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Sozialarbeiternetz will muslimische Wohlfahrtspflege vorantreiben

30. August 2016

Von einer bundesweiten islamischen Wohlfahrtspflege würde nach Ansicht des muslimischen Sozialpädagogen Samy Charchira die gesamte Gesellschaft profitieren.

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Düsseldorf (epd). "Wir müssen heute schon die Weichen für Versorgungslücken stellen, die in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auf uns zukommen werden", sagte Samy Charchira dem Evangelischen Pressedienst (epd). Charchira ist Mitglied des Netzwerks muslimischer Sozialarbeiter und Sozialpädagogen (Nemus), das sich Ende Februar in Düsseldorf gegründet hat. Das Netzwerk besteht aus 15 ehrenamtlichen Mitgliedern, die hauptberuflich im sozialen Bereich arbeiten. Nemus habe es sich zur Aufgabe gemacht, die islamische Wohlfahrtspflege in Deutschland voranzutreiben.

Das Netzwerk sieht sich als Berater muslimischer Gemeinden, die in der Wohlfahrtspflege aktiv werden wollen. "Islamische Wohlfahrtspflege muss sich auf Fachkompetenz stützen, die bisher bei vielen islamischen Organisationen noch nicht weit verbreitet ist", sagte Charchira. "Da wollen wir einen Beitrag leisten, den Prozess zu unterstützen." Er hoffe, dass bereits in einigen Monaten professionelle Dienstleistungen angeboten werden könnten.

Muslimische Lebensrealitäten normalisieren

"Wir wissen, dass beispielsweise die bisherige professionelle Jugendhilfe Teile von Jugendlichen nicht erreicht", erläuterte der Sozialpädagoge. "Dazu gehören auch muslimische Jugendliche." Deshalb wolle er konkrete Angebote schaffen, die die Lebenswirklichkeit muslimischer Jugendlicher berücksichtigen: "Wir müssen dafür sorgen, dass wir sie nicht an radikale Gruppen verlieren." Aber auch außerhalb der Jugendhilfe wolle Nemus aktiv werden.

"Es braucht muslimische Angebote für Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind", sagte Charchira. "Zusätzlich wird der Bedarf in der Altenpflege in den nächsten Jahren weiter wachsen." Darüber hinaus wolle Nemus auch muslimische Gemeinden im Bereich der frühkindlichen Erziehung unterstützen. "Islamische Wohlfahrtspflege kann muslimische Lebensrealitäten normalisieren", sagte der Experte. "Es sollte normal sein, dass es neben der katholischen Kita auch eine muslimische gibt, ohne dass gleich der gesamte negative Islamdiskurs darübergestülpt wird."

Um diese Ziele zu erreichen, will Charchira mit seinen Netzwerk-Kollegen Kooperationen mit bestehenden Institutionen der Wohlfahrtspflege, aber auch mit Kommunen, den Ländern und dem Bund ausbauen. "Die Gründung unseres Netzwerkes wurde von der Politik und den Wohlfahrtsverbänden begrüßt und wir hoffen auf deren weitere Unterstützung", sagte Charchira. Er wolle das Netzwerk perspektivisch zu einem Fachverband machen, der auch außerhalb von Nordrhein-Westfalen aktiv ist.

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