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Auf den Speiseplänen der Einrichtungen stünden oft risikobehaftete Lebensmittel wie Feinkostsalate, Rohwürste oder Räucherfisch. Foto: epd-Bild
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Umgefärbter Thunfisch und Listerien in der Krankenhauskost

6. Dezember 2018

Lebensmittel in Deutschland waren noch nie so sicher wie heute, sagt der Präsident des Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Aber es gibt weiterhin Schwarze Schafe. Vor allem bei der Kennzeichnung wird getrickst.

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Auf den Speiseplänen der Einrichtungen stünden oft risikobehaftete Lebensmittel wie Feinkostsalate, Rohwürste oder Räucherfisch. Foto: epd-Bild

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Berlin (epd). Die Lebensmittelüberwacher der Länder haben im vergangenen Jahr mehr als eine halbe Million Lebensmittelbetriebe kontrolliert. Das waren rund 42 Prozent der bundesweit 1,2 Millionen Lebensmittelhersteller. Bei knapp 14 Prozent oder 68.600 Betrieben gab es nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vom Donnerstag Beanstandungen. Die Hälfte der Verstöße betrafen Mängel in der Betriebshygiene wie unsaubere Maschinen gefolgt von Mängeln beim Hygienemanagement zum Beispiel fehlende Schulungen. In 21 Prozent der Fälle ging es um falsche Kennzeichnung und Aufmachung der Produkte.

Lebensmittel in Deutschland waren noch nie so sicher wie heute, sagte der Präsident des Bundesamtes, Helmut Tschiersky, am Donnerstag in Berlin bei der Vorstellung der Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung 2017. Eine große Herausforderung für die Lebensmittelüberwachung sei der virtuelle Lebensmittelhandel im Internet und "Fälschungen im großen Maßstab", so Tschiersky. So werde beispielsweise alter Thunfisch umgefärbt und als frisches Produkt in den Handel gebracht.

Die Kontrolleure untersuchten im vergangenen Jahr rund 370.500 Proben, wovon knapp 48.000 beanstandet wurden. Fast 60 Prozent der Verstöße betrafen dabei fehlende oder falsche Angaben auf den Verpackungen wie irreführende Beschriftungen oder sogenannte Mogelpackungen. In 15 Prozent der Fälle stießen die Kontrolleure auf gefährliche Keime in Wurst, Käse oder Salaten, in rund sieben Prozent wurden Zutaten geschönt oder nachgemacht.

Feinkostsalate, Rohwürste oder Räucherfisch

Ein großes Problem sieht das Bundesamt bei der Essenversorgung von Patienten und Heimbewohner in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen. Auf den Speiseplänen der Einrichtungen stünden häufig risikobehaftete Lebensmittel wie Feinkostsalate, Rohwürste oder Räucherfisch, kritisierte BVL-Präsident Tschiersky. Diese seien oft mit Keimen belastet und könnten bei empfindlichen Personengruppen schwere Infektionskrankheiten auslösen, warnte Tschiersky.

Nur zehn Prozent der im vergangenen Jahr untersuchten Alten- und Pflegeheime sowie Krankenhaus- und Kureinrichtungen verzichteten bei der Essensversorgung ihrer Patienten und Heimbewohner komplett auf solche Risikolebensmittel. Bereits im Jahr 2011 veröffentlichte entsprechende Handlungsempfehlungen des Bundesinstitutes für Risikobewertung waren nur knapp der Hälfte der kontrollierten Einrichtungen (45 Prozent) bekannt.

"Das Risiko besteht, am Essen zu erkranken"

"Es ist erschreckend, dass in so vielen Einrichtungen, in denen man gesund werden soll, das Risiko besteht, am Essen zu erkranken", sagte der Präsident des Bundesamts. Hier müsse das Bewusstsein für risikobehaftete Lebensmittel deutlich zunehmen, forderte er.

Nach Angaben des Bundesamtes fanden die Lebensmittelkontrolleure der Länder 2017 in jeder achten Probe streichfähiger Rohwurst (12,2 Prozent) Listerien-Bakterien, die schwere Erkrankungen auslösen können. 389 lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche wurden an das Robert Koch-Institut und das BVL gemeldet, darunter 49 Ausbrüche, deren Ursache sicher bestimmt werden konnte. Neun dieser Ausbrüche (18,4 Prozent) betrafen demnach Schulen, Kantinen und Pflegeheime.

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