hg
Buchtipp

Holger Pyka
Versteht man, was du liest?
Praxisbuch für den Gottesdienst

zur Detailseite

Anzeige

«Passauer Neue Presse» übernimmt «Donaukurier»

22. November 2016

Fusion auf dem bayerischen Zeitungsmarkt: Der "Donaukurier" gehört künftig zur Verlagsgruppe der "Passauer Neuen Presse". Der Bayerische Journalistenverband kritisiert eine Verschärfung der Medienkonzentration.

Anzeige

Passau, Ingolstadt (epd). Das Medienhaus werde die "Donaukurier"-Verlagsgruppe zum 1. Januar übernehmen, teilte die "Passauer Neue Presse" am Dienstag mit. Zum Kaufpreis wollten beide Zeitungen keine Angaben machen. Die Zustimmung des Kartellamts steht noch aus.

Der "Donaukurier" erscheint in sieben Printausgaben in einer Druckauflage von 85.000 Exemplaren. Die Auflage der "Passauer Neuen Presse" (PNP) mit ihren Lokalteilen liegt bei knapp 165.000.

PNP-Verlegerin Simone Tucci-Diekmann sagte, der Kauf des Ingolstädter Verlages sei ein weiterer Schritt des Wachstums ihres Hauses und ein klares Bekenntnis zum regionalen Zeitungsgeschäft in Deutschland. Vor dem Hintergrund des digitalen Wandels und eines umkämpften Werbemarkts sei es für Regionalverlage wichtig, Größenvorteile zu nutzen, um im Wettbewerb zu bestehen. "Wir sind überzeugt, dass damit die Zukunftsfähigkeit unseres Hauses insgesamt, aber auch der erworbenen Zeitungen gestärkt wird", sagte Tucci-Diekmann.

Journalistenverband: Mitarbeiter vernachlässigt

Der Bayerische Journalistenverband (BJV) kritisierte die Übernahme. Bei der "Passauer Neuen Presse" gebe es beispielsweise seit elf Jahren keine Tarifordnung mehr, sagte der BJV-Vorsitzende Michael Busch dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Mitarbeiter würden vernachlässigt, während für die Übernahme des Ingolstädter Verlagshauses offenbar Gelder vorhanden seien. Für den kommenden Samstag sei ein Protest in der Passauer Innenstadt geplant, bei dem die Mitarbeiter und der BJV gemeinsam mit der Gewerkschaft ver.di eine Tarifordnung fordern.

Busch kritisierte zudem eine weitere Verschärfung der Medienkonzentration durch die Übernahme. "Die Zahl der Verlagshäuser auf dem deutschen Medienmarkt nimmt immer weiter ab. Mit journalistischer Vielfalt hat das nichts mehr zu tun", sagte der BJV-Vorsitzende.

"Donaukurier"-Herausgeber Georg Schäff hingegen sagte, durch den Zusammenschluss könne die Stellung des "Donaukuriers" dauerhaft gesichert werden: "Die redaktionellen Richtlinien des Donaukurier gelten auch unter der neuen Herausgeberschaft unverändert fort."

In den vergangenen Jahren hatte die "Passauer Neue Presse" bereits die Zeitungstitel "Trostberger Tagblatt/Traunreuter Anzeiger/Südostbayerische Rundschau" mit einer Auflage von rund 20.000 und die Titel "Reichenhaller Tagblatt/Freilassinger Anzeiger" mit einer Auflage von rund 10.000 erworben. Das Verbreitungsgebiet liegt zwischen Berchtesgadener Land und Bayerischem Wald.

0

Leser-Kommentare öffnen

Bitte melden Sie sich erst an, um einen Kommentar zu verfassen
zum Login
Buchtipp
Buchtipp

Holger Pyka
Versteht man, was du liest?
Praxisbuch für den Gottesdienst

zur Detailseite
Buchtipp

Holger Pyka
Versteht man, was du liest?
Praxisbuch für den Gottesdienst

zur Detailseite
Per E-Mail empfehlen