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Generalprobe vor dem Papstbesuch im Nationalstadion in Maputo, Mosambik Foto: epd-Bild
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Mit Bescheidenheit und Botschaft: Franziskus besucht Mosambik

30. August 2019

Am Mittwoch startet Papst Franziskus zur Reise in drei Länder Südostafrikas. Erste Station ist Mosambik. Präsident Nyusi hofft auf einen Imagegewinn, die Menschen auf Impulse für Frieden und Versöhnung.

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Generalprobe vor dem Papstbesuch im Nationalstadion in Maputo, Mosambik Foto: epd-Bild

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Maputo (epd). Dort, wo Franziskus langfahren wird, wurde Hand angelegt: die Kanäle vom Müll befreit, der Rasen gewässert, die weißen Linien auf den Straßen nachgezogen, die Kathedrale gestrichen. Die Millionenstadt Maputo und ihre Katholiken haben sich seit Monaten auf den ersten Papst-Besuch seit 31 Jahren vorbereitet. Tausende kamen bereits zur Generalprobe ins Nationalstadion von Zimpeto, wo Franziskus am Freitag eine große Messe feiern wird. Inbrünstig riefen sie von den Rängen "Der Papst ist da", harrten Stunden in der heißen Sonne aus, bis Maputos Weihbischof Dom António mit einem Kleinwagen in die Arena gefahren wurde - auf demselben Weg, den das Papamobil nehmen soll.

Der Pontifex wird auf dieser Afrikareise vom 4. bis 10. September auch Madagaskar und Mauritius besuchen. Start aber ist in Mosambik, ein passendes Ziel für den "Papst der Armen". Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen beträgt 400 Euro im Jahr. Es ist eines der ärmsten Länder der Welt, das zuletzt von zwei schweren Zyklonen erschüttert wurde - mit mehr als 600 Toten, Zehntausenden Obdachlosen und verwüsteten Ernten. Hunderte Menschen fielen in den vergangenen zwei Jahren darüber hinaus einem schwer durchschaubaren Konflikt zwischen islamistischen Aufständischen und Sicherheitskräften in der nördlichsten Provinz Cabo Delgado zum Opfer.

Mosambik befindet sich im Wahlkampf

Zudem befindet sich Mosambik derzeit nicht nur in einer schweren Wirtschaftskrise, sondern auch mitten im Wahlkampf. Am 15. Oktober stehen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen an. Staatschef Filipe Nyusi von der regierenden Befreiungsfront (Frelimo) tritt wieder an und erhofft sich vom Papst-Besuch schöne Fotos mit dem "Botschafter des Friedens". Ein Abstecher des Gastes ins zyklongeschädigten Beira ist nicht vorgesehen. Das sei dort logistisch nicht durchführbar, hieß es seitens der Regierung. Außerdem ist Beira eine Hochburg der Opposition.

Vor der Reise mahnte Franziskus den lokalen Medien zufolge zu Bescheidenheit bei seinem Empfang. Seine 50-köpfige Entourage nächtigt in einem Hotel, wo das Bett 35 Euro die Nacht kostet. Schon das wird Franziskus Sympathien bei den Mosambikanern einbringen, die gerade erfahren haben, dass ein Sohn ihres Ex-Präsidenten Armando Guebuza Luxusautos sammelte - mutmaßlich finanziert mit Mitteln aus einem illegalen Milliardenkredit, für den das Land geradestehen muss.

"Franziskus kommt für uns alle"

Mosambik war bis 1975 eine portugiesische Kolonie und damit stark katholisch geprägt, doch dem 2019 veröffentlichten Zensus zufolge hat sich der Anteil der Katholiken auf 27 Prozent der geschätzt rund 30 Millionen Einwohner verringert. Mosambiks Katholiken können Rückenwind aus Rom also durchaus brauchen in der Konkurrenz mit florierenden evangelikalen Gruppen und einem wachsenden Anteil an Muslimen.

Auf Tuchfühlung zu den Bürgern geht Franziskus bei einem interreligiösen Dialog mit Jugendlichen am Donnerstag sowie beim Besuch einer Klinik vor der Weiterreise am Freitag: "Mit Politik hat sein Besuch gar nichts zu tun", sagt die Journalistin Adaína Chakamé auf die Frage, was die Visite des 82-jährigen Pontifex für ihr Land bedeutet. Vom Papst seien aber Impulse für friedliche Wahlen und die Versöhnung der einstigen Bürgerkriegsgegner zu erwarten. "Franziskus kommt für uns alle, nicht für den Wahlkampf der Regierung", sekundiert ihr ein älterer Herr, der nur seinen Vornamen Jorge preisgibt.

Nicht alle ziehen mit beim Friedensschluss

Erst kürzlich haben die Frelimo und die einstige Rebellenbewegung Renamo (Nationale Widerstandsbewegung Mosambiks) einen Friedensvertrag unterzeichnet - 27 Jahre, nachdem die katholische Gemeinschaft St. Egidio in Rom maßgeblich beim Abschluss eines Waffenstillstandes vermittelt hatte. Doch die Renamo ist nach dem Tod ihres langjährigen Vorsitzenden Afonso Dhlakama gespalten. Nicht alle ihre Mitglieder ziehen mit beim Friedensschluss. Außerdem ist unklar, wie die Renamo, die sich heute als konservative Partei ausgibt, mit möglichen Wahlfälschungen umgehen wird, wenn das Ergebnis knapp ausfällt.

Pater José João von den Comboni-Missionaren in Maputo erinnert an den Besuch von Johannes Paul II. im Jahr 1988. Damit habe der Friedensprozess damals Fahrt aufgenommen, sagt er. Franziskus setze heute die Arbeit seines Vorvorgängers fort: "Wir hoffen, dass der jetzige Besuch des Heiligen Vaters in allen den Wunsch auslösen möge, dass diese Wahlen in Frieden stattfinden. Und wir hoffen, dass dieser Frieden dauerhaft sein wird."

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Leser-Kommentare öffnen

Matthäus53, 31. August 2019, 14:21 Uhr


Es ist immer gut , wenn auch Papst Franziskus als oberster Christenvertreter zu Friedensreisen in schwierige Länder aufbricht. Genauso gut und vielleicht auch billiger wäre es evtl., wenn 10 bis 20 Vertreter die unser Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als religiöse Repräsentanten aus aller Welt an den Bodensee eingeladen hatte , stärker in Welt Krisenherde und Friedensprozesse eingebunden werden.
Da wo oft örtliche Hassprediger andere Religionen schlecht machen wie in Indonesien, Iran, Sudan, Kongo usw. können die Bodensee Repräsentanten als Förderer des Friedens auftreten und einen unersetzbaren Dienst für anders denkende Menschen leisten.
Prediger, Imane und Pastoren von "Religions for Peace" (Religionen für den Frieden) sollten mit 2 , 3 Kirchen /Religionsbussen Glauben und Religion als gemeinsame friedliche Lösungen für aktuelle Konflikte verbreiten ,weil deren Vertreter auch schon bei Konflikten in Bosnien-Herzegowina und in Ruanda als Vermittler tätig waren .
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