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Papst äußert in Brief an Assad Sorge über humanitäre Lage in Syrien

22. Juli 2019

Papst Franziskus fordert in einem Schreiben an den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad konkretes Handeln, um den Menschen in Idlib zu helfen.

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Papst Franziskus Foto: epd-Bild

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Rom (epd). Papst Franziskus hat sich in einem Brief an den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zutiefst besorgt über die humanitäre Lage in dem Bürgerkriegsland geäußert. Der Präfekt der Vatikanbehörde für Entwicklung, Kardinal Peter Turkson, überreichte das Schreiben am Montag nach Angaben von Vatikansprecher Matteo Bruni bei einem Treffen mit dem syrischen Staatschef in Damaskus. In dem Papstbrief gehe es insbesondere um die "dramatischen Lebensbedingungen" der Zivilbevölkerung in Idlib. Die im Nordwesten von Syrien gelegene Provinz ist die einzige von Rebellen gehaltene Region des Landes.

Papst Franziskus fordert in dem Schreiben nach Angaben von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin konkrete Maßnahmen zur Beendigung der humanitären Katastrophe in Idlib, die Freilassung politischer Häftlinge und Möglichkeiten für eine sichere Rückkehr von Flüchtlingen. Der Papst sei zutiefst besorgt über Angriffe auf Krankenhäuser und Schulen. "Was dort passiert, ist inakzeptabel", sagte Parolin Vatikanangaben zufolge unter Hinweis auf die weitere Verschlechterung der Lage durch die jüngste Militäroffensive insbesondere für Kinder. Franziskus dringe in seinem Schreiben an Assad auf eine Wiederaufnahme der Verhandlungen zur Beendigung des Konflikts mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft.

Folter und Hinrichtungen

Parolin wies in diesem Zusammenhang auf einen Bericht der "Independent International Commission of Inquiry on the Syrian Arab Republic" hin, demzufolge in Syrien Zehntausende Häftlinge teils an unbekannten Orten willkürlich festgehalten und gefoltert werden. Ein Teil der Gefangenen sterbe in der Haft, während andere willkürlich hingerichtet würden, betonte der engste Mitarbeiter des Papstes laut Vatikanerklärung.

Franziskus hatte in den vergangenen Jahren wiederholt auf die Not der Zivilbevölkerung in Syrien hingewiesen. Zuletzt sprach er Anfang Juli bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Lage in dem Land. Moskau unterstützt Assad bei der Bekämpfung der Rebellen.

In Idlib droht nach Angaben des UN-Nothilfekoordinators Mark Lowcock durch eine erneute militärische Eskalation die schlimmste humanitäre Krise des 21. Jahrhunderts. Seit Beginn des Konflikts im März 2011 sind laut UN mehr als 13 Millionen Syrer abhängig von humanitärer Unterstützung, mehr als 6,1 Millionen Syrer gelten als Binnenvertriebene und über 5,5 Millionen flohen ins Ausland. Hunderttausende Menschen wurden getötet.

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Leser-Kommentare öffnen

Matthäus53, 22. Juli 2019, 15:17 Uhr


Zur Flüchtlingskrise im Mittelmeer hat sich nach dem Kirchentag schon die Ev. Kirche geäußert. Zur menschlichen Kriegs- Katastrophe in und um Syrien meldet sich jetzt Papst Franziskus ermahnend zu Wort, was auf jeden Fall besser ist wie zu schweigen ! Wo bleiben die übrigen Päpste , Imane und Großmuftis der anderen großen Weltreligionen mit einem vielleicht gemeinsamen Hirtenwort an die beteiligten Streithähne und Menschenverachter ?
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