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Katholische Bischöfe streiten über Öffnung des Abendmahls

4. April 2018

Der Schritt der katholischen Bischöfe hin zu einem gemeinsamen Abendmahl konfessionsverschiedener Ehepaare von Anfang des Jahres gilt als ökumenisches Hoffnungszeichen. Doch einigen Bischöfen geht das offenbar zu weit. Sie schalten den Vatikan ein.

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Köln (epd). Die katholischen Bischöfe in Deutschland streiten über den Zugang zur Kommunion für evangelische Christen. Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" in seiner Onlineausgabe (Mittwoch) berichtete, haben sich sieben Bischöfe unter Führung des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki an den Vatikan gewandt. Sie halten demnach eine Ende Februar von der Bischofskonferenz mit Zwei-Drittel-Mehrheit beschlossene pastorale Handreichung für konfessionsverschiedene Ehen für unrechtmäßig. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, verteidigte die Schrift. Beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken stieß die Kritik der sieben Bischöfe auf Unverständnis.

Die Handreichung verstoße gegen die katholische Glaubenslehre und die Einheit der Kirche, erklärten die Bischöfe in ihrem Brief. Dem Zeitungsbericht zufolge erfolgte die Eingabe an den Vatikan ohne vorherige Absprache mit Marx.

Priester sollen im Einzelfall entscheiden

Kardinal Marx betonte in einem am Mittwoch verbreiteten Antwortbrief, dass die Handreichung noch ein Entwurfstext sei, "der ja nach dem Beschluss der Vollversammlung noch eine Modiphase durchläuft". Es sei deutlich dargelegt worden, dass eine nationale Bischofskonferenz Kriterien formulieren könne, die "die Kommunionspendung an nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche befindlichen Christen erlaube". Es sei auch auf bereits bestehende Regelungen in anderen Teilen der Kirche verwiesen worden, so Marx.

Zum Abschluss der Frühjahrskonferenz der Bischöfe hatte Marx eine Handreichung angekündigt, die die gemeinsame Teilnahme an der Eucharistiefeier für Ehepaare, bei denen ein Partner katholisch und der andere evangelisch ist, möglich macht. Priester sollen dies im Einzelfall beurteilen. Das Verständnis des Abendmahls ist nach wie vor einer der größten Unterschiede zwischen Katholiken und Protestanten. An katholischen Abendmahlfeiern dürfen bislang in der Regel nur Katholiken teilnehmen.

Die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz habe ihre Entscheidung vor dem Hintergrund theologischer und ökumenischer Bezugstexte und kirchenrechtlicher Regelungsmöglichkeiten getroffen. Sie "sieht deshalb die Rückbindung mit der Universalkirche als klar gegeben an, zumal nach der Ermutigung von Papst Franziskus zu weiteren Schritten in der Ökumene, auch in der Seelsorge", fügte Kardinal Marx jetzt hinzu. Die Handreichung setze diesen Wunsch "behutsam um mit der Absicht, für die Seelsorger und die Eheleute eine größere Klarheit zu schaffen."

Bischöfe wollen Klärung vom Vatikan

Dem widersprechen die Bischöfe um Kardinal Woelki. Die Bischofskonferenz überschreite nach deren Auffassung ihre Kompetenz, wenn sie den Kommunionsempfang für evangelische Christen öffne, hieß es weiter in dem Zeitungsbericht. Angesichts mehrerer offener dogmatischer und kirchenrechtlicher Fragen bäten die Bischöfe in ihrem Schreiben, das dem "Kölner Stadt-Anzeiger" vorliegt, den Vatikan um Hilfe und um Klärung. Das Schreiben richte sich an den Präfekten der Glaubenskongregation, Luis Ladaria, sowie an den "Ökumene-Minister" des Vatikans, Kardinal Kurt Koch.

Das Erzbistum Köln erklärte in einer Stellungnahme vom Mittwoch: "In dem nun vorgelegten Brief bitten die Unterzeichner den Präsidenten des Rates für die Einheit der Christen um die Klarstellung, ob die Frage des Kommunionempfangs konfessionsverschiedener Ehepartner im Rahmen einer nationalen Bischofskonferenz entschieden werden kann, oder ob eine Entscheidung der Universalkirche notwendig ist. Das Ziel in einer so zentralen Frage des Glaubens und der Einheit der Kirche muss es aus Sicht der Unterzeichner sein, nationale Sonderwege zu vermeiden und in einem ökumenischen Gespräch zu einer weltweit einheitlichen und tragfähigen Lösung zu kommen."

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, zeigte sich angesichts des Briefs der Bischöfe überrascht: "Mich wundert dieses Verhalten, das mir ziemlich unsolidarisch erscheint", schrieb er am Mittwochnachmittag im Kurznachrichtendienst Twitter. "Kennen wir nicht alle evangelische Ehepartner, die das bejahen, was wir katholisch in der Eucharistiefeier bekennen? Ist das Problem nicht pastoral vor Ort längst gelöst?"

Neben Woelki sei der dreiseitige Brief auch vom Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sowie den Bischöfen Konrad Zdarsa (Augsburg), Gregor Maria Hanke (Eichstätt), Wolfgang Ipolt (Görlitz), Rudolf Voderholzer (Regensburg) und Stefan Oster (Passau) unterzeichnet worden.

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Leser-Kommentare öffnen

Matthäus53, 5. April 2018, 14:51 Uhr


Kaum ist das Lutherjahr mit vielen ökumenischen Ereignissen verklungen , da zeigt sich, daß es noch sieben Hardliner in der kath. Kirche gibt die nicht einmal Ehepaaren die Gemeinschaft beim Abendmahl gönnen. Aber diesen sieben Oberhirten gehts genauso wie den vielen kath. Pfarrern die zwar Brot und Wein predigen aber den Wein doch dem Kirchenvolk vorenthalten !
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