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Studie: Durch höhere Schülerzahlen droht Lehrermangel

9. September 2019

Weil die Zahl der Schüler laut einer aktuellen Studie schneller wächst als bisher angenommen, werden bundesweit auch mehr Grundschullehrer zusätzlich gebraucht. Die Bertelmann Stiftung und die Gewerkschaft GEW warnen vor einem Lehrermangel.

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Gütersloh, Berlin (epd). Wegen steigender Schülerzahlen werden laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung bis 2025 voraussichtlich mindestens 26.300 Grundschullehrer zusätzlich benötigt. Das wären rund 10.000 Lehramtsabsolventen mehr als bislang von der Kultusministerkonferenz (KMK) geschätzt, erklärte die Stiftung am Montag in Gütersloh bei der Vorstellung der Studie.

Auch die Kultusministerkonferenz (KMK) bestätigte, dass der Bedarf an Grundschullehrern größer sei als zunächst angenommen. Die Bertelsmann-Stiftung und die Lehrergewerkschaft GEW forderten eine Aufstockung der Studienplätze und eine Qualifizierung von Quereinsteigern.

2030 soll es 3,2 Millionen Grundschüler geben

Im Jahr 2025 gebe es aktuellen Prognosen zufolge 3,1 Millionen Grundschüler, erklärten die Autoren der Studie. Das seien rund 168.000 mehr als von der Kultusministerkonferenz im Oktober 2018 geschätzt.

Für das Jahr 2030 geht die Studie von 3,2 Millionen Grundschülern aus. Wenn es bis 2025 nicht gelinge, die bis dahin entstandene Lehrkräftelücke zu schließen, drohe der Lehrermangel bis 2030 fortzubestehen, warnten die Autoren der Studie. Die Studienautoren beziehen sich auf eine Schätzung des Statistischen Bundesamts vom Juni dieses Jahres.

Die Zahl der Schüler wachse dynamischer als bislang angenommen, erklärte das Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, Jörg Dräger. Zugleich dauere es noch Jahre, bis zusätzlich eingerichtete Studienplätze mehr Absolventen hervorbringen würden. "Wir brauchen daher schnelle Lösungen, um gute Bildung für alle gewährleisten zu können", sagte Dräger.

Berufsbegleitende Qualifizierungen für Lehrer

Er warb für berufsbegleitende Qualifizierungen für Gymnasiallehrer sowie für Quereinsteiger mit einem Fachstudium, die keinen Lehramtsabschluss haben. Auch sollten angehende Ruheständler ermuntert werden, länger zu unterrichten.

Die Gewerkschaft GEW forderte eine Abschaffung der Zugangsbeschränkung (Numerus Clausus) für das Lehramtsstudium sowie eine Aufstockung der Studienplätze. Es sei eine Schande, dass junge Menschen, die sich für den wichtigen Beruf eines Grundschullehrers entschieden hätten, keinen Studienplatz bekommen, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe in Frankfurt am Main. Außerdem forderte die Gewerkschaft eine bessere Bezahlung für Grundschullehrer und eine pädagogische Weiterbildung für Quereinsteiger.

Länder reagieren bereits mit Änderungen der Schulorganisation

"Auch unsere aktuellen Zahlen zeigen, dass der Bedarf an Grundschullehrern größer ist als zunächst angenommen", sagte ein Sprecher der Kultusministerkonferenz in Berlin dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das werde sich auch in den Berichten niederschlagen, die die Kultusministerkonferenz noch in diesem Jahr veröffentlichen werde.

Die Länder reagierten bereits mit Änderungen der Schulorganisation und Seiteneinsteigerprogrammen auf die aktuellen Entwicklungen. Ebenso würden Maßnahmen zur Steigerung der Zahl der Lehramtsstudierenden und der Attraktivität des Berufs vorangetrieben. Diese Maßnahmen benötigten jedoch Zeit, sagte der Sprecher.

Für die Studie haben laut Bertelsmann Stiftung Bildungsforscher die Prognose der KMK mit der Schülerzahlentwicklung verglichen, die sich aus der jüngsten Bevölkerungsvorausschätzung des Statistischen Bundesamts vom Juni dieses Jahres ableiten lässt.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 9. September 2019, 9:13 Uhr


Das Problem ist mal wieder hausgemacht. Einerseits aufwendigeres Studium als für die weiterführenden Schulen, andererseits schlechtere Bezahlung.
Unsere Tochter hat nach dem Abitur ein FSJ an einer Grundschule gemacht in der Ganztagsbetreuung. Sie war sich danach ganz sicher, daß sie Grundschullehrerin werden wollte. Auch die Kolleginnen waren überzeugt und haben sie darin bestärkt. Aber dann kam das Studium in Essen. Nicht nur, daß sie damals noch das Latinum nachholen mußte (das ist m.W. heute zum Glück abgeschafft), für Englisch in der Grundschule mußte sie zusätzlich noch eine weitere Fremdsprache dazunehmen, obwohl ihr Studienplan auch ohne das schon bis über die Ohren vollgestopft war. Dazu kam, daß für Pflichtseminare nicht genügend Plätze vorhanden waren und gelost wurde. Wer beim ersten Versuch nicht reinkam, kam auch beim zweiten Versuch wieder in die Lostrommel. Ohne diese Seminare kam man aber nicht weiter. Nach zwei Semestern hatte sie massive Magenprobleme und wechselte schweren Herzens zum Studium für weiterführende Schulen nach Dortmund. Gegenüber dem ersten Studium hatte sie es hier richtig bequem, hatte plötzlich wieder Freizeit und - eigentlich - Spaß am Studium, wenn nicht auch hier die Seminarplätze verlost worden wären. Außerdem wurde von den beiden Semestern Grundstudium in Essen nichts anerkannt.
Inzwischen hat sie ausgelernt als Industriekauffrau EU und fühlt sich wohl damit. Sie wäre eine tolle Lehrerin geworden.
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