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Neues über Beethoven

16. Dezember 2019

Am 16. Dezember beginnt das Jubiläumsjahr zu Ludwig van Beethovens 250. Geburtstag. Es soll neue Sichtweisen auf den weltberühmten Komponisten eröffnen.

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Zentrale Ausstellung zum Beethoven-Jubiläum in Bonn Foto: epd-Bild

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Bonn (epd). Seine Melodien fliegen in einer Raumsonde durchs Weltall, die "Ode an die Freude" ist Europahymne. Ob "Für Elise" oder die 5. Symphonie mit ihrem "ta-ta-ta-taaa": Die Musik Ludwig van Beethovens (1770-1827) ist seit mehr als zwei Jahrhunderten sozusagen in aller Ohr. 2020 jährt sich sein Geburtstag zum 250. Mal. Dass dies gebührend gefeiert werden soll, war bereits im Koalitionsvertrag von 2013 vereinbart worden. Am Montag (16. Dezember) eröffnet nun Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) das Jubiläumsjahr in Beethovens Geburtsstadt Bonn.

In den kommenden zwölf Monaten wird der weltberühmte Komponist mit mehreren Tausend Veranstaltungen mit Schwerpunkt in Bonn und Nordrhein-Westfalen, aber auch in ganz Deutschland gefeiert. Das Jubiläumsjahr gipfelt in einer Beethoven-Gala zu seinem 250. Geburtstag am 16. Dezember 2020 und in einem Konzert mit dem West-Eastern Divan Orchestra unter der Leitung von Daniel Barenboim am 17. Dezember 2020 in Bonn.

"Neue Sichtweisen auf Beethoven eröffnen"

Wird es also ein Jahr werden, in dem die Musik eines der meist gespielten Komponisten der Welt dank staatlicher Förderung einfach nur noch öfter zu hören sein wird? Malte Boecker, künstlerischer Geschäftsführer der Beethoven Jubiläums Gesellschaft, widerspricht entschieden: "Ziel ist nicht, noch mehr Aufführungen der Symphonien, Klaviersonaten und Streichquartette auf den Weg zu bringen, sondern wir haben ganz vordringlich Projekte gefördert, die neue Sichtweisen auf Beethoven eröffnen."

Der rote Faden des Jubiläumsjahres solle die Neuentdeckung des Komponisten sein, betont Boecker, der auch Direktor des Bonner Beethoven-Hauses ist: "Es geht darum, sich zu verabschieden von dem tauben Misanthropen." Dieses Beethoven-Bild wurde unter anderem durch das bekannte Gemälde Joseph Stielers von 1820 geprägt, das einen grimmig dreinblickenden Beethoven mit zerzauster, grauer Mähne zeigt.

Progressiver Visionär

Überliefert sind tatsächlich legendäre Wutausbrüche des Komponisten, die wohl zum Teil auf seine zunehmende Schwerhörigkeit zurückgeführt werden können. Weniger präsent sei Beethoven dem breiten Publikum aber als der progressive Visionär, der er gewesen sei, sagt Boecker.

Beethoven glaubte an Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die Ideale der Französischen Revolution - Themen, die in seinem Werk immer wieder auftauchen. Dass Beethoven sich vor allem gegen die Ungleichheit und Unterdrückung von Menschen wandte, zeigt ein erst im vergangenen Jahr vom Bonner Beethoven-Haus erworbener, lange unbekannter Brief an einen Jugendfreund. Dort fragt Beethoven den Freund, der sich im zaristischen Russland aufhielt: "Wann wird auch der Zeitpunkt kommen, wo es nur Menschen geben wird?" Es würden wohl noch Jahrhunderte vergehen, mutmaßt der Komponist.

Auch in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts seien Beethovens Fragen noch aktuell, sagt Boecker. Viele Projekte des Jubiläumsjahres greifen seine Ideale und Visionen auf und versuchen, sich ihm von unterschiedlichen Seiten neu zu nähern. So wird etwa Bonns Generalmusikdirektor Dirk Kaftan regelmäßig in einer "Beethoven Lounge" mit Musik-Stars wie dem Pianisten Kit Armstrong oder dem Bratschisten Nils Mönkemeyer über die heutige Bedeutung des Komponisten philosophieren. Und die Bundeskunsthalle in Bonn präsentiert eine große Ausstellung, die sein Wirken vor dem Hintergrund der politischen Umwälzungen seiner Zeit betrachtet.

Das tragische Leiden des Komponisten

Viele unterschiedliche Künstler setzen sich im Laufe des Jahres mit Beethoven auseinander. So führt zum Beispiel Thierry Malandain mit seinem Malandain Ballet Biarritz in Bonn eine Choreographie zu Beethovens 7. Symphonie auf, in er die humanistischen Ideale des Komponisten darstellen will. Und in Krefeld spürt Robert North mit dem Tanzprojekt "Beethoven!" dem Schicksal des Künstlers nach: Das tragische Leiden des Komponisten an seiner fortschreitenden Schwerhörigkeit wird mit Beethoven-Texten in das Stück eingearbeitet.

Schon vor Beginn des Jubiläumsjahrs hat der Pianist Igor Levit alle 32 Klaviersonaten des Komponisten auf CD vorgelegt. Der Ausnahmepianist, der sich entschieden gegen Ausgrenzung, Antisemitismus und für Klimaschutz positioniert, wurde am Freitag (6. Dezember) in Bonn mit dem Internationalen Beethoven-Preis ausgezeichnet, der für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion verliehen wird.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 16. Dezember 2019, 11:02 Uhr


Stehen zwei vor einem Goethedenkmal. "Wer ist das nochmal?" "Na Schiller!" "Hm....Schiller?" "Schiller! du weißt doch: Kleine Nachtmusik. tatatataaaa."
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Alwite, 16. Dezember 2019, 13:46 Uhr


>Auch in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts seien Beethovens Fragen noch aktuell, sagt Boecker<
Die hier angeführten Werte Beethovens waren nie anders und werden nie anders sein. Darwins Lehre kann stimmen, muss aber nicht. Mag sich die Technik und die Welt noch so verändern. Wenn wir die Geschichte des Menschen angehen, hat sich seine Ursprünglichkeit seit Überlieferungen vorhanden, nicht um ein Jota verändert. Wen wundert da, dass auch Beethovens Gültigkeit nie verfällt.
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