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Die Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister wurde komplett saniert. Foto: epd-Bild
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Licht an für europäische Hochkultur

28. Februar 2020

Ein Museum erstrahlt in neuem Glanz: In mehrjähriger Bauzeit ist die Dresdner Sempergalerie saniert worden. Außer Gemälden alter Meister vor neu bespannten farbigen Wänden sind nun auch Skulpturen zu sehen. Tageslicht bringt sie optimal zur Geltung.

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Die Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister wurde komplett saniert. Foto: epd-Bild

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Dresden (epd). Raffaels Engel in Pink schauen neonbeleuchtet vom Dach der frisch sanierten Sempergalerie am Dresdner Zwinger. Der Österreicher Peter Baldinger schuf die Neonskulptur "Then is now" anlässlich der Wiedereröffnung der Gemäldegalerie Alte Meister am Wochenende. Im Original sind die beiden Puttenengel Teil des weltberühmten Altarbildes "Sixtinische Madonna" von Raffael.

Seit Jahren gehen sie - allerdings häufig auf dem Weg von Kitsch und Kommerz - um die Welt. Mit der Dachinstallation "wollen wir zeigen, wo die Engel zu Hause sind und sie quasi nach Dresden zurückholen", sagt der Direktor der Gemäldegalerie Alte Meister und Skulpturensammlung bis 1800, Stephan Koja. Der Titel "Then is now" betone die "ungebrochene Relevanz" der jahrhundertealten Werke.

Komplett neu arrangiert

Die Galerie der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) wollte am Freitagabend nach jahrelangen Sanierungsarbeiten erstmals wieder Besucher in allen Räumen empfangen. Seit 2013 war sie nur eingeschränkt zugänglich, nur ein Teil der Kunstschätze zu sehen.

Nach der Wiedereröffnung stehen laut Koja nun 700 Bilder erstmals im Dialog zu 420 Skulpturen aus der Antike bis zur Barockzeit. Unter ihnen sind Dutzende Gemälde von Rubens, Bellotto, van Dyck und der Cranach-Werkstatt, die berühmte "Schlummernde Venus" von Giorgione und Tizian und Bellottos Dresdner Stadtansichten.

Die Dresdner Dauerausstellung mit Meisterwerken europäischer Kunstgeschichte wurde komplett neu arrangiert. Nachvollziehbar wird damit unter anderem auch, wie sich Maler und Bildhauer gegenseitig inspiriert haben.

Koja spricht von einem "Schatzhaus der größten Werke der europäischen Kunstgeschichte". Die Galerie sei seit jeher bewundert worden, "wir haben uns bemüht, das Gefühl zu steigern", sagt er. Dafür sorgt in der neuen Dauerausstellung auch ein ausgeklügeltes Beleuchtungssystem, das die Werke in neuem Glanz erstrahlen lässt, etwa mit detailgenauen Akzentbeleuchtungen.

Farbige Wandbespannungen bringen die Bilder zusätzlich zur Geltung und ordnen sie nach Malschulen. Blau steht für Werke der Franzosen und Spanier, Grün für die Niederländer, ein warmes Rot für die Italiener. Zudem werde mit viel mehr Tageslicht gearbeitet. Es lasse etwa die Konturen der Skulpturen stärker hervortreten.

Eine Inszenierung der Werke ist Koja wichtig. "Der Besucher soll Kunst erleben", sagt er. Jeder Raum habe seinen eigenen Charakter. Tatsächlich gibt es die lichtdurchflutete Antikenhalle, opulente Räume mit Gemälden in mehreren Reihen übereinander oder aber kleinere Kabinette.

Beste Verhältnisse

In zwei großen Etappen war die knapp 50 Millionen teure Sanierung der Dresdner Sempergalerie zwischen 2013 und 2019 erfolgt. Jährlich zieht das Museum rund 500.000 Menschen an, trotz Bauphase zuletzt immerhin noch rund 370.000.

Es sei eine der "beliebtesten Sammlungen der Welt", sagt SKD-Generaldirektorin Marion Ackermann. Historisch gewachsen habe sie ihren Reichtum der Sammelleidenschaft der sächsischen Kurfürsten zu verdanken.

Nach der Generalsanierung gebe es für die Kunstwerke beste Verhältnisse für Klima, Licht und Brandschutz. Auch die Sicherheitstechnik sei optimiert worden, sagt Ackermann. Für Sonderausstellungen seien neue Flächen entstanden. Ein Café mit Blick auf den Zwinger lädt zum Verweilen ein. Für Barrierefreiheit sorgen Multimediatechnik und ein Fahrstuhl.

Moderne Neon-Ausgabe

Etliche Werke wurden restauriert, darunter Koja zufolge allein 45 Gemälde grundlegend. Mehr als 300 Rahmen seien überarbeitet worden, Skulpturen wurden gereinigt und mit neuen Sockeln versehen. Raffaels "Sixtinische Madonna" hat wieder im Hauptsaal der Galerie ihren prominenten Platz bekommen. Gemalt wurde das Marienbild Anfang des 16. Jahrhunderts für den Hochaltar einer Klosterkirche in Norditalien. Nach Dresden gelangte es 1754.

Die beiden Engel vom unteren Bildrand werben als moderne Neon-Ausgabe indes noch bis Ende Juli auf dem Dach der Dresdner Galerie. Künftig sollen sie im US-amerikanischen Columbus Museum of Art in Ohio zu sehen sein.

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Leser-Kommentare öffnen

Matthäus53, 2. März 2020, 10:38 Uhr


Es ist erfreulich , daß eine solche bedeutsame europäische Kunstausstellung dem durch Krieg zerstörten Dresden einen neuen Lichtblick und Hoffnung schenken wird. Diese über 1100 Gemälde und Skulpturen sind aufwendig restaurierte und gemalte Schätze die die Kulturen und Epochen Europas ausmachen und die so manche Augen und Seelen verzücken lassen. Alle Kunstwerke und das gesamte Museum wurden auch mit einer neuen Licht ,- und Sicherheitstechnik ausgestattet die unter den hundert tausenden Besuchern leider auch die dunklen Darknetz - Kunstsammler Szene wie die Fliegen anziehen wird.
Daher muß ab Beginn dieser bedeutsamen Ausstellung neben zig Überwachungs - Kameras auch der enge und weitere Außenbereich des Museums genauso mit überwacht werden. Auch sollte demonstrativ und gut sichtbar, gleich im Foyer des Museums, gleich neben der ersten Kamera , praktisch in Augenhöhe , ein künstlerisch, bombastisch gestaltetes VII. GEBOT, du sollst nicht stehlen, mit dargestellt werden !
und Aufruf dazu, welcher Künstler malt es kurzfristig ?
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