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Studie: Eltern wünschen sich bessere Kita-Qualität und mehr Erzieher

7. Dezember 2016

Bessere Betreuung, mehr Personal und gesünderes Essen: Die Mehrheit der Eltern in Deutschland fordert einer Studie zufolge höhere Qualitätsstandards in Kindertagesstätten. Viele würden dafür auch mehr Geld bezahlen.

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Waschraum in einer Berliner Kindertagesstätte Foto: epd-Bild

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Gütersloh (epd). Eltern wünschen sich einer neuen Studie zufolge bundesweit verbindliche Qualitätsstandards für Kindertagesstätten. Fast die Hälfte der Mütter und Väter wäre sogar bereit, für bessere Kitas auch mehr zu zahlen, wie die Bertelsmann Stiftung am Mittwoch in Gütersloh mitteilte. Bundesfamilienministerin Manuel Schwesig (SPD) erklärte, die Ergebnisse zeigten, wie wichtig Eltern eine gute Betreuung ihrer Kinder sei. Für länderübergreifende Regelungen zu Qualitätsstandards sprachen sich auch die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die Grünen und die Linkspartei aus.

Bundesweit geregelt werden sollten nach dem Willen der allermeisten Eltern die Personalausstattung der Kitas, die Ausbildung des pädagogischen Personals und die Verpflegung der Kinder. Eine einheitliche Festlegung von pädagogischen Grundsätzen für alle Kindergärten in Deutschland lehnten die Eltern jedoch mehrheitlich (78 Prozent) ab. Für die Studie ließ die Bertelsmann Stiftung deutschlandweit mehr als 4.400 Eltern von Kindern im Alter bis sieben Jahre befragen.

Viele Eltern für einheitlichen Personalschlüssel

Bei der Frage, ob sie für eine Qualitätssteigerung höhere Kita-Beiträge bezahlen würden, sind die Eltern laut Studie geteilter Meinung: 48 Prozent sind dazu bereit, 52 Prozent nicht. Stiftungsvorstand Jörg Dräger sprach sich langfristig für eine generelle Gebührenfreiheit für Kitas in Deutschland aus. Solange der Qualitätsausbau noch in vollem Gange sei, könne aber auf die finanzielle Beteiligung der Mütter und Väter nur schwer verzichtet werden, sagte er.

Laut Umfrage fordern 86 Prozent der Eltern eine einheitliche Bestimmung, für wie viele Kinder eine Erzieherin zuständig sein darf. Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt, eine Erzieherin für höchstens drei Kinder unter drei Jahren beziehungsweise 7,5 Kinder ab drei Jahren einzusetzen. Gemessen daran gewährleisten lediglich Baden-Württemberg und Bremen einen "kindgerechten Personalschlüssel", in den ostdeutschen Bundesländern ist die Personalausstattung teilweise "nicht einmal halb so gut", wie es hieß.

Eine sehr hohe Zustimmung von 85 Prozent erreichte den Angaben zufolge auch die Forderung nach einer einheitlich geregelten Ausbildung der Fachkräfte - bisher gibt es keinen bundesweit gültigen Lehrplan. 90 Prozent der Väter und Mütter sähen es zudem gern, wenn sich die Verpflegung der Kinder überall an anerkannten Ernährungsstandards orientieren würde.

Grüne: Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Familienministerin Schwesig erklärte, die Studie bestärke sie in ihren Bemühungen, gemeinsam mit den Ländern die Qualität in der Kindertagesbetreuung zu verbessern. "Denn Kitas sind genauso wichtig wie Schulen und Unis", betonte die SPD-Politikerin.

Der AWO-Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler sagte, die Qualität der Kinderbetreuung könne nur durch eine bundesweite gesetzliche Regelung sichergestellt werden. Beim Kita-Ausbau in den vergangenen Jahren sei die Qualität mancherorts ins Hintertreffen geraten.

Die familienpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Franziska Brantner, erklärte, die Elternbefragung bestätige, dass zwischen Wunsch und Wirklichkeit weiterhin eine große Lücke klaffe. Im Kinder- und Jugendhilfegesetz müsse eine Fachkraft-Kind-Relation festgelegt werden, außerdem bräuchten Familien das Recht auf eine Ganztagsbetreuung. "Wir fordern eine regel- und zweckgebundene Beteiligung des Bundes von zusätzlich 1,5 Milliarden Euro jährlich", sagte Brantner. Auch Norbert Müller, kinder- und jugendpolitischer Sprecher der Linksfraktion, forderte ein Kita-Qualitätsgesetz und eine Neuregelung der Finanzierung.

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