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Die App Vero: Konkurrenz für Facebook, Instagram und Co?
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Wie Facebook, nur anders

7. März 2018

Ein Leben ohne Facebook, Instagram und Twitter - für viele undenkbar. Doch der Unmut über die etablierten Netzwerke wächst. Das soziale Netzwerk Vero verspricht, eine Alternative zu sein. Doch bisher kämpft es noch mit Startschwierigkeiten.

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Die App Vero: Konkurrenz für Facebook, Instagram und Co?

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Berlin (epd). Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit surfen täglich auf Facebook, bei Instagram sind es rund 500 Millionen Nutzer. Das soziale Netzwerk Vero will die Internet-Giganten ablösen: indem es seinen Nutzern verspricht, auf Werbung, selektierende Algorithmen und Datensammelei zu verzichten. "True social", echt sozial, soll das Miteinander im Internet laut Vero wieder werden.

Auch Stephan Röger aus Berlin ist neugierig auf Alternativen zu Facebook und Co - er hat seit circa einer Woche ein Vero-Nutzerkonto. Ihm gefällt, dass das Netzwerk verspricht, sparsamer mit seinen Daten umzugehen. Viel Zeit habe er dort aber noch nicht verbracht, sagt er. "Es rumpelt derzeit noch ziemlich auf Vero. Dass mein Registrierungsprozess funktioniert hat, war mehr oder weniger Zufall."

Auf den ersten Blick ähnelt Vero der Foto-Plattform Instagram - nur, dass es einen dunklen grau-grünen Anstrich hat. Wie in den etablierten Netzwerken sollen auch die Vero-Nutzer Postings oder Fotos teilen, die dann in einer Timeline erscheinen - aber in chronologischer Reihenfolge und ohne Unterbrechung von Anzeigen. Jeder kann seine Online-Beziehungen in Gruppen einteilen - unterschieden wird zwischen "engen Freunden", "Freunden", "Bekannten" und "Followern".

Blogger zahlen für Werbung

Die Smartphone-App gibt es zwar schon seit 2015, aber erst in der vergangenen Woche löste sie einen regelrechten Hype aus: Im Apple App Store und im Google Play Store stand Vero zwischenzeitlich ganz oben in den Charts, auch der Hashtag #Vero trendete bei Twitter. Nach Angaben der Betreiber hat Vero inzwischen eine Million registrierte Nutzer. So viele, dass sogar Gerüchte laut wurden, das Unternehmen hätte prominente Blogger für Werbung bezahlt. Für sie ist Vero ideal - ohne einen Algorithmus werden ihre Posts nicht von denen zahlender Werbekunden verdrängt.

Scheinbar trifft Vero einen Nerv: Viele Social-Media-Fans haben offenbar kein Interesse mehr an überladenen Werbeplattformen, zu denen sich Facebook und Instagram zunehmend entwickelten. Bei der jungen Generation verliert Facebook sogar drastisch an Bedeutung: Nur noch ein Viertel der zwölf- bis 19-Jährigen nutzt die Plattform regelmäßig, wie aus einer Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest hervorgeht. Im Jahr 2016 waren es noch 43 Prozent.

Auf Twitter beschweren sich indes viele User über Server-Abstürze bei Vero. Die Betreiber haben offensichtlich nicht mit einem so starken Ansturm gerechnet. Auf ihrer Internetseite entschuldigten sie sich und versprachen, die App als Entschädigung länger kostenlos zur Verfügung zu stellen. Ursprünglich wollten die Betreiber eine jährliche Gebühr einführen - sobald Vero eine Million Nutzer hat. Die Marke war Ende Februar geknackt worden. Mit dem Abo-Zahlmodell wollen die Erfinder die fehlenden Werbeeinnahmen ersetzen.

Der Kölner Social-Media-Experte Hendrik Unger ist skeptisch, ob sich Vero als soziales Netzwerk etablieren wird. Die App braucht seiner Meinung nach eine Funktion, die Nutzer bislang noch nicht von Facebook oder Instagram kennen. Die Besonderheiten, mit denen Vero werbe, seien nicht neu, erklärt Unger. Auch Facebook sei ohne Werbung und Algorithmus gestartet. Unger vermutet, dass auch Vero bei steigenden Nutzerzahlen nicht ohne eine Art der Sortierung auskommen wird. "Wenn Vero versucht, alle Meldungen der Reihe nach abzubilden, ist vielleicht erst an Platz 349 die spannendste Nachricht des Tages. Aber ich habe keine Lust, immer bis nach ganz unten runterzuscrollen", sagt Unger.

"Ein bisschen Gruppenzwang"

Auch Marleen Wesselmann hat die App installiert - begeistert ist die Studentin aber bislang nicht. Der 22-Jährigem fällt es schwer, eindeutig zwischen Freunden und Bekannten zu trennen. Auch empfindet sie das dunkle Layout von Vero als erdrückend. Gelöscht hat sie die App trotzdem noch nicht. "Ich möchte gucken, wie sie sich bei meinen Freunden verbreitet. Es ist auch ein bisschen Gruppenzwang", gesteht sie.

Doch noch bevor die Seiten bei Vero mit Inhalten gefüllt sind, scheint der Hype wieder abzunehmen. Nachdem Vorwürfe aufkamen, wonach das Familienunternehmen von Vero-Mitgründer Ayman Hariri, ein Milliardär libanesischer Herkunft, seine Mitarbeiter offenbar nicht ausreichend bezahlte, startete bei Twitter eine Protest-Kampagne. Unter dem Hashtag #DeleteVero fordern Twitterer dazu auf, die App wieder zu löschen.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 7. März 2018, 11:58 Uhr


Es gibt auch noch andere Alternativen. Bei "geraspora" gibt man seine Daten auch nicht an der Garderobe ab, sondern alles bleibt Eigentum des Nutzers, auch Fotos.
https://pod.geraspora.de/users/sign_in
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