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"Abgeschnitten" mit Moritz Bleibtreu
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Sturm über Helgoland

11. Oktober 2018

Wer auf knallharte Hochspannung steht, ist mit "Abgeschnitten" gut bedient: ein waschechter, rasanter Psychothriller aus Deutschland.

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"Abgeschnitten" mit Moritz Bleibtreu

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Frankfurt a.M. (epd). In der deutschen Film- und Fernsehlandschaft nimmt Christian Alvart eine Ausnahmestellung ein. Er ist einer der wenigen Regisseure, die ihren Weg fernab des üblichen Hochschulsystems gegangen sind und es damit sogar bis nach Hollywood geschafft haben ("Fall 39"). Und er ist fleißiger als fast alle Kollegen: In diesem Jahr brachte er bereits "Steig. Nicht. Aus!" in die Kinos, im Dezember folgt seine mit Spannung erwartete Netflix-Serie "Dogs of Berlin". Dazwischen kommt nun mit "Abgeschnitten" ein zweiter Film in die Kinos. Und mit dem untermauert Alvart einmal mehr sein entscheidendes Alleinstellungsmerkmal: Denn kaum jemand hierzulande versteht so viel von Genrekino und allem, was mit Action und Thriller zu tun hat, wie er.

Seine Verfilmung des Romans "Abgeschnitten", einer Gemeinschaftsarbeit des Bestseller-Autors Sebastian Fitzek und des Rechtsmediziners Michael Tsokos, nimmt ihren Anfang auf Helgoland. Dorthin hat sich die Comiczeichnerin Linda (Jasna Fritzi Bauer) zurückgezogen, um ihrer Vergangenheit zu entkommen. Es zieht ein Sturm auf, der die Insel für Tage von der Außenwelt abschneidet. Gleichzeitig muss in Berlin der Forensiker Paul Herzfeld (Moritz Bleibtreu) auf makabre Weise feststellen, dass seine jugendliche Tochter von einem Psychopathen entführt wurde. Um sie lebend wiederzusehen, macht er sich auf eine Jagd nach immer neuen Hinweisen.

Wettlauf gegen die Zeit

Der erste ist eine Handynummer - und als er die wählt, ist es Linda, die den Anruf entgegennimmt. Gemeinsam, nur über das Telefon verbunden, beginnen sie einen Wettlauf gegen die Zeit, in dem das Wetter eines von vielen Hindernissen ist.

Es ist der von Alvart selbst adaptierten Vorlage zu verdanken, dass auf der Handlungsebene in "Abgeschnitten" bisweilen arg dick aufgetragen wird, was wiederum zur Folge hat, dass für gewisse Plot-Elemente (etwa Lindas stalkender Ex-Freund) letztlich wenig Platz ist. Für komplexere Gedanken zu den Themen Schuld und Sühne gilt das Gleiche. Allzu stark ins Gewicht fällt das allerdings nicht, weil die rasante Inszenierung mit dem einen oder anderen Twist aufwartet und Alvart seine Serienkiller-Story obendrein mit drastisch blutigen Horror-Momenten durchsetzt.

Vor allem aber beweist er einmal mehr sein Talent für Unterhaltung der düsteren Sorte und für jene Art Hochspannung, wie man sie in unseren vom "Tatort" und anderen Fernsehkrimis geprägten Gefilden kaum noch gewohnt ist. Die hochkarätige Besetzung tut ihr Übriges. Alvarts Stammschauspieler Lars Eidinger und Fahri Yardim mögen in ihren Nebenrollen zwar überzeugend, aber vielleicht ein wenig naheliegend besetzt sein. Moritz Bleibtreu zeigt unterdessen mal wieder, dass er der verlässlichste unter Deutschlands "leading men" ist. Und Jasna Fritzi Bauer ist mit einer energiegeladenen Performance das As im Ärmel von "Abgeschnitten".

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