sein,
ich weiß, ich würde mich bei ihnen glücklich fühlen.

Wenn die Menschen alle so denken und handeln würden,

wäre in der Tat "Frieden auf Erden" ...

Walt Whitman
* 31. Mai 1819 in West Hills, nahe Huntington auf Long Island; † 26. März 1892 in Camden, New Jersey, war ein US-amerikanischer Dichter, ...

Als ich eben diesen diesen Clip, von James Franco in seiner Muttersprache gesprochen, entdeckte, empfand ich ihn zum heutigen Zeitpunkt so passend, wie Walt Whitman zu seiner Zeit die Welt empfand.

Alwite
Beiträge: 607
Erika Moers schrieb am 31. Oktober 2020 um 15:22 Uhr:

. . . so passend, liebe Alwite,
und so hingezogen fühlt man sich - fühle auch ich mich
gerade heute . . .
Danke

Erika Moers
Beiträge: 311
Erika Moers schrieb am 3. November 2020 um 13:57 Uhr:

Gib Frieden, Herr, gib Frieden,
die Welt nimmt schlimmen Lauf.
Recht wird durch Macht entschieden,
wer lügt, liegt obenauf.
Das Unrecht geht im Schwange,
wer stark ist, der gewinnt.
Wir rufen: Herr, wie lange?
Hilf uns, die friedlos sind.

Gib Frieden, Herr, wir bitten!
Die Erde wartet sehr.
Es wird so viel gelitten,
die Furcht wächst mehr und mehr.
Die Horizonte grollen,
der Glaube spinnt sich ein.
Hilf, wenn wir weichen wollen,
und lass uns nicht allein.

Gib Frieden, Herr, wir bitten!
Du selbst bist, was uns fehlt.
Du hast für uns gelitten,
hast unsern Streit erwählt,
damit wir leben könnten,
in Ängsten und doch frei,
und jedem Freude gönnten,
wie feind er uns auch sei.

Gib Frieden, Herr, gib Frieden:
Denn trotzig und verzagt
hat sich das Herz geschieden
von dem, was Liebe sagt!
Gib Mut zum Händereichen,
zur Rede, die nicht lügt,
und mach aus uns ein Zeichen
dafür, dass Friede siegt.

Jürgen Henkys 1980 (aus dem Niederländischen)

Erika Moers
Beiträge: 311