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«Sea-Watch 3» darf wieder in See stechen

2. Juni 2019

Zwar darf die "Sea-Watch 3" Sizilien verlassen, doch Italien ermittelt weiter gegen den Kapitän der Seenotretter. Am Sonntag besuchte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bedford-Strohm, die Crew und stärkte ihr den Rücken.

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Ausrüstung auf der "Sea-Watch 3" (Archiv-Bild) Foto: epd-Bild

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Frankfurt a.M. (epd). Nach der Freigabe durch die italienischen Behörden will die Seenotrettungsorganisation Sea-Watch ihr zeitweise festgesetztes Schiff so schnell wie möglich wieder im Mittelmeer einsetzen. Ein Auslaufen sei für die beginnende Woche fest eingeplant, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, am Sonntag nach einem Besuch der Crew auf Sizilien. Sea-Watch-Sprecher Ruben Neugebauer sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), zuvor seien noch ein paar logistische Dinge zu klären. Die italienischen Behörden hatten die "Sea-Watch 3" am Samstag freigegeben, nachdem das Schiff nach der Rettung von Migranten beschlagnahmt worden war.

"Seenotrettung dringender denn je"

"Es ist absolut inakzeptabel, dass die zivile Seenotrettung kriminalisiert wird", sagte Bedford-Strohm dem epd am Sonntag. Telefonisch schilderte er, dass er mit Verweis auf Sicherheitsbestimmungen nicht auf das Schiff gelassen worden sei.

Nach seiner Ankunft auf Sizilien am Sonntag hätten ihn Meldungen erreicht, dass sich vor Lampedusa erneut ein Boot gekentert sei und sich Menschen in Seenot befinden. "Seenotrettung im Mittelmeer ist in diesen Tagen dringender denn je. Als Kirchen in Europa appellieren wir daher nicht nur an Italien, die zivilen Retter in ihrer Arbeit nicht zu behindern", sagte Bedford-Strohm. Sea-Watch wird unter anderem von der EKD unterstützt.

Seenotrettung sei selbstverständlich auch eine staatliche Aufgabe, sagte Bedford-Strohm. Daher sei es nicht hinzunehmen, dass die EU-Mission Sophia eingestellt wurde. "An ihre Stelle muss eine neue Mission treten", forderte der oberste Repräsentant der deutschen Protestanten.

Die "Sea-Watch 3" hatte Mitte Mai 65 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet. Tagelang mussten die Geretteten und die Crew ausharren, bis sie in Lampedusa an Land gehen konnten. Das Schiff wurde beschlagnahmt, gegen Kapitän Arturo Centore wird wegen des illegalen Einschleusens von Menschen ermittelt. "Die Ermittlungen sind noch nicht eingestellt", sagte Sprecher Neugebauer: "Aber wir gehen davon aus, dass das passieren wird."

Kirchen unterstützen Seenotretter

Den Besuch Bedford-Strohms nannte Neugebauer ein wichtiges Zeichen: "Gerade Institutionen wie die Kirchen müssen klar machen, dass die Seenotrettung wichtig ist."

Die italienische Regierung geht seit Monaten gegen die private Seenotrettung vor. Innenminister Matteo Salvini von der rechtsnationalen Lega hat auch italienischen Marineschiffen, die Flüchtlinge gerettet hatten, die Einfahrt in italienische Häfen verboten. Laut Neugebauer ertranken in den vergangenen Tagen mehrere Migranten im Mittelmeer, unter anderem weil die italienische Marine ihnen die Hilfe verweigert hatte, obwohl sie in der Nähe war.

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Leser-Kommentare öffnen

Matthäus53, 2. Juni 2019, 20:47 Uhr


Als unsere Kanzlerin vor Jahren sagte wir machen für die Flüchtlinge aus humanitären Gründen die Grenzen auf, stöhnte unser Volk und viele Politiker wie vor 3000 Jahren das ägyptische Volk unter den Plagen. Nach Jahren der Flüchtlingskrise lassen die meisten Ost - EU Staaten noch immer Italien, Griechenland und Malta ziemlich allein mit den Flüchtlingen. Und nun werden Hilfsorganisationen kriminalisiert weil sich Italien sehr allein gelassen fühlt. Der Papst hat schon zur Flüchtlingskrise gesprochen die EU Kommission hat schon ermahnt und nun muß auch ein deutscher Ev. Bischof den Rettern Trost und Gottes Segen zusprechen.
Es ist nach allem Dilemma an der Zeit, daß auch endlich die russischen und osteuropäischen Bischöfe zur Beendigung des Krieges in Syrien und Libyien sowie der Flüchtlingskrise aufrufen und nicht länger Polizei oder Militär die Rettung organisieren sondern allen voran die christliche Armada der Heilsarmee mit Booten die von den osteuropäischen Staaten bis hin nach Russland spendiert werden müssten,
weil sie bisher vor dem Flüchtlings- Leid die Augen und Grenzen geschlossen haben !
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