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NPD-Ortsvorsteher wieder abgewählt

23. Oktober 2019

Vor sieben Wochen wurde NPD-Politiker Stefan Jagsch einstimmig zum Ortsvorsteher gewählt. Das hatte bundesweit für Empörung gesorgt. Nun wurde er wieder abgewählt.

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NPD-Fahne (Archivbild) Foto: epd-Bild

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Altenstadt (epd). Der NPD-Ortsvorsteher von Altenstadt-Waldsiedlung (Hessen), Stefan Jagsch, ist am Dienstagabend im Ortsbeirat wieder abgewählt worden. Für seine Abberufung stimmten sieben der acht Ortsbeiratsmitglieder, Jagsch stimmte dagegen. Zur neuen Ortsvorsteherin wurde die 22-jährige CDU-Politikerin Tatjana Cyrulnikov gewählt. Jagsch kündigte "juristische Schritte" beim Verwaltungsgericht Gießen gegen seine Abwahl an.

Der NPD-Politiker war vor sieben Wochen im Ortsbeirat Waldsiedlung einstimmig auch mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP zum Ortsvorsteher gewählt worden. Die Wahl hatte bundesweit und international Empörung ausgelöst. Nach dem Bekanntwerden des Falls forderten führende Bundespolitiker, die Wahl Jagschs rückgängig zu machen.

"Erleichtert und froh"

Der Bürgermeister von Altenstadt, Norbert Syguda (SPD), zeigte sich am Dienstagabend "erleichtert und froh, dass die Abwahl stattgefunden hat". Er hoffe, dass die Gemeinde nun wieder in ruhigeres Fahrwasser komme, sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd). Jeder sollte nach den Ereignissen sensibilisiert sein, wofür die NPD stehe. Es sei keine Partei, die man mit seinem Wählervotum unterstützen könne.

Die Ortsbeiratssitzung fand unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen im Gemeinschaftshaus im Ortsteil Waldsiedlung statt. Neben vielen Medienvertretern nahmen auch zahlreiche Bürger teil. Unter den Anwesenden waren offenbar etliche Unterstützer Jagschs, die mit Zwischenrufen wie "Theaterstück" auffielen.

FDP schlug NPD-Mann vor

Im Internet ist auf der Seite der Gemeinde Altenstadt das Protokoll der Ortsbeiratssitzung vom 5. September nachzulesen, auf der Stefan Jagsch gewählt wurde. Darin heißt es, dass "nach kurzer Verweildauer, als sich niemand meldete" Klaus Dietrich von der FDP den NPD-Mann vorschlug, "da dieser seit vielen Jahren eine gute, ordentliche Arbeit in den gemeindlichen Gremien leiste und die Zusammenarbeit im Ortsbeirat in der laufenden Legislaturperiode keinen Anlass zur Kritik gebe". Weitere Vorschläge habe es nicht gegeben.

Die jetzt neu gewählte Ortsvorsteherin Tatjana Cyrulnikov hatte bei der Sitzung am 5. September entschuldigt gefehlt.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 23. Oktober 2019, 11:43 Uhr


So etwas passiert, wenn niemand Verantwortung übernehmen will. Damals hieß es, er sei der Einzige, der sich mit Computern auskennt. Was für eine fadenscheinige Begründung! Daten speichern und E-Mails verschicken kann jeder lernen.
Ich fürchte, daß diese Verweigerungshaltung uns noch in Schwierigkeiten bringen wird.
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