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Auch künftig planen Verlage neue Print-Digital-Angebote.
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Jeder zweite Zeitschriftenverlag plant 2018 neue Digital-Angebote

13. März 2018

Das Digitalgeschäft wird auch für die Zeitschriftenverlage immer wichtiger. Jeder Zweite will in diesem Jahr mit neuen Online-Produkten auf den Markt gehen.

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Auch künftig planen Verlage neue Print-Digital-Angebote.

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Berlin (epd). Die Digitalisierung schreitet auch in der Zeitschriftenbranche deutlich voran. Fast die Hälfte der Verlage plant im laufenden Jahr neue redaktionelle Digital-Angebote, wie der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Stephan Scherzer, am Dienstag in Berlin sagte. Neue Printprodukte kommen nach seinen Angaben in der Regel sofort mit digitalen Begleitangeboten auf den Markt, etwa mit einer Service-App. Besonders wichtig seien dabei Medien für das Smartphone.

Dank neuer Tätigkeitsfelder konnten die Verlage laut VDZ die Rückgänge im Anzeigen- und Vertriebsgeschäft auffangen und das Geschäftsjahr 2017 mit knapp 15 Milliarden Euro Umsatz bei rund 60.000 Mitarbeitern auf Vorjahreshöhe abschließen. Ein erfolgreiches Geschäftsfeld seien etwa Konferenzen, bei denen sich Leser eines Fachmagazins mit der Redaktion vernetzen könnten, erläuterte Scherzer.

Mehr Risiko

Für 2018 erwarten die Verlage, dass der Umsatzanteil des bislang profitabelsten Bereichs Print um zwei Prozentpunkte auf 55 Prozent sinkt, während die Anteile von Digital (21,5 Prozent) und anderen Geschäftsfeldern (23,5 Prozent) weiter wachsen. Die zentrale Umsatzquelle blieben die Bezahlinhalte. Im Unterschied zu früher halte aber der Verleger heute mit den diversen Angeboten "viel mehr Bälle in der Luft". Das bedeute auch mehr Risiko.

Die Verlage rechnen 2018 dennoch erneut mit einem stabilen Geschäft. Nach Angaben des Verbands lesen 94 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung und 87 Prozent der Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren Zeitschriften. Bei insgesamt 1,7 Milliarden verkauften Publikumszeitschriften kaufe theoretisch jeder Einwohner in Deutschland 20 Magazine im Jahr.

Unter den 5.600 regelmäßig erscheinenden Titel seien die mehr als 4.000 Fachzeitschriften das "stabile Rückgrat der deutschen Zeitschriftenbranche". 2017 seien 90 neue Magazine herausgegeben und 37 eingestellt worden.

Kritik am Netzwerkdurchsetzungsgesetz

Besorgt äußerte sich Scherzer über Einschnitte bei der Pressefreiheit auch in einigen europäischen Ländern. "Pressefreiheit schützt die Meinungsfreiheit jedes Einzelnen", betonte er. Gleichzeitig kritisierte er das umstrittene Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) als "unnötig", das soziale Netzwerke zu einem schärferen Vorgehen gegen strafbare Inhalte im Netz verpflichtet, und seit 1. Januar in vollem Umfang gilt.

Von der Bundesregierung erwartet der Verband, dem rund 500 Verlage angehören, zudem Unterstützung im Hinblick auf neue EU-Datenschutzregelungen, derentwegen die Verlage mit Umsatzverlusten bei digitaler Werbung in dreistelliger Millionenhöhe rechnen. Dies komme vor allem Konzernen wie Google, Facebook und Amazon zugute, die bereits den Großteil der Online-Werbeerlöse auf sich vereinten.

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