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Bereits 2.000 Menschen im Kongo an Ebola gestorben

30. August 2019

Die tödliche Ebola-Epidemie im Kongo ist auch 13 Monate nach ihrem Ausbruch nicht zu stoppen. Auch im Nachbarland Uganda trat jetzt ein weiterer Fall der hochansteckenden Krankheit auf.

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Genf (epd). Die Zahl der Ebola-Opfer in der Demokratischen Republik Kongo steigt laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) immer weiter an. Seit Ausbruch der Epidemie im unruhigen Nordosten des Krisenlandes vor mehr als einem Jahr hätten sich 3.000 Menschen infiziert, von denen 2.000 gestorben seien, teilte die WHO am Freitag in Genf mit.

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus forderte, die hochansteckende Krankheit schnellstens zu stoppen. Er versprach, dass die WHO weiter entschlossen gegen den zweitgrößten Ebola-Ausbruch in der Geschichte kämpfen werde. Mehr als 200.000 Menschen wurden laut der WHO im Kongo bereits gegen die Krankheit geimpft, deren Ausbruch Anfang August 2018 erklärt wurde.

Durchschnittlich 77 neue Fälle pro Woche

Unter den Ebola-Infizierten sind laut WHO 156 Mitarbeiter von Gesundheitsdiensten. Seit Mitte Juli wurden pro Woche im Durchschnitt 77 neue Fälle erfasst. Rund zwei Drittel aller Erkrankten im Kongo überleben die Infektion nicht. Die Dunkelziffern an Ebola-Erkrankten und Ebola-Toten könnten laut WHO noch weitaus höher liegen.

Auch im Nachbarland Uganda wurde ein neuer Fall des tödlichen Fiebers bestätigt. Ein aus dem Kongo eingereistes neunjähriges Mädchen, das in einer Klinik in der Grenzstadt Bwera behandelt wurde, starb nach Angaben des britischen Rundfunksenders BBC unter Berufung auf offizielle Stellen. Ihr Leichnam werde zur Bestattung in den Kongo zurückgebracht. Ihre Mutter sei bereits zurück und stehe unter Beobachtung.

Dritter Fall in Uganda

Es war der dritte Fall in Uganda. Vor zwei Monaten waren bereits zwei an Ebola erkrankte Kongolesen unmittelbar nach dem Grenzübertritt in Uganda behandelt und später in ihre Heimat zurückgebracht worden. Sie sind ebenfalls gestorben. Keiner von ihnen hatte Kontakte zu Ugandern. Die Behörden dort haben Impfstoffe an die Grenze gebracht und nehmen dort auch medinizische Checks vor, um zu verhindern, dass Ebola eingeschleppt wird.

Der tödliche Erreger wird laut der WHO durch Körperflüssigkeiten übertragen und breitet sich vor allem in den kongolesischen Provinzen Nordkivu und Ituri aus. Einige Fälle seien aus der Provinz Südkivu gemeldet worden.

Erhebliches Misstrauen in der Bevölkerung

Die Bekämpfung der Epidemie wird durch Kämpfe zwischen Milizen und Banden sowie erhebliches Misstrauen der Bevölkerung behindert. Gesundheitseinrichtungen und medizinisches Personal werden immer wieder zur Zielscheibe bewaffneter Gruppen.

Beim bislang schwersten Ebola-Ausbruch in der Geschichte waren zwischen 2013 und 2016 in den westafrikanischen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone mehr als 28.000 Menschen erkrankt, rund 11.300 starben. Der WHO war Versagen vorgeworfen worden, weil sie zu spät reagiert habe. Das Ebola-Virus war 1976 entdeckt worden.

Im gewaltgeplagten Kongo leben 80 Millionen Menschen. Vier Millionen Kinder, Frauen und Männer irren als Binnenflüchtlinge umher. Rund 13 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen. Neben der Ebola bedrohen andere schwere Infektionskrankheiten wie Cholera, Masern und Malaria die Bevölkerung.

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Leser-Kommentare öffnen

Matthäus53, 31. August 2019, 13:50 Uhr


Obwohl seit über einem Jahr die EBOLA Epidemie um sich greift reagieren Rotes Kreuz oder Roter Halbmond als weltweite Hilfsorganisationen viel zu langsam. Auch die Pharmaindustrie könnte Impfstoffe und Verbandstoffe spenden. Die Nato schickt lieber Kriegsschiffe in die Meerenge zwischen den VAE, Saudi Arabien und Iran anstatt Nato- Militär Lazarett Konvois oder Flugzeuge in die Kongo - Epidemie - und Krisenregion. Durch derartige humanitäre Einsätze kann auch langfristig Vertrauen aufgebaut werden, was auch Auswirkungen auf die Flüchtlingskrise haben könnte.
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