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Solarpanele im Block "Tozeur 1" des Solarkraftwerks in Tozeur, Tunesien. Foto: epd-Bild
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Wirtschaftlich unabhängig dank der Sonne

12. März 2020

Tunesien will in den kommenden zehn Jahren den Anteil erneuerbarer Energien verzehnfachen. Davon soll nicht nur das Klima, sondern vor allem auch die tunesische Wirtschaft profitieren. Das erste Solarkraftwerk ist mit deutscher Hilfe nun am Netz.

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Solarpanele im Block "Tozeur 1" des Solarkraftwerks in Tozeur, Tunesien. Foto: epd-Bild

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Tunis (epd). Von weitem sieht man die Solarpanele schon in der Sonne glitzern, ansonsten nichts als Sand. Die Anlage steht mitten in der kargen Landschaft Südtunesiens an der Ausfallstraße, die von der Kleinstadt Tozeur an die algerische Grenze führt. "Das ist die erste leistungsstarke Solarzentrale in Tunesien", sagt Moncef Harrabi, Generaldirektor des staatlichen Energieversorgers Steg. "Sie ist auch der erste Schritt unserer neuen Energiestrategie."

In erneuerbare Energien zu investieren ist für Tunesien gleich doppelt interessant: Es senkt nicht nur die Emissionen und hilft, die Klimaziele zu erreichen, auf die sich das Land verpflichtet hat. Es erleichtert außerdem mittelfristig den Staatshaushalt.

"Wir mussten um die Finanzierung wirklich kämpfen"

Tunesien gewinnt seine Elektrizität derzeit zu mehr als 90 Prozent aus Erdgas und musste im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte seines Energiebedarfs importieren. Ein Minusgeschäft, das Löcher in der Staatskasse hinterlässt. Dass Tunesien erst jetzt in größere Solaranlagen zur Stromgewinnung investiert, habe vor allem finanzielle Gründe, erläutert Harrabi. "Wir mussten um die Finanzierung wirklich kämpfen. Vor fünf Jahren war die Technik für uns noch zu teuer." Die Wirtschaftskrise, die das Land seit dem politischen Umbruch 2011 fest im Griff hat, hat auch bei dem überschuldeten staatlichen Energieversorger Spuren hinterlassen.

30 Prozent des tunesischen Energieverbrauchs soll bis 2030 aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Das kündigte Umweltminister Mokhtar Hammami zuletzt anlässlich der Weltklimakonferenz im Dezember in Spanien an. Derzeit stammen gerade einmal drei Prozent aus alternativen Quellen. Dabei sind die natürlichen Bedingungen dafür eigentlich hervorragend. An der Nordküste bläst der Wind relativ verlässlich, und in der Sahara im Süden des Landes gibt es mehr als genug Sonne und Fläche für große Solarparks.

Zwei Darlehen der KfW-Entwicklungsbank

Das Solarkraftwerk in Tozeur wurde in weiten Teilen mit zwei Darlehen der staatlichen KfW-Entwicklungsbank in Höhe von 11,5 und 12 Millionen Euro finanziert. Der erste Block ist bereits seit Sommer 2019 in Betrieb, der zweite soll bald ans Netz gehen. Die beiden Kraftwerke haben zusammen eine Leistung von 200 Megawatt. Sie sparen 17.000 Tonnen CO2 jährlich ein und decken ein Drittel des Stromverbrauchs der Region, wo etwa 100.000 Menschen leben.

Doch dabei soll es nicht bleiben. "Wir haben mit diesem Pilotprojekt gezeigt, dass es möglich ist, solche Anlagen in Tunesien zu betreiben", sagt der Leiter des Energieversorgers, Harrabi. "Jetzt zieht die Privatwirtschaft nach." Direkt neben den beiden staatlichen Solarparks soll im kommenden Jahr ein privater dritter Park gebaut werden. Noch weiter südlich, in der Nähe von Tataouine, haben Privatleute nach Angaben des Stromkonzerns jüngst 100 Hektar Land kostenlos für eine weitere Solaranlage zur Verfügung gestellt. Laut einer Machbarkeitsstudie der Weltbank könnte dort ein Kraftwerk entstehen, das eine doppelt so hohe Leistung erbringt wie das in Tozeur.

Interesse an Solaranlagen ist groß

Das Interesse an Solaranlagen ist in der Region groß. "Die Anwohner stehen diesen Projekten sehr aufgeschlossen gegenüber und hoffen natürlich auch auf Beschäftigungsmöglichkeiten", sagt Harrabi. "Und wir werden quasi jede Woche von Universitäten angefragt, die das Kraftwerk besichtigen möchten."

Gerade junge Leute erhoffen sich in den abgelegenen, industriearmen Regionen Arbeitsplätzen dank der neuen Technik. Mortaja Ben Khalifa, ein 30-jähriger Elektroingenieur, der durch das Kraftwerk führt, stammt eigentlich von der Küste. Jetzt kümmert er sich um die Anlage in Tozeur. Er hat sich selbst im Bereich erneuerbarer Energien fortgebildet und ist nun eine gefragte Fachkraft.

An der Fachhochschule von Tozeur bildet Zaher Khantouch im einzigen Studiengang Tunesiens dieser Art Photovoltaiktechniker aus. Der Dozent ist überzeugt, dass seine Studenten als Installateure oder in der Wartung von Solaranlagen gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben: "Die Energietechnik ist ein Beruf der Zukunft."

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Leser-Kommentare öffnen

Matthäus53, 12. März 2020, 14:28 Uhr


Wer kann die Sandkörner in der Wüste schon zählen ? und wer weiß schon, wie viel Sonnenenergie in Sekunden, Minuten und seit zig tausenden Jahren (1.Mose 1; 3-5 und 14-19 ) kostenlos in MW Dimensionen nicht nur auf den tunesischen Wüstensand sondern auf zig größere Solarflächen in ganz Nordafrika strahlen könnte und schon längst einen Öko Beitrag zum Klimaschutz leisten könnte, wenn es nur geldpolitisch gewollt wäre !
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