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Minister Schmidt will eine bessere Kennzeichnung von Fleischprodukten. Foto: epd-Bild
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Minister Schmidt: Ernährungsbildung zum Schulfach machen

3. Januar 2017

Mehr Tierschutz und mehr Informationen über gutes Essen: Menschen in Deutschland wollen mehr über Produktion und Inhalte ihrer Lebensmittel wissen. Minister Schmidt plädiert für ein Tierwohlsiegel und will Ernährungsbildung an die Schulen bringen.

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Minister Schmidt will eine bessere Kennzeichnung von Fleischprodukten. Foto: epd-Bild

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Berlin (epd). Nach dem Willen von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) soll die Bevölkerung in Deutschland besser über gute Ernährung und die Herstellung von Lebensmitteln informiert werden. Bei der Vorstellung des Ernährungsreports 2017 am Dienstag in Berlin bekräftigte der Minister seine Forderung nach der Einführung eines Schulfachs für Ernährungsbildung. Auch Informationen zum Tierschutz will er stärken.

Dem Report zufolge sehen neun von zehn Menschen in Deutschland ein Schulfach Ernährungsbildung auf einer Stufe mit Fächern wie Mathematik, Deutsch oder Englisch. Derzeit würden Gespräche darüber mit der Kultusministerkonferenz geführt, sagte Minister Schmidt. Zudem will er eine hohe Qualität des Essens in Kitas und Schulen sicherstellen. 90 Prozent der Befragten wünschen sich verbindliche Standards für die Verpflegung ihrer Kinder, heißt es in dem Report. Vor allem in Großstädten würden Eltern auch mehr Geld für gutes Essen in den Einrichtungen ausgeben.

Mehrheit will bessere Tierhaltung

Der Ernährungsreport wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums erstellt. Er soll die Ernährungsgewohnheiten, Wünsche und Versorgungstrends der Bevölkerung Deutschlands abbilden. Schmidt kündigte zudem die Einrichtung eines Bundeszentrums für Ernährung an. Es soll eine zentrale Stimme für alltagstaugliche, wissenschaftsbasierte Ernährungsempfehlungen sein, sagte der Minister. Ein Teilbereich des Zentrums werde sich um die Schulernährung kümmern.

Der Studie zufolge wünschen sich 87 Prozent der Befragten eine bessere Tierhaltung, 82 Prozent fordern mehr Transparenz über die Versorgung und Haltung der Tiere. Minister Schmidt spricht sich daher für eine Kennzeichnung von Fleischprodukten aus, die unter besonders tiergerechten Bedingungen hergestellt wurden. Eckpunkte für ein solches staatliches Tierwohllabel will der Minister auf der "Grünen Woche" Ende Januar in Berlin vorstellen. Allerdings räumte Schmidt ein: "Zum Nulltarif wird es Tierwohl nicht geben." Zwar hätten die Verbraucher im Report angegeben, mehr Geld für Fleisch aus artgerechterer Haltung zu zahlen, aber der Markt müsse nun zeigen, ob dies auch an der Ladenkasse umgesetzt werde.

Tierschutzplan gefordert

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) forderte einen nationalen Tierschutzplan. Ein freiwilliges Tierschutz-Label, wie es Bundesagrarminister Schmidt wolle, reiche nicht aus. Um einen umfassenden Tierschutzplan umzusetzen, seien laut Meyer eine Milliarde staatlicher Fördermittel nötig. Der Grünen-Politiker ist seit 1. Januar der neue Vorsitzende der Agrarministerkonferenz.

Die Linke warf Schmidt eine "einseitige Ernährungspolitik" vor. Karin Binder, ernährungs- und verbraucherpolitische Sprecherin der Fraktion, forderte in diesem Zusammenhang verstärkt gesetzliche Maßnahmen und die Einführung einer Nährwert-Ampel zur Kennzeichnung von Lebensmitteln. Zudem sollten die Ergebnisse amtlicher Lebensmittelkontrollen für Verbraucher veröffentlicht werden. Ein solches Gesetz verhindere Schmidt jedoch seit Jahren, kritisierte Binder.

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