hg
Buchtipp

Konrad Raiser
500 Jahre Reformation weltweit
Studienreihe Luther 7

zur Detailseite

Anzeige

Kultusministerkonferenz verurteilt AfD-Meldeportale

12. Oktober 2018

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat die Einrichtung von Meldeportalen gegen missliebige Lehrer durch die AfD verurteilt.

Anzeige

Berlin (epd). "Aus aktuellem Anlass wenden wir uns entschieden gegen Internetportale, in denen Schülerinnen und Schüler ihre Lehrkräfte wegen vermeintlicher parteipolitischer Einflussnahme denunzieren sollen", erklärte der amtierende KMK-Präsident, Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke), bei einem Treffen der Kultusminister am Donnerstagabend in Berlin. Das führe im Ergebnis zu einer "Vergiftung des Schulklimas".

Die AfD-Bürgerschaftsfraktion in Hamburg hatte im September ein Online-Portal mit dem Titel "Neutrale Schule" geschaltet, in dem Schüler Lehrer melden können, die sich politisch äußern. In Brandenburg, Berlin, Sachsen und Baden-Württemberg sollen ähnliche Plattformen eingerichtet werden. Auch die AfD-Fraktionen in Bayern, Bremen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt ziehen Berichten zufolge solche Meldeportale in Erwägung.

Alle Kinder und Jugendlichen erreichen

Der Deutsche Philologenverband hatte von der Kultusministerkonferenz gefordert, die Einrichtung von Meldeportalen gegen missliebige Lehrer zu unterbinden. "Das ist Denunziantentum und zerstört das Vertrauensverhältnis zwischen Schülern und Lehrern", sagte die Vorsitzende Susanne Lin-Klitzing der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag).

Die KMK verständigte sich zugleich auf eine Stärkung der Demokratie- und Menschenrechtsbildung an den Schulen. Schule sei die einzige gesellschaftliche Institution, in der alle Kinder und Jugendlichen erreicht werden können, sagte Holter. "Sie ist daher nicht nur ein Ort der demokratischen Wissensvermittlung, sondern insbesondere auch demokratischer Erfahrungsraum." Über alle Schulfächer hinweg sollten junge Menschen in ihrem Engagement für den demokratischen Rechtsstaat und gegen antidemokratische und menschenfeindlichen Haltungen gestärkt werden, sagte der Thüringer Bildungsminister.

Menschenwürde unverhandelbar

Die Kultusministerkonferenz verabschiedete den Angaben zufolge dazu eine Überarbeitung ihrer Empfehlungen "Demokratie als Ziel, Gegenstand und Praxis historisch-politischer Bildung und Erziehung in der Schule" sowie "Menschenrechtsbildung in der Schule". Eine besondere Herausforderung für Schulen seien ausgrenzende, menschenverachtende und antidemokratische Grundpositionen, hieß es.

"Zur Demokratiebildung gehört auch, zu vermitteln, dass es einen nicht verhandelbaren Kernbestand unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung gibt", sagte Holter. Dazu zählten die Menschenwürde, die Menschenrechte, Grundrechte, Pluralismus, Gewaltenteilung, Meinungsfreiheit und eine unabhängige Justiz. Mit den neuen KMK-Empfehlungen solle ein Beitrag geleistet werden, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu festigen, so Holter.

0

Leser-Kommentare öffnen

Bitte melden Sie sich erst an, um einen Kommentar zu verfassen
zum Login
Buchtipp
Buchtipp

Konrad Raiser
500 Jahre Reformation weltweit
Studienreihe Luther 7

zur Detailseite
Buchtipp

Konrad Raiser
500 Jahre Reformation weltweit
Studienreihe Luther 7

zur Detailseite
Per E-Mail empfehlen