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Grütters weist türkische Vorwürfe gegen Deutsche Welle zurück

12. Juli 2019

Eine türkische Denkfabrik warf der Deutschen Welle vor, einseitig und parteiisch zu berichten. Kulturstaatsministerin Monika Grütters wies die Vorwürfe nun zurück.

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Kulturstaatsministerin Monika Grütters (Archivbild) Foto: epd-Bild

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Berlin (epd). Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat die von einer türkischen Denkfabrik erhobenen Vorwürfe gegen die Deutsche Welle (DW) zurückgewiesen. Der Hörfunksender trete mit objektivem und unabhängigem Qualitätsjournalismus weltweit für demokratische Werte und für die Wahrung fundamentaler Menschenrechte ein, erklärte Grütters am Donnerstagabend in Berlin. Unabhängige Berichterstattung müsse gerade auch gegenüber staatlichen Institutionen unbequem sein können. Die als regierungsnah geltende türkische Stiftung Seta hatte der Deutschen Welle und anderen Medien einseitige und "ideologische" Berichterstattung über die Türkei vorgeworfen.

In der Studie werden laut DW vor allem die Berichterstattung über den Putschversuch 2016, den Kampf gegen die verbotene kurdische Organisation PKK, die Wirtschaftskrise, den Bau des Flughafens in Istanbul und die Offensive der türkischen Armee in Nordsyrien kritisiert. Neben dem Sender DW Türkisch stehen auch die britische BBC Türkisch, die US-amerikanische Voice of America sowie der russische Sender Sputnik und der paneuropäische Fernsehsender Euronews im Fokus.

Bericht lese sich teils wie eine Anklageschrift

Journalisten der fünf Auslandssender - darunter 15 DW-Redakteure - würden einseitig und parteiisch berichten, zitiert die Deutsche Welle die Stiftung. Der rund 200 Seiten lange Bericht lese sich teils wie eine Anklageschrift. Den Journalisten werde eine Nähe zur linksgerichteten prokurdischen HDP unterstellt. Wer zum Beispiel über die schlechte Wirtschaftslage schreibe, der werde bezichtigt, die türkische Regierung schlecht darstellen zu wollen, hieß es. Wer einen in der Türkei inhaftierten Reporter oder Politiker interviewe, werde vorgeworfen, dessen Fan zu sein. Wer die Ansichten einer Oppositionspartei widerspiegele, stecke aus Sicht der Autoren mit ihr unter einer Decke.

"Wenn inhaltliche Auseinandersetzungen in persönliche Angriffe übergehen, indem Lebensläufe, scheinbare ideologische Ansichten und private Posts von Journalisten der Deutschen Welle, Voice of America, BBC und Euronews veröffentlicht werden, wird diese Unabhängigkeit journalistischer Arbeit massiv gefährdet und ein Demokratieverständnis offenbart, das die Meinungs- und Pressefreiheit geradezu mit Füßen tritt", erklärte dazu die Bundeskulturstaatsministerin Grütters. Sie werde sich gemeinsam mit Kulturministern in der EU engagiert für den Schutz von Journalistinnen und Journalisten und die Verteidigung der Presse- und Meinungsfreiheit einsetzen.

Die Studie mit dem Titel "Der verlängerte Arm internationaler Medienorganisationen in der Türkei" war am vergangenen Wochenende veröffentlicht worden. Die Deutsche Welle hatte die Vorwürfe umgehend als "nicht hinnehmbar" zurückgewiesen.

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