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Neuer Schub für das Digitalradio

8. November 2019

Ab dem 21. Dezember 2020 sollen alle Neuwagen standardmäßig mit Digitalradio ausgerüstet werden. Ein entsprechendes Gesetz wurde vom Bundesrat gebilligt. Damit dürfte sich der Umstieg auf den Digitalradiostandard DABplus beschleunigen.

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Berlin/Frankfurt a.M. (epd). Der nächste Schritt zum Umstieg auf das Digitalradio in Deutschland ist getan. Der Bundesrat hat am Freitag die Entscheidung des Bundestags gebilligt, wonach ab Mitte Dezember 2020 alle Radios in Neuwagen und alle höherwertigen Radiogeräte den Empfang des Digitalradiostandards DABplus ermöglichen müssen. Mit der Novelle des Telekommunikationsgesetzes setzt der deutsche Gesetzgeber europäische Regelungen in nationales Recht um.

In Deutschland verfügt laut dem im September veröffentlichten Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten inzwischen fast jeder vierte Haushalt über ein Gerät, das DABplus empfangen kann. An der Spitze liegt Bayern, wo knapp 30 Prozent der Haushalte DABplus empfangen können. In Bayern sei damit der "point of no return" erreicht, sagte kürzlich der Direktor der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien, Siegfried Schneider. Die rote Laterne hat im Ländervergleich seit diesem Jahr Brandenburg: Hier sind nur 16,4 Prozent der Haushalte entsprechend ausgestattet. Im vergangenen Jahr hatte Niedersachsen noch an letzter Stelle gelegen.

Das Medium Radio werde dadurch attraktiver

Insgesamt sind nach Angaben des Digitalradio Büros Deutschland in ganz Deutschland 260 Radioprogramme digital zu empfangen - je nach Region unterschiedliche. 65 dieser Programme sind nur digital verfügbar, können also über die herkömmlichen UKW-Radios nicht empfangen werden. DABplus mische den Radiomarkt auf, sagt Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue: "Viele neue und frische Programme suchen und finden ihre Hörer - öffentlich-rechtliche und private." Das Medium Radio werde dadurch attraktiver.

Dennoch hat der niedersächsische Landtag im Juni die Landesregierung aufgefordert, sich für eine Beendigung des digitalen Radiostandards DABplus einzusetzen. Das Digitalradio habe sich "nicht nachhaltig am Markt etabliert", hieß es im Entschluss des Landtags. Die Landesregierung solle sich im Länderkreis für den "Aufbau zukunftsoffener Technologien" wie des 5G-Standards für Mobilkommunikation einsetzen.

Die Nordländer bremsen

Der Streit über die Zukunft des Radioempfangs in Deutschland zieht sich schon über zwei Jahrzehnte hin. In der Zwischenzeit hat DABplus den zuerst eingeführten Standard DAB abgelöst. Während die öffentlich-rechtlichen Sender sich für DABplus starkmachen, wollen die Privatsender das analoge UKW-Radio erhalten und setzen zusätzlich auf die Verbreitung von Radio über Mobilfunk. Doch Technologieexperten warnen hier vor überzogenen Erwartungen: Der Mobilfunkstandard 5G werde nicht für die Verbreitung von Radio ausgebaut, teilte die 5G-Media-Initiative - ein Zusammenschluss aus Sendern, Telekommunikationsunternehmen und anderen Organisationen - im Juli mit.

Auch die Länder sind sich nicht einig, wo die Zukunft des Radios liegen soll: Während Bayern DABplus seit Jahren fördert, bremsen die Nordländer. In Bayern können Radiohörer derzeit neben den öffentlich-rechtlichen und bundesweiten Programmen mehr als 100 regionale und lokale private Radiosender über DABplus empfangen, in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gibt es jeweils nur ein regionales privates digitales Programm.

Neuer Schub für das Digitalradio

Doch selbst in Niedersachsen scheint sich DABplus langsam durchzusetzen: Inzwischen verfügen dort knapp 22 Prozent der Haushalte über ein Digitalradio, vor einem Jahr waren es nur 14 Prozent. Das Land hat damit im Ländervergleich den größten Sprung nach vorn gemacht. Das jetzt verabschiedete Gesetz dürfte einen neuen Schub für das Digitalradio geben.

Norwegen hat 2017 als erstes europäisches Land die UKW-Verbreitung eingestellt. In der Schweiz liegt die Nutzung von DABplus bereits gleichauf mit UKW. Die analoge Verbreitung über UKW soll dort 2024 eingestellt werden.

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