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Der Entwurf für das geplante "Reformationsfenster" in der Marktkirche Hannover. Foto: epd-Bild
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Kirche erwartet Kontroversen über von Schröder gestiftetes Fenster

27. April 2018

Die evangelische Marktkirche in Hannover rechnet mit kontroversen Diskussionen über das geplante Buntglasfenster, das Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) der Kirche schenken will.

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Der Entwurf für das geplante "Reformationsfenster" in der Marktkirche Hannover. Foto: epd-Bild

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Hannover (epd). "Wir hoffen, dass die Hannoveraner dieses Fenster am Ende mögen und schätzen und vielleicht sogar lieben", sagte Marktkirchen-Pastorin Hanna Kreisel-Liebermann am Freitag bei der Vorstellung des Entwurfs. "Wir wünschen uns, dass die Diskussionen auf hohem Niveau geführt werden."

Schröder hatte angekündigt, der Marktkirche ein rund 13 Meter hohes Buntglasfenster zu schenken. Allein die Kosten für Material, Herstellung und Einbau, werden auf rund 100.000 Euro geschätzt. Entworfen wurde das "Reformationsfenster" von dem Maler, Grafiker und Bildhauer Markus Lüpertz (76), einem persönlichen Freund Schröders. Lüpertz gehört zu den bekanntesten deutschen Künstlern der Gegenwart.

Motiv zeigt große Fliegen

Sein Entwurf zeigt unter anderem mehrere große Fliegen, die über die Bildfläche zu krabbeln scheinen. Dies könne als Symbol für Sünde und Vergänglichkeit gedeutet werden, sagte der Kunsthistoriker und frühere Leiter des Sprengel-Museums in Hannover, Ulrich Krempel. In der biblischen Symbolik sei der "Beelzebub" der "Herr der Fliegen" und stehe für das Böse. Offenbar wolle der Künstler den Hinweis geben, dass der Mensch immer von der Sünde umgeben ist: "Die Fliegen sind immer nah und präsent."

Zudem zeigt das Fenster eine große weiße Gestalt mit zum Segen erhobenen Händen, ein Gerippe als Zeichen des Todes, ein Tintenfass und Schriftspuren als Hinweis auf die Reformation sowie Kreuzzeichen. "Das Fenster wird die Atmosphäre in der Kirche verändern", sagte Krempel. Regionalbischöfin Petra Bahr betonte, in der Theologie sei lange nicht mehr über das Böse geredet worden. "Und das gibt uns dieses Bild jetzt auf." Das Verhältnis von moderner Kunst und Kirche sei immer noch spannungsreich.

Ein Freund übernimmt das Honorar

Zur Finanzierung des Fensters will Schröder Vortragshonorare von Verbänden und Unternehmen in Deutschland weitergeben. Das Honorar für den Künstler werde ein persönlicher Freund des Altkanzlers zahlen, erläuterte der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Reinhard Scheibe.

Schröder habe seiner Stadt als Ehrenbürger von Hannover ein Geschenk machen wollen und dafür die Marktkirche ausgewählt. Dafür sei die Gemeinde sehr dankbar. Bevor das Fenster bei einer Kunstglas-Manufaktur in Auftrag gegeben wird, müssen Denkmalpfleger beurteilen, ob das Werk in die spätmittelalterliche Kirche passt. Das letzte Wort hat jedoch die hannoversche Landeskirche.

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Leser-Kommentare öffnen

Alwite, 27. April 2018, 18:45 Uhr


Dies Geschenk an die Kirche von Gerhard Schröder erstaunt mich in der Tat und stimmt mich sehr nachdenklich.
War er doch 1998 der erste Kanzler, der beim Amtseid auf Gottes Hilfe verzichtete und so weit mir bekannt, befanden sich in seinem Kabinett die bisher meisten Minister, die ebenfalls nicht auf die Bibel schworen.
Sein Parteifreund Helmut Schmidt unterschied sich: „Ich hatte keinerlei Gewissenszweifel, den Amtseid unter Anrufung Gottes zu schwören; jedoch bezweifle ich, dass Martin Luther oder der Vatikan mich als Christen anerkennen würden. Und doch begnete ich dem Ehepaar Schmidt völlig unauffällig, nicht nur einmal in Gottesdiensten.

Ist das Geschenk ohne Gegenleistung gemeint?


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