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«Spiegel» richtet Ombudsstelle für Hinweise zur Berichterstattung ein

21. Februar 2020

Das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hat die angekündigte Ombudsstelle für Hinweise auf etwaige Unregelmäßigkeiten in der Berichterstattung eingerichtet.

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Das Verlagsgebäude des "Spiegel" Foto: epd-Bild

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Hamburg (epd). Die neu eingerichtete Ombudsstelle beim Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" nimmt ihre Arbeit auf. Ihr gehören die "Spiegel"-Dokumentationsjournalistin Susmita Arp, Nachrichtenchef Stefan Weigel und der Leiter der "Spiegel"-Rechtsabteilung, Jan Siegel, an, wie der Spiegel-Verlag am Freitag in Hamburg mitteilte. Anonyme Hinweise nimmt ein externer Rechtsanwalt entgegen.

Die Ombudsstelle löst die Aufklärungskommission aus Weigel und der externen Journalistin Brigitte Fehrle ab, die nach dem Bekanntwerden der Fälschungen durch den "Spiegel"-Reporter Claas Relotius eingerichtet worden war. Die Aufklärungskommission verfolge aber noch restliche Hinweise und dokumentiere sie gegebenenfalls, teilte der Verlag mit. Ihren offiziellen Abschlussbericht hatte die Kommission im Mai 2019 vorgelegt.

Jahrelang Geschichten erfunden

Die Einrichtung der Ombudsstelle gehöre zu einer Reihe von Schritten, mit denen das Magazin die Relotius-Affäre aufarbeiten und den "Wiederholungsfall verhindern will", sagte Sprecherin Anja zum Hingst dem Evangelischen Pressedienst (epd). Im Dezember 2018 hatte der vielfach ausgezeichnete Journalist Claas Relotius den "Spiegel" in eine publizistische Krise gestürzt. Der Reporter hatte zugegeben, dass er über mehrere Jahre hinweg Geschichten erfunden und Tatsachen verfälscht hatte. Nach internen Nachforschungen gab er die Fälschungen zu und verließ das Haus.

Anfang Februar hatte die Redaktion des "Spiegel" bereits ihre journalistischen Grundsätze in einem 74 Seiten umfassenden Booklet neu formuliert. Die "Spiegel-Standards" können im Internet heruntergeladen werden.

Relotius selbst geht juristisch gegen seinen früheren "Spiegel"-Kollegen Juan Moreno vor, der Relotius auf die Schliche gekommen war. Moreno berichtete in dem Buch "Tausend Zeilen Lüge", das im vergangenen Jahr erschien, über seine Recherchen zu Relotius. Der Reporter wirft dem ehemaligen Kollegen nun vor, in der Veröffentlichung Tatsachen verdreht oder unzulässig arrangiert zu haben. Relotius' Anwalt Christian Schertz wollte die Klage noch im Februar einreichen.

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