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Stiftung Preußischer Kulturbesitz erhält Riefenstahl-Nachlass

13. Februar 2018

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz erhält den kompletten Nachlass von Leni Riefenstahl (1902-2003).

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Berlin (epd). Der Nachlass von Leni Riefenstahl, der vollständig an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz geht, umfasst umfangreiche Fotografie- und Filmbestände, Manuskripte, Briefe, Tageskalender, Akten und Dokumente sowie Presseausschnitte und Bücher, wie die Stiftung am Montagabend in Berlin mitteilte. Es handele sich um eine Schenkung von Riefenstahls ehemaliger Sekretärin Gisela Jahn. Riefenstahl, die Haus- und Hoffotografin der Nazis, gilt als eine der bedeutendsten, aber auch umstrittensten Künstlerinnen der deutschen Film- und Fotogeschichte.

Interdisziplinäres Forschungsteam

Die Archivbestände reichten bis in die 1920er Jahre zurück und schienen vor allem für die Nachkriegszeit überaus komplett zu sein, hieß es. Für die Erfassung und Erschließung des Nachlasses soll, finanziert durch noch einzuwerbende Drittmittel, ein interdisziplinäres Forschungs- und Archivteam zusammengestellt werden. Im Bereich Film wird den Angaben zufolge eine Kooperation mit der Stiftung Deutsche Kinemathek angestrebt.

Der fotografische Bestand soll, betreut von der Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek, im Museum für Fotografie am Berliner Bahnhof Zoo untergebracht werden. Hier wird seit 2004 auch das Werk Helmut Newtons (1920-2004) gezeigt, mit dem Riefenstahl in späten Lebensjahren eng befreundet war. Der Schriftenbestand des Riefenstahl-Archivs mit Korrespondenzen, Tagebüchern und Manuskripten soll von der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin betreut werden.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz habe mit dem Nachlass Riefenstahls nicht nur ein bahnbrechendes ästhetisches Werk übernommen, sondern auch eine besondere Verantwortung für die kritische Auseinandersetzung mit dieser streitbaren Person der Zeitgeschichte, erklärte Stiftungspräsident Hermann Parzinger. Riefenstahl wurde für ihre Filme und Fotografien zu Lebzeiten als kreative und innovative Bilderfinderin bewundert und geschätzt, in der Nachkriegszeit aber scharf dafür kritisiert, dass sie ihr künstlerisches Können in den Dienst nationalsozialistischer Propaganda gestellt hatte.

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