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Regionalbischöfin Breit-Keßler: Kirche muss existenzielle Fragen ansprechen

29. August 2016

Die Kirche muss nach Überzeugung der Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler mit größerer Lebensnähe auf die Sorgen und Nöte der Menschen eingehen.

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Susanne Breit-Keßler Foto: epd-Bild

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München (epd). Statt der "ewigen Insider-Themen" sollten bei kirchlichen Veranstaltungen und in Gottesdiensten die Dinge zur Sprache kommen, die den Menschen existenziell wichtig seien, die sie in ihren Grundfesten erschütterten, sagte die Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Als Beispiele nannte Breit-Keßler Liebe, Tod, Krankheit, Leiden, aber auch Erotik und Sexualität. Das sei häufig noch völlig ungewohnt. "Wenn ich beispielsweise in einem Traugottesdienst die Sexualität als Gottesgabe anspreche, merke ich, wie sich alle an ihren Bänken festklammern", sagte die Regionalbischöfin. Dabei spreche doch die Bibel ganz lebensnah von dem "einen Fleisch", das Frau und Mann werden. Das sei nicht nur Händchenhalten.

"Mehr Wahrheit predigen"

Die Kirche müsse ein Ort sein, an dem Menschen die Wahrheit hörten und all das, "was sie ersehnen und hoffen, was sie peinigt und ihnen Angst macht", sagte Breit-Keßler, die seit 15 Jahren an der Spitze des Kirchenkreises München/Oberbayern mit rund 525.000 evangelischen Christen steht. "Deshalb müssen wir weniger Moral und mehr Wahrheit predigen."

Außerdem sollte sich die Kirche nicht in erster Linie in finanziellen und organisatorischen Fragen verzetteln. Die Hausaufgaben in Verwaltung und Organisation müssten gut und effizient erledigt werden. Entscheidend sei aber, dass die Kirche Hoffnung und Zuversicht ausstrahle. "Unsere Botschaft muss klar und eindeutig sein, dann hat sie auch noch in zehn Jahre Bedeutung für die Menschen", betonte die Theologin.

Im Mittelpunkt müssten die christlichen Werte stehen, die den Menschen Halt gäben und Orientierung für ihr eigenes Leben. Das Ziel sollte nicht mehr sein, möglichst viele in die "Kerngemeinde" zu holen, sondern die Menschen selbst bestimmen lassen, welchen Grad von Nähe sie suchen.

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