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Gericht verkündet Urteil zu «Kohl-Protokollen» im März

8. Dezember 2016

Das Landgericht Köln will am 2. März nächsten Jahres über den Rechtsstreit zwischen Helmut Kohl und seinem ehemaligen Ghostwriter Heribert Schwan urteilen.

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Köln (epd). In einer Verhandlung am Donnerstag bekräftigten die Richter ihre Auffassung, dass Kohl grundsätzlich Schadensersatz wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte zustehe, wie eine Gerichtssprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. Kohl fordert von dem Autor fünf Millionen Euro.

Kohl streitet sich vor dem Landgericht derzeit in drei zivilrechtlichen Verfahren mit Schwan. Neben dem Schadensersatz fordert die Klägerseite auch die Herausgabe von Tonbändern und eine Unterlassung konkreter Zitate. In allen drei Verfahren solle die Entscheidung am 2. März verkündet werden, sagte die Sprecherin. Die Richter hatten den Schadensersatzanspruch von Kohl bereits im August grundsätzlich anerkannt. Die Klägerseite war jedoch aufgefordert worden, zu der geforderten Summe von fünf Millionen Euro nähere Angaben zu machen.

Mit Ghostwriter überworfen

In dem 2014 erschienenen Buch "Vermächtnis - die Kohl-Protokolle" hatte Schwan ausführlich aus Tonband-Aufnahmen zitiert, die Kohl für seine Memoiren angefertigt, aber nie freigegeben hatte. Im vergangenen Jahr hatte der 86-jährige Altkanzler bereits per einstweiliger Verfügung gerichtlich feststellen lassen, dass die Zitate nicht hätten verwendet werden dürfen. Das Buch darf seither nicht mehr in der ursprünglichen Form verbreitet werden. Bereits an den Buchhandel ausgelieferte Exemplare sind von der Entscheidung jedoch nicht betroffen.

Kohl und Schwan hatten 1999 mit einem Verlag jeweils eigene, aber aufeinander abgestimmte Verträge zur Erstellung von Kohls Memoiren geschlossen. In den Jahren 2001 und 2002 traf sich Kohl an über 100 Tagen für Interviews mit seinem Ghostwriter. So kamen rund 630 Stunden Tonmaterial auf insgesamt 200 Tonbändern zusammen. Kohl überwarf sich jedoch vor der Veröffentlichung des vierten Memoiren-Bandes mit Schwan. Seitdem der Altkanzler nur noch eingeschränkt sprechen kann, gelten die Tonbänder als besonderes zeitgeschichtliches Dokument.

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