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SWR-Intendant Boudgoust kündigt überraschend Rückzug an

7. Dezember 2018

Damit hatten die Mitglieder des SWR-Rundfunkrats nicht gerechnet, als sie am Freitag nach Mainz kamen, um den Haushaltsplan des Senders durchzuwinken: Intendant Peter Boudgoust kündigte überraschend seinen vorzeitigen Rückzug aus dem Amt an.

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Mainz (epd). SWR-Intendant Peter Boudgoust will im kommenden Jahr vorzeitig aus dem Amt scheiden. Bei einer Sitzung des Rundfunkrats des Südwestrundfunks am Freitag in Mainz kündigte er an, er wolle Mitte 2019 seine Aufgaben abgeben. Der 63-Jährige begründete die Entscheidung damit, in den kommenden Jahren stünden viele strategisch wichtige Entscheidungen bei dem Sender an. Es sei falsch, "das Staffelholz im vollen Lauf zu übergeben" und die Entscheidungsfreiheit des künftigen Intendanten zu beschränken. Boudgoust steht seit 2006 an der Spitze des Senders. Seine reguläre Amtszeit wäre erst im April 2022 zu Ende gegangen.

Sitzung wurde zunächst unterbrochen

In einer persönlichen Erklärung an die überraschten Mitglieder des Rundfunkrats betonte der Intendant, ihm sei es in den vergangenen Jahren gelungen, den Sender umzubauen, ohne ihn kaputtzusparen. "Der SWR hat über weite Strecken mein Leben bestimmt", sagte Boudgoust. Er sehe im öffentlich-rechtlichen Rundfunk "nach wie vor und mehr denn je eine wichtige zivilisatorische Säule unserer Gesellschaft". Präsident des deutsch-französischen Gemeinschaftssenders Arte wolle er bis zum regulären Ende seiner Amtszeit 2020 bleiben.

Im Anschluss wurde die Sitzung zunächst unterbrochen. Schließlich einigten sich die Mitglieder auf die Zusammensetzung einer Arbeitsgruppe, die das Ausschreibungsverfahren steuern und den Gremien im kommenden Jahr einen Wahlvorschlag machen soll.

Abbau von 60 Vollzeitstellen

Vor der unerwarteten Erklärung des Intendanten hatten die Rundfunkratsmitglieder nach kurzer Aussprache einstimmig den Haushaltsplan des Senders für 2019 genehmigt. Vorgesehen sind Ausgaben von knapp 1,37 Milliarden Euro. SWR-Verwaltungsdirektor Jan Büttner kündigte an, der Sender werde im kommenden Jahr auf sozialverträgliche Weise fast 60 Vollzeitstellen abbauen. Es gehe darum, das "Schiff sturm- und wetterfest zu machen".

Die Senderspitze geht davon aus, dass dem SWR ab 2021 schwierige Zeiten drohen, wenn die Ministerpräsidenten der Bundesländer sich nicht rechtzeitig auf eine Erhöhung der Rundfunkgebühren einigen. "Wenn wir keinen Ausgleich für die Teuerung bekommen, dann geht es unweigerlich an die Substanz", sagte Büttner, "dann sind die Reserven verbraucht". Einschnitte beim SWR-Programm seien ohne höheren Rundfunkbeitrag unvermeidbar.

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