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Weltweit einzigartig: Osnabrück rollt 90 Jahre Bauhaustapete neu auf. Foto: epd-Bild
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Osnabrück stellt einzigartige Bauhaustapete aus

14. August 2019

Sie ist weltweit das einzige Industrieprodukt aus dieser Zeit, das bis heute produziert und weiterentwickelt wird: Die Bauhaustapete aus dem Jahr 1929.

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Weltweit einzigartig: Osnabrück rollt 90 Jahre Bauhaustapete neu auf. Foto: epd-Bild

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Osnabrück (epd). Das Kulturgeschichtliche Museum Osnabrück beleuchtet im Jahr des 100. Bauhaus-Geburtstages in einer Ausstellung die 90-jährige Geschichte der Bauhaustapete. Unter dem Titel "Bauhaustapete - neu aufgerollt" sind von Samstag an bis zum 8. Dezember zahlreiche Kollektionen der durch dezente Farben und Strukturen gekennzeichneten Wanddekoration zu sehen.

Die 1929 erstmals produzierte Bauhaustapete sei nach anfänglichen Schwierigkeiten schnell zum Verkaufserfolg geworden und habe die Bauhaus-Ära bis heute überdauert, betonte Museumsdirektor Nils-Arne Kässens am Mittwoch.

Sie sei weltweit das einzige Industrieprodukt aus dieser Zeit, das bis heute produziert und weiterentwickelt werde. Produktionsstandort ist nach wie vor die Rasch-Tapetenfabrik in Bramsche bei Osnabrück. Die Firma und ihr Archiv sind laut Kässens neben dem kunsthistorischen Institut der Uni Osnabrück, der Stiftung Bauhaus Dessau und dem Archiv der Moderne in Weimar wesentlicher Kooperationspartner des Museums für die aktuelle Schau, die am Freitag eröffnet wird.

Ursprünglich für den kleinen Geldbeutel gedacht

Den Besucher erwarten unter anderem zahlreiche Musterbücher der ursprünglich für den kleinen Geldbeutel gedachten Bauhaustapete. Gelbe, blaue und orange Pastelltöne mit dezenten Strichmustern stellten einen Gegensatz dar zum eher teuren Wandschmuck mit damals üblichen großformatigen Blumenmotiven in knalligen Farben. Der Anspruch sei gewesen, das Leben der kleinen Leute in ihren "Volkswohnungen" ein wenig besser zu machen, sagte der Direktor.

Maria Rasch (1897-1959), Schwester des damaligen Firmenchefs Emil Rasch (1904-1971) und Bauhaus-Studentin, habe die Idee entwickelt und den Kontakt zum damaligen Bauhaus-Direktor Hannes Meyer (1889-1954) hergestellt, erläuterte Kuratorin Maren Waike-Koormann. Aus einem Wettbewerb von Studierenden der Wandmalerei sei dann die erste Kollektion hervorgegangen.

In einer teilinszenierten "Volkswohnung" sollten die Besucher der Ausstellung einen Eindruck bekommen vom damaligen Wohnstil, betonte Waike-Koormann. Die Wände wurden mit dem beliebtesten gelben Muster der ersten Kollektion tapeziert.

Der große Erfolg der Bauhaustapete stellte sich nach den Worten der Expertin allerdings erst nach einer aufwendigen Werbekampagne in den 30er Jahren ein, die auch später fortgesetzt wurde. Nur während des Zweiten Weltkriegs sei die Produktion unterbrochen gewesen.

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