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Über die Ungeduld:

Alwite schrieb am 20. Februar 2021 um 13:19 Uhr:

Über die Ungeduld:

"Man muss den Dingen
die eigene, stille
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann,
alles ist austragen – und
dann gebären…

Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.

Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit
vor ihnen läge,
so sorglos, still und weit…

Man muss Geduld haben

Mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antworten hinein."

Rainer Maria Rilke, Viareggio bei Pisa (Italien), am 23. April 1903

Alwite
Beiträge: 614
Erika Moers schrieb am 20. Februar 2021 um 16:30 Uhr:

Ach, liebe Alwite -
danke für dieses Gedicht
voller Weisheit

Erika Moers
Beiträge: 322
Matthäus53 schrieb am 1. Mai 2021 um 13:10 Uhr:

Ungeduld hat sich gelohnt

Die Ungeduld hat sich durch das Warten auf den Mai bestimmt gelohnt,
weil jetzt Gottes Schöpfung überschwänglich grünt und blüht in voller Huld .
Die spürbaren Frühlings -Farbkompositionen aus des großen Schöpfers Hand ,
sind viel , viel schöner und auch besser als zig tausend Oster- Nester!

Matthäus53
Beiträge: 327