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Umweltpsychologe: Bewegung für Klimaschutz ist kein Strohfeuer

28. Mai 2019

Aus Sicht des Leipziger Universitätsprofessors Immo Fritsche hat die junge Generation bei der Europawahl ein deutliches Zeichen gesetzt.

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Schülerdemonstration für Klimaschutz im März in Berlin Foto: epd-Bild

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Leipzig (epd). Das deutsche Ergebnis bei der Europawahl ist nach Einschätzung des Umweltpsychologen Immo Fritsche ein Erfolg der "Fridays for Future"-Bewegung, der das Thema Klimaschutz dauerhaft in der Politik verankern kann. "Tatsächlich ist es der jungen Generation gelungen, Klimaschutz als eine Art eigenes Markenzeichen zu etablieren", sagte der Professor für Sozialpsychologie an der Universität Leipzig dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er äußerte sich überzeugt, dass das keine kurzfristige Erscheinung ist: "Was derzeit läuft, ist eine Sozialisierungserfahrung für junge Leute, kein Strohfeuer."

Fritsche, der unter anderem die Motivation zum Umweltschutz erforscht, hat der Erfolg der Grünen bei der Wahl nach eigenen Worten nicht überrascht. Die Einschätzung von Themen hänge oft an der Risikowahrnehmung. Beim Klimaschutz gebe es seit längerem eine thematische Mobilisierung. "Die Wissenschaft ist sich einig, dass es den menschengemachten Klimawandel gibt. Zudem gibt es Bilder, die uns längst erreicht haben: die große Trockenheit im vergangenen Jahr, Extremwetter-Ereignisse überall in der Welt", sagte Fritsche. Das sei zusammengekommen mit den Schüler-Demonstrationen. "Das alles zeigte längst: Da geht was", sagte er.

Fritsche sieht Glaubwürdigkeitsproblem bei CDU und SPD

Für CDU und SPD sieht Fritsche Probleme, glaubwürdig Lösungen aufzuzeigen. Bei den Grünen sei es der Markenkern. "Hinzu kommt, dass es schon nahezu peinlich war, wie der selbst ernannte Klimaschutz-Vorreiter Deutschland über viele Jahre Veränderungen verschleppt hat", erklärte er und ergänzte. "Das ist natürlich auch mit den aktuell regierenden Parteien verbunden und bringt ein Glaubwürdigkeitsproblem mit sich."

Auf Vorwürfe an die jungen Demonstranten, sie würden selbst umweltschädliches Verhalten an den Tag legen, entgegnete Fritsche, es reiche nicht, den Blick nur auf privates Handeln zu richten. "Die Probleme sind inzwischen so groß und umfänglich geworden, dass ein Blick auf Alltagshandeln allein schnell den Blick darauf verstellt, dass es struktureller Änderungen bedarf, etwa beim Artensterben", sagte er. Bei Problemen dieser Dimension befalle den Einzelnen Hilflosigkeit. "Die Motivation zu umweltbewusstem Handeln steigt an, wenn man es kollektiv begreift", erklärte er. Dieses "Wir" habe die junge Generation eindrucksvoll hergestellt.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 28. Mai 2019, 9:12 Uhr


Am meisten freut mich die hohe Wahlbeteiligung, die bestimmt teilweise auf die Freitagsdemos zurückzuführen sind (Rezo wird wohl auch sein Teil dazu beigetragen haben). Wann hatten wir zuletzt über 60%? in den 70ern? Die Brexitkatastrophe hat ja eindrücklich gezeigt, was passiert, wenn sich die, die die Prozesse eigentlich durchschauen, nicht mitmachen, sondern die Dinge laufen lassen.
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