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Demonstation von "Fridays for Future" (Archivbild) Foto: epd-Bild
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Großdemonstration für bessere Klimapolitik in Mainz

17. Januar 2020

Die Klimaschutz-Bewegung "Fridays for Future" hat sich zurückgemeldet - mit der ersten großen Demonstration des neuen Jahres in Mainz. Tausende zogen durch das Zentrum der Landeshauptstadt.

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Demonstation von "Fridays for Future" (Archivbild) Foto: epd-Bild

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Mainz (epd). In Mainz sind am Freitag mehrere Tausend Menschen einem Demonstrationsaufruf der Protestbewegung "Fridays for Future" gefolgt. Nach Polizeiangaben nahmen rund 9.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene an dem Marsch durch die Mainzer Innenstadt unter dem Motto "Die Uhr tickt!" teil. Bundesweit waren Proteste in rund 30 Städten angekündigt.

Die Protestbewegung werde mit jeder Kundgebung lauter, sagte der Mainzer Sprecher der Klimastreik-Bewegung, Maurice Conrad, zum Auftakt der Demonstration: "Es ist längst kein Spaß mehr." Die Mächtigen in Politik und Wirtschaft hätten bislang nichts unternommen, damit die Erde auch künftig noch bewohnbar bleibe. Der Bundesregierung warf er vor, sie betreibe Klimaschutz "mit dem Tempo einer Nacktschnecke".

Viele aus der Eltern- und Großeltern-Generation

Zuvor hatten die Teilnehmer in Mainz sich zu einer Auftaktkundgebung auf dem zentralen Gutenberg-Platz versammelt und sich dabei für kurze Zeit gleichzeitig zu einem sogenannten Die-in wie tot auf die Straße gelegt. Auf Transparenten protestierten die Demonstranten für einen schnellen Ausstieg aus der Kohleenergie, für eine Verkehrswende und für grundlegende Änderungen am globalen Wirtschaftssystem.

Zur Teilnahme an der Kundgebung ein Jahr nach dem Start der Schülerproteste vor Ort hatten die Veranstalter in ganz Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland aufgerufen. Auch Gruppen aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg waren eigens nach Mainz gereist. Im Vorfeld waren 7.000 bis 10.000 Teilnehmer erwartet worden. Unter den Demonstranten waren auch viele Menschen aus der Eltern- und Großeltern-Generation der streikenden Schülerinnen und Schüler.

"Es ist die letzte Chance"

Auch in Hannover demonstrierten unter dem Motto "Ihr wisst, warum wir streiken" nach Angaben der Polizei rund 1.600 Jugendliche der Klimaschutzbewegung. "2020 muss das Jahr sein, in dem endlich gehandelt wird", sagte Mitorganisatorin Kaja Schwab zum einjährigen Bestehen der Aktionen in Hannover. Die Schülerproteste seien kein Spaß oder Spiel: "Es ist die letzte Chance, das zu retten, was noch zu retten ist."

Am Nachmittag war in Mainz eine weitere Großkundgebung geplant. Landwirte aus Rheinland-Pfalz und Hessen hatten zu einem Traktorkorso aufgerufen, der am ZDF-Sendezentrum beginnen und bei ausreichender Beteiligung bis in die nördliche Pfalz reichen sollte. Die Bauern wollten ihren Unmut über die verschärften Düngevorschriften und die ihrer Meinung nach unfaire Berichterstattung der Medien zum Ausdruck bringen. Aufgerufen dazu hatte die Initiative "Land schafft Verbindung". Im Vorfeld hatte die Polizei wegen der beiden Proteste vor erheblichen Verkehrsproblemen in der Stadt gewarnt.

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