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Was dürfen ARD und ZDF von Olympia senden?

3. Januar 2017

Die Olympischen Spiele 2018 bis 2024 werden in Deutschland lediglich im Privatsender Eurosport übertragen. Der Eurosport-Mutterkonzern Discovery hat sich die europäischen Exklusivrechte für die Spiele gesichert, die Verhandlungen über Sublizenzen mit ARD und ZDF sind im November gescheitert. Der Sportrechtsexperte Stephan Dittl erklärt, warum die deutsche Gesetzgebung für ARD und ZDF nachteilig ist.

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Frankfurt a.M. (epd). epd: Herr Dittl, warum könnte es sein, dass ARD und ZDF von den kommenden Olympischen Spielen trotz des gesetzlichen Kurzberichterstattungsrechts keine einzige Sekunde Bewegtbild senden dürfen? Dittl: Das liegt vor allem daran, dass die Olympischen Spiele eben nicht in Deutschland stattfinden. Das deutsche Recht auf Kurzberichterstattung sieht vor, dass die Sender mit eigenen Teams in die Stadien gehen und die Wettbewerbe selbst aufzeichnen. In Asien, wo die nächsten Spiele stattfinden, wird sich dieses Recht nicht durchsetzen lassen. Außerdem wäre es mit hohen Kosten für die Sender verbunden, die sich für die kurzen Berichte kaum lohnen. ARD und ZDF müssen sich also nach derzeitiger Rechtslage mit Discovery auf Zweitrechte für die Kurzberichterstattung einigen - wenn Discovery überhaupt zu einem Verkauf solcher Rechte bereit ist.

Deutsche Regelungen älter als europäische

epd: Nach europäischem Recht dürften die Öffentlich-Rechtlichen aber doch in ihren Nachrichtensendungen Bilder von großen Sportereignissen wie Olympia zeigen? Dittl: Das Kurzberichterstattungsrecht der EU-Ebene sieht vor, dass das Sendesignal des Exklusivpartners abgegriffen werden kann und man nicht selbst ins Stadion muss, um zu filmen. Da wäre es also egal, ob die Bilder in Asien gefilmt werden oder in Deutschland. Wenn Sky beispielsweise exklusiv die Bundesliga überträgt, könnte ein anderer Sender das Signal einfach mitschneiden und kurze Ausschnitte in der nachrichtlichen Berichterstattung verwenden. Das ist in Deutschland aber derzeit nicht erlaubt - anders als etwa in Österreich. Die EU-Richtlinie gilt in Deutschland nicht unmittelbar und wurde hier eben nicht eins zu eins in nationales Recht umgesetzt, auch weil die deutschen Regelungen zur Kurzberichterstattung älter sind als die auf EU-Ebene.

Politische Entscheidung gefragt

epd: Welche Möglichkeiten bleiben ARD und ZDF jetzt noch? Dittl: Die Öffentlich-Rechtlichen könnten ihre Drähte zu den Bundesländern nutzen: Sie haben es in der Hand, eine Änderung der Rechtslage in Deutschland politisch voranzutreiben - auch wenn es im Zweifelsfall nur dazu dient, in den Verhandlungen mit Discovery die Preise für Zweitrechte für die Kurzberichterstattung zu senken.

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