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Der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, wird Prinz Harry und Meghan Markle trauen.
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Nicht ohne Gottes Segen

15. Mai 2018

Dass die Queen das weltliche Oberhaupt der Kirche von England ist, wird auch die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle prägen. Am Samstag ist es soweit.

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Der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, wird Prinz Harry und Meghan Markle trauen.

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London (epd). In wenigen Tagen ist es soweit - am Samstag heiratet die US-Schauspielerin Meghan Markle den britischen Prinzen Harry, den Enkel der Queen. Die Zeremonie wird in der St.-George's-Kapelle von Windsor Castle stattfinden. Das Schloss ist eine der offiziellen Residenzen von Königin Elisabeth II. Dass das Königshaus so eng mit der Kirche von England verbunden ist, wird bei der Hochzeit seine Spuren hinterlassen.

Die Verbindungen reichen weit zurück: 1533 wollte sich König Heinrich VIII., der damalige König von England, von Katharina von Aragon scheiden lassen. Der Papst verweigerte dem bislang nach katholischer Grundüberzeugung lebenden König die Zustimmung. Es kam zu einem Bruch von Heinrich VIII. mit der katholischen Kirche. Die anglikanische Staatskirche entstand. Bis heute ist die Queen das weltliche Oberhaupt der "Church of England" und gleichzeitig Oberhaupt des Commonwealth-Staatenverbundes.

Tollpatschige Fehler

Weil die Königin das Oberhaupt der Kirche von England ist, wird auch von anderen Mitgliedern der königlichen Familie erwartet, dass sie aktive Mitglieder der Kirche von England sind. Das ist auch der Grund, warum sich Meghan Markle im März taufen ließ. Es war der Erzbischof von Canterbury, das geistliche Oberhaupt der Kirche von England, der Markle taufte. Er wird das Paar nun auch trauen. Der Gottesdienst wird allerdings vom Dekan von Windsor, David Conner, gehalten. Beteiligt ist auch der Chicagoer Bischof Michael Curry, den das Paar angefragt hat.

Der Erzbischof von Canterbury ist nach der Queen der zweithöchste Würdenträger in der Kirche von England. Ihm kommt auch die Aufgabe zu, Meghan Markle auf die Hochzeit vorzubereiten. "Ich bin immer nervös vor Hochzeiten", sagte der Geistliche der BBC. "Es ist so ein wichtiger Tag für jedes Paar - ganz egal, wer sie sind." Er habe zuvor schon ein paarmal tollpatschige Fehler bei Hochzeiten gemacht und habe Angst, während der Zeremonie den Ring fallen zu lassen.

600 Gäste zum Mittagessen

Dass Meghan Markle schon einmal verheiratet war, ist für die Kirche von England nicht problematisch. "Das ist kein Problem", sagte Erzbischof Justin Welby. Man habe das mit dem Paar besprochen wie mit jedem anderen Paar, bei dem ein Partner bereits verheiratet war und der ehemalige Ehepartner noch am Leben ist, sagte Welby dem Sender Sky News. In bestimmten Fällen erlaubt die Kirche von England die Trauung von Geschiedenen. Die Entscheidung darüber obliegt den Gemeinden.

Nach der Hochzeitszeremonie wird das frisch vermählte Paar in einer Prozession in einer Kutsche durch den Ort Windsor fahren, der rund 30 Kilometer westlich von London liegt. Die Prozession wird an einem Festsaal enden. Dort werden 600 Gäste auf Einladung der Königin zu einem Mittagessen zusammenkommen. Am Abend wird das Paar zusammen mit 200 Freunden eine Hochzeitsparty feiern.

Hohe Einschaltquoten erwartet

2011 schauten rund 20 Millionen Briten die Hochzeit von Prinz William und Kate im Fernsehen. Die Hochzeit gehört zu den zehn der am meisten verfolgten Fernsehübertragungen im Königreich. Nur wenige Ereignisse fanden mehr Zuschauer. Dazu zählen die Beerdigung von Prinzessin Diana, die Olympischen Eröffnungs- und Abschlusszeremonien von London 2012 und das ein oder andere Fußballspiel.

Die BBC erwartet für die diesjährige Hochzeit noch höhere Zuschauerzahlen, sie hat Lizenzregelungen für öffentliche Veranstaltungen gelockert, und es wird erwartet, dass die Hochzeit zudem öfter online geschaut wird als die von William und Kate 2011.

In jedem Fall wird es ein nationales Ereignis zu einer Zeit, in der das Land seit dem Brexit-Referendum 2016 gespalten ist und sich in einer tiefen Krise befindet. Die Hochzeit könnte die Briten wenigstens für eine kurze Zeit wieder miteinander versöhnen.

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