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Zur vernetzten Wohnung passt in der Zukunft ein helfender Kleiderschrank. Foto: epd-Bild
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Leben in der vernetzten Wohnung

8. November 2018

Die Digitalisierung ist in der Sozialbranche voll angekommen. Das zeigt ein Rundgang auf Deutschlands größter Kongressmesse für die Sozialwirtschaft, der Nürnberger ConSozial.

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Zur vernetzten Wohnung passt in der Zukunft ein helfender Kleiderschrank. Foto: epd-Bild

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Nürnberg (epd). Innovative digitale Angebote wie "mitdenkende Wohnungen" für Senioren oder auch Pflegepflaster, die Druckgeschwüre erkennen, geben einen Vorgeschmack auf das Leben alter Menschen in der digitalen Zukunft. Am Messestand des Bielefelder Vereins KogniHome ist die "mitdenkende Wohnung KogniHome" zu sehen. Sie ist aus einer dreijährigen Forschungsförderung entstanden, berichtet Joanna Albrecht, die für den Verein die Beteiligten aus Industrie, Sozialunternehmen und Forschung koordiniert. Technische Assistenzsysteme helfen eingeschränkten Personen, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu bleiben.

Spiegel hat Termine und Wetter im Blick

In der vernetzten Wohnung - ausgestattet auch mit Kameras und Mikrofonen - hilft beispielsweise der intelligente Spiegel im Flur weiter. Dank Künstlicher Intelligenz (KI) erkennt er, ob es der Bewohner ist, der sich auf den Weg machen will, oder nur ein Besucher. Das Spiegelsystem ruft Daten vom digitalen Terminkalender ab, kombiniert sie mit der lokalen Wettervorhersage und schlägt dann passende Kleidung vor. Stimmt der Bewohner dem Vorschlag zu, wird etwa die graue Weste oder der blaue Regenmantel aus dem vernetzten Kleiderschrank automatisch zur offenen Schranktür transportiert. Kommt der Bewohner mit nasser Jacke zurück, kann er sie einfach auf den Bügel zurückhängen - im Schrank ist auch eine Trockenvorrichtung.

Zukünftig könnte auch eine künstliche Figur, der Avatar "Billie", in das KogniHome integriert werden. Billie ist ein weiteres Ergebnis aus einem Forschungsprojekt. Er könnte etwa den Bewohner dazu motivieren, die Enkel mal anzurufen, berichtet Albrecht, oder auch die Enkel zur Kontaktaufnahme anregen. Billie solle aber "keinen Menschen ersetzen, sondern nur zu Aktivität animieren". Ob und wann die mitdenkende Wohnung einmal bezahlbar auf den Markt kommt, kann Albrecht nicht sagen.

Sensoren gegen Druckgeschwüre

Viele digitale Einzellösungen finden sich in dem erstmals ausgerichteten Innovationspark auf der ConSozial. Unter den Social Start-ups, die hier ihre Ideen präsentieren, findet sich beispielsweise das Fürther Jungunternehmen MOIO mit dem intelligenten Pflegepflaster moio.care: Ein schmaler Streifen mit drei Sensoren wird auf den Rücken geklebt. Er liefert digitale Daten zur Prävention von Druckgeschwüren, erkennt und meldet Stürze und ermöglicht eine Ortung beispielsweise von verwirrten Personen. Das habe es in dieser Form noch nicht gegeben, sagt Janine Krappmann von MOIO.

Die "smarte Brille" des Münchner Softwareentwicklers "munevo" hilft Menschen, mit leichten Kopfbewegungen ihren Rollstuhl zu steuern. Dadurch können sie auf teure oder unkomfortable Lenksysteme verzichten, wenn die eigene Beweglichkeit weiter abnimmt. Die langwierige Zulassung als Medizinprodukt stehe bevor, eine erste Krankenkasse habe bereits die Finanzierung zugesagt, sagt munevo-Grüner Claudiu Leverenz.

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