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Ehe, Sexualität und Famile: Von Papst Franziskus werden neue Perspektiven in der katholischen Lehre erwartet. Foto: Isaacnewton Foto: epd-Bild

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»Wir sind Kirche« hofft auf Ende des Rigorismus

Katholische Sexualethik

Die Reformbewegung »Wir sind Kirche« hofft, dass Papst Franziskus mit seinem für Freitag erwarteten Lehrschreiben neues Vertrauen in die katholische Kirche bei sexualethischen Fragen aufbaut.

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Ehe, Sexualität und Famile: Von Papst Franziskus werden neue Perspektiven in der katholischen Lehre erwartet. Foto: Isaacnewton Foto: epd-Bild

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»Der Papst will, dass die Kirche in der Sexualethik ihre Sprachfähigkeit und Glaubwürdigkeit wiedergewinnt«, sagte der Sprecher der Reformkatholiken, Christian Weisner, dem Evangelischen Pressedienst (epd) in München. Er gehe davon aus, dass Franziskus »den Rigorismus und die Fixierung der katholischen Lehre auf Sexualgebote und Sünde auflösen will«.

Doch darauf dürfe das Papstwort nicht beschränkt werden, sagte Weisner.

Er erwarte, dass Franziskus sich auch dazu äußern werde, wie und wo Familie in all ihren unterschiedlichen Modellen gelebt werden kann. Mit Blick auf die großen Nöte für Familien, besonders auch der Flüchtlinge in aller Welt, müsse es vor allem darum gehen, »wie Kinder in Sicherheit und Geborgenheit großgezogen werden können«.

Am Vormittag will der Vatikan das mit Spannung erwartete Schreiben von Papst Franziskus mit dem Titel »Amoris Laetitia - über die Liebe in der Familie« vorstellen.

Weisner geht davon aus, dass das Kirchenoberhaupt in umstrittenen Fragen wie dem Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und Homosexuellen auf Einzelfallentscheidungen setzt, die dem einzelnen Pfarrer aber auch nationalen Bischofskonferenzen überlassen werden.

Die Herausforderung für den Papst sei, »eine Grundlinie zu liefern, an der entlang sich die katholischen Ortskirchen in den unterschiedlichen Kulturen entwickeln können, gegebenenfalls auch zeitlich versetzt.«

Während der vom Papst einberufenen Familiensynoden im Oktober 2014 und 2015 hatten einige Bischöfe aus aller Welt scharf diskutiert. Das wird nach Ansicht Weisners auch nach dem päpstlichen Lehrschreiben weitergehen. Den einen werde das Schreiben zu weit gehen, den anderen nicht weit genug, sagte er und betonte: »Diese Spannung müssen wir aushalten.«

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