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Im November 2016 hat Papst Franziskus Stephen Hawking bei einer Audienz empfangen.
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Genie und Medienstar: Stephen Hawking ist tot

14. März 2018

Er war der wahrscheinlich berühmteste Astrophysiker der Welt, seine "Kurze Geschichte der Zeit" wurde ein Millionen-Bestseller. Nun ist der geniale Wissenschaftler, den eine schwere Krankheit in den Rollstuhl zwang, im Alter von 76 Jahren gestorben.

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Im November 2016 hat Papst Franziskus Stephen Hawking bei einer Audienz empfangen.

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Hamburg, Cambridge (epd). "Ich bin ein zufriedener, glücklicher Mensch", schrieb Stephen Hawking vor fünf Jahren in seiner Autobiografie. Dabei wurde bei ihm schon vor 55 Jahren die tückische ALS-Krankheit diagnostiziert - Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), ein unheilbares Leiden mit Rückbildung der Muskulatur und des Nervenssystems. Seit 1970 saß er im Rollstuhl, 1985 verlor er seine Stimme. Doch das hinderte ihn nicht, einer der berühmtesten Astrophysiker der Welt zu werden. Am Mittwoch starb er im Alter von 76 Jahren, wie die Universität Cambridge mitteilte.

Hawking hielt Vorträge, schrieb internationale Bestseller und kommentierte das aktuelle politische Geschehen - oft mit provozierenden Thesen. Die Suche nach intelligentem, außerirdischem Leben lohne sich durchaus, unkte er wiederholt. Denn es sei fraglich, ob es dies auf dem Planeten Erde gebe. Dass die Weltgemeinschaft dem Bürgerkrieg in Syrien tatenlos zuschaue, nannte er mehrfach eine "Abscheulichkeit".

Als das britische Oberhaus über Sterbehilfe diskutierte, trat Hawking vehement dafür ein, dass jeder Mensch das Recht habe, sein Leben beenden zu dürfen - er selbst tat es nicht. Ende November 2016 hatte er eine Privataudienz bei Papst Franziskus, Hawking war Mitglied der päpstlichen Akademie der Wissenschaften.

Aus London geflohen

Geboren wurde er am 8. Januar 1942 in Oxford. Hawkings Eltern waren kurz zuvor aus London geflüchtet, um den deutschen V2-Raketen zu entgehen. Die Mutter war Wirtschaftswissenschaftlerin, der Vater Tropenmediziner. Stephen sollte als ältester Sohn in seine Fußstapfen treten, hatte aber wenig Lust zur Biologie. Er spielte Fußball, bastelte Rechenmaschinen aus Elektroschrott und erfand Brettspiele. Er war ein mittelmäßiger Schüler, aber gut in Mathematik. Die Aufnahmeprüfung in Oxford bestand er mit Auszeichnung.

Anfangs deutete nichts auf gesundheitliche Beschwerden hin. Hawking studierte theoretische Physik mit dem Schwerpunkt Kosmologie. Im Ruderclub der Universität wurde er Steuermann im Oxford-Achter. Doch parallel zum Examen 1962 ("sehr gut") zeigten sich bei dem nach Cambridge gewechselten Doktoranden erste Muskelbeschwerden. 1963 diagnostizierten die Ärzte ALS.

Trotz ungünstiger gesundheitlicher Prognosen heiratete Hawking 1965 und bekam drei Kinder. Ab Ende der 60er Jahre beschränkte der Rollstuhl seinen Wirkungskreis. Gemeinsam mit dem Physiker Roger Penrose arbeitete er an Urknall-Theorien über den Anfang von Raum und Zeit. In den 70er Jahren wandte er sich den Schwarzen Löchern zu und konnte zeigen, dass sie einen Rest von Strahlung abgeben. Diese 1974 veröffentlichte "Hawking-Strahlung" brachte ihm Weltruhm ein.

1979 wurde Hawking in Cambridge mit dem Lukasischen Lehrstuhl für Mathematik betraut, den einst auch Isaac Newton (1643-1727) innehatte. In den 80er Jahren entwickelte er die Idee eines grenzenlosen Universums ohne Rand und ohne Anfang. Zugleich begann er eine beispiellose Karriere als Medienstar: Für die Rechte an einem populären Astronomiebuch zahlte ein Verlag in New York 250.000 US-Dollar. Das Buch erschien im April 1988: "Eine kurze Geschichte der Zeit". Es wurde in mehr als 40 Sprachen übersetzt und erreichte eine Auflage von weltweit über zehn Millionen Exemplaren.

Augen dirigierten Sprachcomputer

Vorträge, Interviews, TV-Auftritte und Titelgeschichten internationaler Magazine folgten. Hawking spielte in einer "Star Trek"-Folge mit und absolvierte einen Parabel-Flug in der Schwerelosigkeit. 1993 erschien "Einsteins Traum", 2001 "Das Universum in der Nussschale", 2010 "Der große Entwurf" und 2013 seine Autobiografie "Meine kurze Geschichte".

Gesundheitlich verlief die Entwicklung entgegengesetzt. 1985 bekam Hawking eine Lungenentzündung und drohte zu ersticken. Der rettende Luftröhrenschnitt kostete ihn die Stimme. Seitdem kommunizierte der Physiker mit einem Sprachcomputer, den er anfangs noch mit zwei Fingern bewegen konnte. Später dirigierte er ihn mit den Augen.

Gerühmt wird der Humor des Genies mit dem Handicap. Sein rasanter Fahrstil fehlt in keiner Biografie. Auch andere Professoren hätten Lehrstühle, aber seiner sei motorisiert, hatte er mal gewitzelt. Und nie sei er in Versuchung gekommen, seine Zeit mit Joggen oder Golfspielen zu vertrödeln.

Die Behinderung habe seine wissenschaftliche Arbeit "nicht wesentlich beeinträchtigt", schrieb Hawking über sich selbst. "Ich brauchte keine Vorlesungen zu halten und keine Studienanfänger zu unterrichten." Auch an "langweiligen und zeitraubenden Institutssitzungen" habe er nicht teilnehmen müssen. Behinderte Menschen, schrieb er, sollten sich "auf die Dinge konzentrieren, die ihnen möglich sind, statt solchen hinterherzutrauern, die ihnen nicht möglich sind".

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