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Kirchenbünde lehnen Nahost-Plan von Trump ab

29. Januar 2020

Der Weltkirchenrat und der Lutherische Weltbund üben scharfe Kritik an dem Konzept der US-Regierung für eine Friedensregelung zwischen Israelis und Palästinensern. Der Plan ignoriere UN-Beschlüsse.

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Genf (epd). Der Weltkirchenrat und der Lutherische Weltbund (LWB) kritisieren den von der US-amerikanischen Regierung vorgelegten Nahost-Plan. Der Plan sei keine reale, nachhaltige und gerechte Lösung, sondern ein Ultimatum, erklärte der Generalsekretär Weltkirchenrates, Olav Fykse Tveit, am Mittwoch in Genf. Er forderte die Regierungen anderer Staaten auf, dem Konzept nicht zuzustimmen.

Der US-Plan sei ohne eine Beteiligung der betroffenen Palästinenser erstellt worden, und mit ihm würden die Vorgaben Israels verfolgt. Ziel eines nahöstlichen Friedensprozesses müsse eine faire Zweistaaten-Lösung sein, die einen lebensfähigen und unabhängigen Staat Palästina beinhalte.

Verhandlungen und Kooperation angemahnt

Der Lutherische Weltbund erklärte, dass Frieden nie einseitig verhängt werden könne. LWB-Präsident Panti Filibus Musa und LWB-Generalsekretär Martin Junge betonten, nachhaltiger Friede entstehe aus respektvollem Dialog, Verhandlungen und Kooperation zwischen den Konfliktparteien.

US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag seinen lange angekündigten Plan für einen Frieden zwischen Israelis und Palästinensern vorgelegt. Trump zufolge würden beide Seiten von dem Vorschlag profitieren. Zwar ist darin eine Zweistaatenlösung vorgesehen, laut Experten wird in dem Plan allerdings das seit langem geplante Ziel eines vollwertigen Palästinenser-Staates aufgegeben. Die Rede ist unter anderem auch von einer Entwaffnung der Palästinenser. Die palästinensische Führung wies den US-Vorschlag umgehend zurück.

Verweis auf internationales Recht

Der Lutherische Weltbund erklärte dazu, der Plan ignoriere fundamentale Prinzipien des internationalen Rechts, der Menschenrechte sowie von Erklärungen der UN-Generalversammlung und des UN-Sicherheitsrates. Damit werde ein gefährlicher Weg für die Zukunft beschritten.

Der LWB rief die Staatengemeinschaft dazu auf, sich weiter für die Achtung internationaler Gesetze, für multilaterale Kooperationen und Verhandlungen einzusetzen. Das sei der einzige Weg zu Sicherheit und einem anhaltenden Frieden. Zudem verlangte der LWB sofortige Maßnahmen, um humanitäres Leid im Westjordanland und im Gazastreifen zu beenden.

Die rund 150 Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes wurden dazu aufgerufen, für Frieden im Heiligen Land zu beten und entsprechende Verhandlungen zu unterstützen. Der LWB wurde 1947 gegründet. Ihm gehören mehr als 75,5 Millionen Christinnen und Christen an. Im 1948 gegründeten Weltkirchenrat sind 350 Kirchen vereint, die mehr als 500 Millionen Gläubige repräsentieren.

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Leser-Kommentare öffnen

Alwite, 30. Januar 2020, 8:40 Uhr


Danke an die Kirchenbünde, es war ganz genau meine erschreckte Reaktion, als ich Tramps Beschluss zum ersten mal vernahm.
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Schallblech, 30. Januar 2020, 17:20 Uhr


Liebe Alwite, schon als Tramp ankündigte, einen Plan für Palästina zu haben, war Erschrecken meine Reaktion. Mir war von vorneherein klar, zu wessen Gunsten das ausgeht. Es steht ein Wahlkampf bevor, und die amerikanischen Juden sind eine überaus starke Lobby, die der unsägliche Präsident für sich gewinnen will.
Trump und Netanjahu - zwei Staatschefs, ein Kaliber. Wann müssen sie sich endlich für ihren Amtsmißbrauch verantworten? Wann werden sie von ihren Ländern endlich des Amtes enthoben und vor Gericht gestellt?
Ich hoffe, daß die Palästinenser Ruhe bewahren und sich nicht zu einer dritten Intifada hinreißen lassen.

Und, nein, ich bin nicht antisemitisch eingestellt und der Lutherische Weltbund auch nicht!

Alwite, 30. Januar 2020, 18:21 Uhr


Sorry, da habe ich mich etwas ungeschickt ausgedrückt, aber genau das meinte ich u.a. und noch einiges mehr.
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