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ZDF-Osterhasen-Satire wird Fall für die Staatsanwaltschaft

17. April 2018

Ein Beitrag der ZDF-Satiresendung "heute show" mit einem gekreuzigten Osterhasen beschäftigt die Mainzer Staatsanwaltschaft. Mehrere Privatpersonen sehen in dem Beitrag eine unzulässige Beschimpfung religiöser Bekenntnisse.

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Mainz (epd). Die Leitende Oberstaatsanwältin Andrea Keller bestätigte dem Evangelischen Pressedienst (epd), dass bis Anfang der Woche mindestens vier Anzeigen wegen des ZDF-Beitrags mit dem gekreuzigten Osterhasen in Mainz eingegangen seien. Der Moderator der "heute show", Oliver Welke, hatte sich in seiner Sendung vom 6. April über die vermeintliche Affäre um Schokoladen-Hasen lustig gemacht, die auf Kassenbons als "Traditionshasen" gekennzeichnet waren.

Heftige Diskussion über Schoko-Figur

Obwohl die seit der Nachkriegszeit produzierte Schoko-Figur des Süßwarenherstellers Lindt bereits seit mehr als 20 Jahren unter dieser Bezeichnung verkauft wird, hatte unter anderen die frühere CDU-Politikerin Erika Steinbach eine heftige Diskussion darüber ausgelöst. In sozialen Netzwerken wurde der Kassenbon-Ausdruck als Absage an traditionelle Werte und Beleg für eine Unterwerfung Deutschlands unter den Islam interpretiert.

In der ZDF-Sendung erklärte Welke, der Osterhase sei bekanntlich "die zentrale Figur der christlichen Mythologie". Dazu wurde ein Bild vom letzten Abendmahl eingeblendet, bei dem Jesus durch einen Hasen ersetzt war. Anschließend war für kurze Zeit ein Hase zu sehen, der an seinen langen Plüschohren ans Kreuz genagelt wurde und schließlich aus einem Osterei aufersteht. Das ZDF teilte dem epd am Dienstag mit, dem Sender lägen bislang keine Anzeigen vor. "Ansonsten gehen wir davon aus, dass durch den Beitrag die Grenzen der Satirefreiheit nicht überschritten wurden", sagte ein Sprecher.

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Leser-Kommentare öffnen

Alwite, 18. April 2018, 9:37 Uhr


"Die Verherrlichung von Erfolg und Popularität um jeden Preis demotiviert die Kreativen und nimmt dem künstlerischen Anspruch die Luft zum Atmen. Eine neue Stufe der Verrohung ist erreicht"

Dieser Aussage von Marius Müller-Westernhagen zwecks Echorückgabe, kann ich mich nur anschliessen. Der Verfall aller Werte findet sich, wenn Parodie die Komik nicht mehr von wahrem Leid und Schmerz zu unterscheiden weiss, wieder.
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Socke, 18. April 2018, 13:07 Uhr


Angesichts des lächerlichen Theaters um den "Traditionshasen" war dieser satirische Umgang mit der Thematik durchaus angemessen.
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Alwite, 18. April 2018, 19:36 Uhr


https://www.vice.com/de/article/gym3qy/die-staatsanwaltschaft-pruft-ob-oliver-welke-mit-dieser-osterhasen-parodie-gegen-das-gesetz-verstosst

Kreuz und Inschrift dieser Art ins Bild gesetzt, mit "angemessen" zu bezeichnen, überfordert mein Satireverständnis dennoch.
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Pierre Viret, 25. April 2018, 11:22 Uhr


Ist eben Bielefelder Humor - damit müssten wir Westfalen doch umgehen können!
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Alwite, 25. April 2018, 14:39 Uhr


Bin durchaus lernfähig und einsichtig. Ob nun Bielefelder- oder sonstiger Humor. Bitte wo suche ich ihn, wenn einerseits der Kreuzigung und dem Holocaust gedacht und das selbe Leid gleichzeitig öffentlich verulkt wird?
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Socke, 26. April 2018, 13:40 Uhr


Die Satire richtet sich nicht gegen Jesus und den Kreuzestod, sondern gegen die Überhöhung des Osterhasen als das "abendländisch-christliche Symbol für das Fest. Eben sichtbar an der blödsinnigen Debatte um die Bezeichnung "Traditionshase".
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Alwite, 26. April 2018, 14:08 Uhr


:-) Nicht Kreuztod, bitte wie ist dieses Hasen Tod ins Bild gesetzt, denn sonst anzublicken???
Dem "Echo" wurde seine Bedeutung entzogen. Soll Kirche nun (ist ja schon im Gespräch) das Kreuz abschaffen?
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