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Zeitgleich zur Kirchenleitungssitzung demonstrierten etwa 100 Menschen am Montagabend vor dem Landeskirchenamt für den Verbleib Rentzings im Amt. Foto: epd-Bild
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Kirchenleitung entlässt Landesbischof Rentzing aus dem Amt

22. Oktober 2019

Der sächsische evangelische Landesbischof Carsten Rentzing scheidet vorzeitig aus dem Amt. Er stolperte über seine Biografie. Neuwahlen für das Bischofsamt sind für das Frühjahr 2020 geplant.

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Zeitgleich zur Kirchenleitungssitzung demonstrierten etwa 100 Menschen am Montagabend vor dem Landeskirchenamt für den Verbleib Rentzings im Amt. Foto: epd-Bild

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Dresden (epd). Der sächsische evangelische Landesbischof Carsten Rentzing scheidet zum 31. Oktober aus dem Amt. Das habe die Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen am Montag auf ihrer Sitzung in Dresden entschieden. Nach "langer und intensiver Beratung" sei beschlossen worden, das "Einvernehmen mit dem Bischof herzustellen", sagte der Synodalpräsident und stellvertretende Vorsitzende der Kirchenleitung, Otto Guse, am Montag nach der Sitzung in Dresden. Rentzing hatte am 11. Oktober seinen Rücktritt erklärt.

Erklärung Rentzings

In einer am Montag veröffentlichten Erklärung Rentzings hieß es: "Mein Amt zur Verfügung zu stellen, geschah aus eigener freier Entscheidung." Er sei "weder durch das Landeskirchenamt noch durch die Kirchenleitung unter Druck gesetzt worden". Allerdings habe er angesichts der öffentlichen Diskussion um seine Person keine Gewissheit, ob er "der Einheit der Landeskirche im Amt des Bischofs weiter dienen kann", hieß es.

Guse bedauerte den Rücktritt von Rentzing. "Ich habe selten einen so wunderbaren Geistlichen kennengelernt", sagte er. Er könne ihn aber "nicht zwingen, gegen seinen Willen Landesbischof zu sein".

Der als streng konservativ geltende Theologe Rentzing war in die Kritik geraten, seine als Student eingegangene Mitgliedschaft in einer schlagenden Verbindung lange verschwiegen zu haben. Zudem wurde öffentlich, dass er zwischen 1989 und 1992 Texte für die rechtskonservative Zeitschrift "Fragmente" verfasst hat. Mehrere Unterschriftenaktionen forderten den Verbleib des Bischofs im Amt. Rentzing war 2015 von der evangelisch-lutherischen Landessynode mit einer Stimme Mehrheit zum Bischof gewählt worden.

Was aus der aktuellen Situation der Landeskirche zu lernen sei, darüber wolle die Synode schon am 2. November auf einer Sondersitzung beraten, die aus formalen Gründen als erweiterte Präsidiumssitzung anberaumt wurde, sagte Guse. Zu klären seien unter anderem Fragen der "medialen Präsenz von Personen" sowie Begrifflichkeiten, "was rechtsextrem und was ein wertorientierter Christ ist".

Sondersynode zur Bischofswahl

Für die Neuwahl einer neuen Bischöfin oder eines neuen Bischofs ist für den 29. Februar und 1. März 2020 eine Sondersynode angesetzt. In welcher Form künftig Biografien von Bischofskandidatinnen und -kandidaten überprüft werden, das sei noch offen, sagte Guse.

Wie der Präsident des Landeskirchenamtes, Hans-Peter Vollbach, sagte, wolle sich Carsten Rentzing in einer der folgenden Wochen nochmals öffentlich äußern. Zugleich betonte er, alle Kirchenmitglieder seien dazu aufgerufen, an der Einheit der Kirche mitzuarbeiten. "Da sind auch Kompromisse nötig, aber anders geht es nicht", sagte Vollbach. Zeitgleich zur Kirchenleitungssitzung hatten etwa 100 Menschen am Montagabend vor dem Landeskirchenamt für den Verbleib von Rentzing demonstriert.

Rentzing will sich den Angaben zufolge nach seinem Urlaub noch mal öffentlich äußern. Seine beiden Amtsvorgänger hatten am Montag in einer Erklärung zur Einheit der Kirche aufgerufen. Ohne den nötigen inhaltlichen Auseinandersetzungen auszuweichen, müsse das Bemühen um Frieden und Versöhnung leitend sein, betonten die früheren sächsischen Landesbischöfe, Volker Kreß und Jochen Bohl.

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Leser-Kommentare öffnen

ellybe, 22. Oktober 2019, 12:27 Uhr


Es ist und tut gut zu lesen, was "der Synodalpräsident und stellvertretende Vorsitzende der Kirchenleitung, Otto Guse" über Bischof Rentzing gesagt hat: "Ich habe selten einen so wunderbaren Geistlichen kennengelernt".
Dies wirft ein bezeichnendes Licht auf die Gegner des Bischofs. Ich denke, es wird Zeit, dass diesen meinungsdiktatorischen Kräften der nötige Widerstand entgegen gebracht wird, damit endlich wieder alle Christen in unseren Landeskirchen zu Wort kommen können, ohne diskriminiert zu werden, wenn ihre Meinungen. Überzeugungen und Vorstellungen von Kirche nicht dem so genannten Mainstream entsprechen.
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ellybe, 24. Oktober 2019, 11:23 Uhr


Die Protestaktionen gegen die Herren Lucke und de Maiziére in Hamburg und Göttingen sind genauso eine Bedrohung für unseren freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat wie die Kampagne gegen Bischof Rentzing in Sachsen. Ich vermisse in dieser Hinsicht das deutliche Engagement der Redaktion von UNSERE KIRCHE.

Sara Schäfer, 26. Oktober 2019, 10:51 Uhr


Guten Morgen,

hier auf der Homepage finden Sie seit heute den Kommentar unseres Chefredakteurs Gerd-Matthias Hoeffchen aus der Printausgabe 43/2019:
https://unserekirche.de/artikel/2019/44/unausweichlich/

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Wochenende!
Herzliche Grüße,
Sara Schäfer von UK-Online
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ellybe, 27. Oktober 2019, 8:41 Uhr


Sehr geehrte Frau Schäfer, ich bin Ihrer Empfehlung gefolgt und habe den Kommentar von Herrn Hoeffchen gelesen und werde dort auch darauf eingehen.
An dieser Stelle möchte ich aber mein großes Erschrecken darüber kundtun, in welcher Weise der obige epd-Artikel in die Printausgabe von UNSERE KIRCHE von diesem Wochenende (Nr. 44) übernommen worden ist. Darin wurde nämlich nicht nur der letzte Abschnitt weggelassen, den ich für nicht unwesentlich halte - viel schlimmer ist, dass die (von mir in meinem obigen ersten Kommentar angesprochene) sehr positive Aussage von Herrn Guse über Bischof Rentzing herausgestrichen wurde. Statt dessen wurde eine Formulierung, die hier auf der Homepage erst am Anfang des nächsten Abschnitts steht, in den Satz "Guse bedauerte den Rücktritt von Rentzing." eingearbeitet: "Guse bedauerte den Rücktritt des als streng konservativ geltenden Theologen." Danach Weglassen der positiven Aussage "Ich habe selten einen so wunderbaren Geistlichen kennengelernt". Dies kann ich nur als tendenziös bezeichnen.
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