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Verdächtiger im Mordfall Marinova wird an Bulgarien ausgeliefert

12. Oktober 2018

Der am Dienstag in Stade festgenommene Tatverdächtige im Mordfall der bulgarischen TV-Journalistin Viktoria Marinova wird nach Bulgarien ausgeliefert.

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Celle (epd). Das Oberlandesgericht Celle ordnete gegen den 20-Jährigen die Auslieferungshaft an, wie ein Justizsprecher am Freitag mitteilte. Das Gesetz sieht für den Vollzug der Auslieferung eine Frist von zehn Tagen vor.

Nach Angaben des Gerichts hat der Beschuldigte gegen seine Auslieferung keine Einwände erhoben und sich mit einem beschleunigten Auslieferungsverfahren nach Bulgarien einverstanden erklärt. Die bulgarischen Justizbehörden legen ihm zur Last, die 30-jährige Fernsehmoderatorin Viktoria Marinova vergewaltigt und anschließend getötet zu haben. Außerdem soll er das Mobiltelefon und Schmuck des Opfers entwendet haben.

Vergewaltigung und Mord bestritten

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Celle hat der 20-Jährige eingeräumt, am Morgen des 7. Oktober in einem Park in der bulgarischen Stadt Russe unter starkem Einfluss von Alkohol und Drogen eine ihm zuvor unbekannte junge Frau im Zuge eines zufälligen Streits ins Gesicht geschlagen, sie danach hochgehoben und in ein Gebüsch geworfen zu haben. Einen Tötungsvorsatz habe er bestritten - ebenso, die Frau vergewaltigt und beraubt zu haben.

Einen politischen Hintergrund der Tat nehme die Generalstaatsanwaltschaft auf Grundlage dieser Einlassung nicht an, hieß es. Marinova arbeitete nach Angaben von "Reporter ohne Grenzen" beim privaten Lokalsender TVN, einem der meistgesehenen Fernsehsender im Nordwesten Bulgariens. Sie moderierte die politische Talkshow "Detektor". In ihrer letzten Sendung am 30. September interviewte sie zwei Investigativjournalisten, Dimitar Stojanow und Attila Biro. Dabei ging es um eine mutmaßliche Veruntreuung von EU-Geldern in Millionenhöhe durch Geschäftsleute und Politiker.

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