hg
Bild vergrößern
Ursula von der Leyen Foto: epd-Bild
Buchtipp

Matthias Hoof
Mose lebt in Bielefeld
Bibelgeschichten heute

zur Detailseite
Buchtipp

Vio Mütter
Der Notfall namens Jesus

zur Detailseite

Anzeige

Keine Journalistenfragen bei Besuch von der Leyens in Sofia

4. September 2019

Beim Antrittsbesuch der künftigen EU-Kommissionspräsidentin in Bulgarien waren die Mikrofone an den Journalistenpulten verschwunden. Die Medien reagieren irritiert.

Bild vergrößern
Ursula von der Leyen Foto: epd-Bild

Anzeige

Sofia, Brüssel (epd). Der Antrittsbesuch der künftigen Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen (CDU), in Sofia hat bei bulgarischen Journalisten zu Irritationen geführt. Während von der Leyens Pressekonferenz mit dem bulgarischen Ministerpräsidenten Bojko Borissow am 29. August waren die Mikrofone der für Journalisten vorgesehenen Sprechpulte demontiert. Die Pressestelle der bulgarischen Regierung erklärte dazu, auf Anregung des Stabs von Ursula von der Leyen sei vereinbart worden, nach den Statements keine Fragen zuzulassen. Ein Sprecher von der Leyens bestätigte auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) diese grundsätzliche Absprache, bezeichnete die Entfernung der Mikrofone aber als "Missverständnis".

Bulgarische Medien kommentierten kritisch, dass die künftige EU-Kommissionspräsidentin ihre Gastgeber in dem EU-Land mit der schlechtesten Medienfreiheitssituation dazu anhalte, journalistische Fragen zu unterbinden. In der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit der Organisation "Reporter ohne Grenzen" steht Bulgarien derzeit auf Platz 111 von 180 Ländern. Regierungschef Borissow erklärte zu dem Vorfall, man habe vermeiden wollen, "dass Frau von der Leyen in eine unangenehme Situation" gerate.

"Eher Folge eines Missverständnisses"

Jens Flosdorff, Sprecher von der Leyens bei der EU-Kommission, sagte dem epd, er verstehe die Irritation der bulgarischen Pressevertreter gut. Für ihn sehe die Entfernung der Mikrofone "aber eher nach der Folge eines Missverständnisses aus als nach einer bewussten Einschränkung der Pressefreiheit". Die Pressekonferenz in Sofia habe dem Format der bisherigen Besuche der designierten Kommissionspräsidentin in Frankreich, Polen, Kroatien, Italien und Spanien entsprochen. Wegen der begrenzten Zeit werde generell das "Format einer kurzen Presseerklärung ohne anschließendes Fragen und Antworten gewählt". Dieses Format sei "ein im nationalen wie im internationalen Kontext gängiges".

Zudem gebe es nach wie vor keine abschließenden Entscheidungen zur Zusammensetzung der neuen EU-Kommission, die bei einer solchen Gelegenheit mitgeteilt werden könnten, sagte Flosdorff. Wenn von der Leyen ihr Team zusammengestellt habe, werde sie dies "in voller Transparenz im Presseraum der EU-Kommission präsentieren und sich die Zeit nehmen, die vielen Fragen zu beantworten, die Journalisten haben werden".

Der EU-Kommission sei nicht bekannt, "von welcher Seite oder wann in Sofia die Frage mit den Mikrofonen aufkam", erklärte Flosdorff. Die Kommission habe lediglich den Wunsch geäußert, dasselbe Presseformat wie in den anderen Hauptstädten zu realisieren. Dort seien stets Mikrofone im Raum gewesen, was in der Praxis aber nicht dazu geführt habe, dass Pressekollegen noch viele Fragen gestellt hätten. Flosdorff war bis Juli unter von der Leyen Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums und wechselte kürzlich mit ihr nach Brüssel. Er gilt als langjähriger Vertrauter der CDU-Politikerin, die ab November die EU-Kommission führen wird.

1

Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 5. September 2019, 8:59 Uhr


Toller Start :-(
Unangenehme Situationen zu meistern gehört zu den Pflichten eines öffentlichen Amtes. Außerdem kennt sich Frau v.d.L. ja bestens mit noch viel unangenehmeren Situationen aus. Ausgerechnet in einem Staat, der nicht viel von Pressefreiheit hält, ein solches Zeichen zu setzen, zeugt nicht nur von mangelnder Sensibilität, sondern vor allem von Arroganz. Ein kurzes: "Es handelt sich hier um eine kurze Presseerklärung ohne Rückfragen, bitte haben Sie Verständnis" wäre besser angekommen. Auch, wenn die Initiative zur Entfernung der Mikros von Sofia ausging: Wozu reist diese Frau mit einem riesigen, teuren Stab?
Bitte melden Sie sich erst an, um eine Antwort zu verfassen
zum Login
Bitte melden Sie sich erst an, um einen Kommentar zu verfassen
zum Login
Buchtipp
Buchtipp

Vio Mütter
Der Notfall namens Jesus

zur Detailseite
Buchtipp

Matthias Hoof
Mose lebt in Bielefeld
Bibelgeschichten heute

zur Detailseite
Buchtipp

Vio Mütter
Der Notfall namens Jesus

zur Detailseite
Per E-Mail empfehlen