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Vergangene Woche haben die Mainzer ihre Motivwagen für den Rosenmontagszug vorgestellt. Foto: epd-Bild
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Schulz im Fleischwolf und als Rohrkrepierer

12. Februar 2018

Trump und Erdogan - bei den Rosenmontagszügen ging es den Autokraten der Welt wieder an den Kragen. Für Bundeskanzlerin Merkel und Noch-SPD-Chef Schulz gab es eine Extra-Portion Hohn und Spott. In Köln trübte ein Unfall die Feierstimmung.

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Vergangene Woche haben die Mainzer ihre Motivwagen für den Rosenmontagszug vorgestellt. Foto: epd-Bild

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Düsseldorf, Köln (epd). Mit provokanten Motivwagen haben die Karnevalisten in ihren Rosenmontagszügen beißende Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem Noch-SPD-Vorsitzenden Martin Schulz geübt. Unter dem Schriftzug "Selber Schulz" zeigten die Düsseldorfer Jecken Schulz, der sich selbst durch den Fleischwolf dreht. In Mainz schlich Merkel als riesige Schildkröte durch die Straßen. In Köln hatten es die Narren auch auf die deutschen Autobauer abgesehen. Spott gab es zudem für den US-Präsidenten Donald Trump und den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Trotz der kalten Temperaturen waren in den Karnevalshochburgen wieder Hunderttausende bunt kostümierte Närrinnen und Narren zusammengekommen, um den Höhepunkt des Straßenkarnevals zu feiern. In Köln trübte ein Unfall die Feierstimmung: Am Nachmittag gingen Pferde mit einer Kutsche durch und verletzten drei Menschen. Der Zug wurde nach einer kurzen Unterbrechung fortgesetzt. Die Verletzten wurden nach Angaben der Polizei von der Feuerwehr versorgt.

Merkel als beliebtes Motiv

Auf einem der Mottowagen des Düsseldorfer Wagenbauers Jaques Tilly zog Kanzlerin Merkel als riesige "Schwarze Witwe" an den Jecken vorbei. Vor ihr lagen die Gebeine von politischen Gegnern und Weggefährten wie Edmund Stoiber (CSU), Peer Steinbrück (SPD) und Philipp Rösler (FDP). Andrea Nahles präsentierte sich als rot gekleidete künftige Chefin der SPD mit dem Schriftzug: "Genossen, das Ende ist NAHles". Und FDP-Chef Christian Lindner nahm als blau-gelber Hase und Repräsentant der "Feigen Demokraten" vor Jamaika Reißaus.

Ansonsten setzten sich die Düsseldorfer mit dem VW-Abgasskandal, der Pleite der Fluggesellschaft Air Berlin, der Migrationspolitik der Europäischen Union, der Russlandaffäre in den USA und einer monströs wirkenden "Brexit-Geburt" der britischen Premierministerin Theresa May auseinander. Erstmals gab es auch einen Wagen der Jüdischen Gemeinde, den Düsseldorfs wohl bekanntester Sohn, der jüdische Dichter Heinrich Heine, zierte.

Im Kölner Rosenmontagszug machte US-Präsident Donald Trump als Dampfwalze ganz Amerika platt, unter anderem beim Klimaschutz, bei der politischen Korrektheit und der Kultur. Auch in Köln war Bundeskanzlerin Merkel ein beliebtes Motiv: Sie tanzte in der Pose von Schauspieler John Travolta zum Song "Stayin' Alive" und schaukelte mit Martin Schulz der "Großen Kollision" entgegen. Die deutschen Autobauer versanken im Dieselsumpf und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan steckt deutsche Urlauber ins Gefängnis.

Schulz als Rohrkrepierer

Während in früheren Rosenmontagszügen schon mal katholische Kleriker veräppelt wurden, stand diesmal sogar einer auf einem Festwagen: Der Berliner Erzbischof Heiner Koch stattete zum Höhepunkt des Straßenkarnevals seiner alten Heimatstadt Köln, wo er Weihbischof war, einen Besuch ab und fuhr auf dem Wagen der Großen Kölner Karnevalsgesellschaft 1882 mit.

In Mainz war SPD-Chef Schulz als Rohrkrepierer zu sehen. Als Sinnbild für den Abgasskandal pinkelte eine riesige Figur von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in einen Dieseltank. Neben Welt- und Bundespolitik wurden aber auch regionale Themen wie die Affäre um das marode Mainzer Hallenbad von den Wagenbauern satirisch aufgespießt.

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Leser-Kommentare öffnen

Alwite, 12. Februar 2018, 18:37 Uhr


Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung. Um die Art Öffentlichkeit auszuhalten beneide ich niemanden.
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Schallblech, 13. Februar 2018, 10:25 Uhr


...und wer den Spott hat, dem schadet die Beschreibung auch nicht mehr ;)
Die Politik hat ja schließlich eine Steilvorlage nach der anderen geboten. Ich bin ja mal gespannt, was jetzt passiert, ob diese Groko wirklich zustande kommt, oder ob eine Mini-Partei die Macht bekommt, für ganz Deutschland zu entscheiden....
(Meine bescheidene Meinung: Wenn Mitgliederentscheid, dann von allen beteiligten Parteien!)
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