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Das christliche Hilfswerk Open Doors hat seinen jährlichen Weltverfolgungsindex veröffentlicht. (Archivbild) Foto: epd-Bild
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Menschenrechtler wünscht sich Verfolgungsindex für alle Religionen

15. Januar 2020

Nicht nur Christen seien weltweit Repressionen ausgesetzt, sagt Martin Lessenthin von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte. Er fordert eine breitere Erfassung religiöser Verfolgung.

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Das christliche Hilfswerk Open Doors hat seinen jährlichen Weltverfolgungsindex veröffentlicht. (Archivbild) Foto: epd-Bild

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Frankfurt a.M. (epd). Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte fordert eine breitere weltweite Erfassung religiöser Verfolgung und Diskriminierung. Zum Beispiel seien in China nicht nur Christen, sondern auch Anhänger der Meditationsbewegung Falung Gong, die buddhistischen Tibeter oder muslimische Uiguren staatlichen Repressionen ausgesetzt, sagte Vorstandssprecher Martin Lessenthin in Frankfurt am Main dem Evangelischen Pressedienst (epd): "Zahlen bedürfen des Vergleichs, erst dann kommt man zu einem richtigen Schluss und hat auch die moralische Autorität, um Kritik zu üben und Politik zum Handeln zu bewegen."

Das christliche Hilfswerk Open Doors hatte am Mittwoch seinen jährlichen Weltverfolgungsindex veröffentlicht. Danach sind etwa 260 Millionen Christen Verfolgung ausgesetzt. Im Berichtzeitraum vom 1. November 2018 bis 31. Oktober 2019 wurden laut Open Doors fast 9.500 Kirchen und kirchliche Einrichtungen attackiert, zerstört oder geschlossen. Im Vorjahr waren es 1.850. Christen bilden nach Erkenntnissen von Open Doors die in absoluten Zahlen mit Abstand größte aus Glaubensgründen verfolgte Gruppe.

Verfolgung aus religiösen Gründen

Lessenthin sagte dazu, insgesamt müsse man den Problemkreis der Verfolgung aus religiösen Gründen durch Staaten, aber auch durch extremistische Gruppen breiter fassen. Es können zum Beispiel auch Muslime in Indien Opfer von militanten Hindus oder in Myanmar Opfer durch staatliche Verfolgung oder durch die Verfolgung durch extremistische Buddhisten sein, wie im Falle der Rohingya.

Man dürfe auch nicht verschweigen, dass "Namens-Christen" manchmal auch auf der Täterseite stehen, aktuell in der Zentralafrikanischen Republik. Lessenthin erinnerte zudem an die Jugoslawienkriege Ende des 20. Jahrhunderts mit Menschenrechtsverletzungen zum Beispiel durch Christen an bosnischen Muslimen.

Bei allen Institutionen gäbe es Mängel

Weltweit gebe es die unterschiedlichsten Institutionen, die versuchten, Zahlen zu erfassen, sagte Lessenthin: "Bei allen gibt es Mängel, vor allem im Hinblick auf die Abgrenzung. Soll man alles Verfolgung nennen oder gibt es bessere, genauere Begriffe wie Diskriminierung oder Verletzung von Menschenwürde." Die Unterschiede zwischen Bedrängnis, Benachteiligung oder tatsächlicher Verfolgung bis hin zu Folter und Martyrium seien groß.

Die Situation in Pakistan zum Beispiel sei anders als in Ägypten, "aber in beiden Ländern leiden Christen", sagte Lessenthin: "Schauen wir dann aber genauer nach Pakistan, sehen wir, dass dort auch Muslime leiden, nämlich Ahmadiyyas unter dem Terror von extremistischen Sunniten.

Sicherlich werden zudem im Iran Christen verfolgt, "aber nur eine bestimmte christliche Gruppe, nämlich diejenigen, die sich vom Islam abgewandt haben". Lessenthin: "Ich würde nie behaupten, dass Christen die im Iran am stärksten verfolgte Gruppe sind. Da würde ich eher sagen, dass dort Angehörige des Bahai-Glaubens und Sufis den höchsten Verfolgungsdruck haben." Christen, die durch Geburt Christ geworden sind, etwa die armenische Minderheit, könnten dagegen unbehelligt im Iran praktizieren.

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