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Zentraler Eröffnungsgottesdienst zum Kirchentag in Dortmund Foto: epd-Bild
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Generationen im Dialog

19. Juni 2019

Tausende Menschen kamen bei bestem Wetter zu den drei Eröffnungsgottesdiensten des evangelischen Kirchentags in Dortmund. Kirchentagspräsident Hans Leyendecker rief dazu auf, gegen Nationalismus und Misstrauen Gottvertrauen zu setzen.

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Zentraler Eröffnungsgottesdienst zum Kirchentag in Dortmund Foto: epd-Bild

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Dortmund (epd). Am Ostentor steht alles still. Statt Blechschlangen bewegt sich am Mittwochabend eine lange Reihe grüner Luftballons auf die große Kreuzung östlich der Innenstadt zu, getragen von jugendlichen Helfern des evangelischen Kirchentags. In der Mitte, wo eine große runde Bühne aufgebaut ist, treffen sich die Luftballons und bilden ein Kreuz. "Für gewöhnlich musst du hier sehen, wie du rüber kommst, und höllisch aufpassen, dass du nicht unter die Räder gerätst", sagt die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, in ihrer Predigt im Eröffnungsgottesdienst vor rund 25.000 Besuchern. "Und wir? Feiern Gottesdienst, mittendrin, hören Worte, Klänge, Stille statt Motorenlärm, singen und beten."

Und das bei bestem Wetter. Der Gottesdienst am Ostentor war der größte von drei Freiluft-Gottesdiensten, mit denen der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag in Dortmund eröffnet wurde. Das befürchtete Unwetter blieb zunächst aus, die Regenschirme, die viele Teilnehmer wohlweislich mitgebracht hatten, wurden kurzerhand zu Sonnenschirmen umfunktioniert. Und die grünen Schals, an denen man in Dortmund in diesen Tagen Kirchentagsbesucher schon von weitem erkennt, wurden mal zum Kopftuch, mal zum Schweißband.

Wie nach Hause zu kommen

Insgesamt 118.000 Menschen erwarten die Veranstalter bis Sonntag auf dem Dortmunder Kirchentag, der unter der Losung "Was für ein Vertrauen" steht. Unter den knapp 2.400 Veranstaltungen sind thematische und geistliche Veranstaltungen sowie Bibelarbeiten und Konzerte. Ein Glaubensfest, aber auch eine politische Veranstaltung solle der Kirchentag sein, hatte Kirchentagspräsident Hans Leyendecker bereits auf der Eröffnungspressekonferenz betont.

Das drückte sich auch in seinen Eröffnungsworten im Gottesdienst aus. Ein Kirchentag sei für langjährige Besucher wie nach Hause zu kommen, sagte der Journalist. "Heimat ist eine der schönsten und wärmsten Vokabeln unserer Sprache. Wer aber Nation und Volk zum Gott macht, der lästert Gott." Die Entscheidung des Kirchentagspräsidiums, Repräsentanten der AfD nicht zur Mitwirkung auf Podien einzuladen, hatte im Vorfeld für Diskussionen gesorgt.

Leyendecker wandte sich besonders an die jungen Besucher des Kirchentags. "Danke, dass ihr Dampf macht, dass ihr euch aufregt, dass ihr laut und bunt seid. Und das nicht nur am Freitag." Erkennbar versuchte auch der Gottesdienst, sowohl junge Menschen, als auch traditionell gesinnte Kirchgänger anzusprechen. Neben Gesangbuch-Klassikern wie "Lobet den Herren" und "Pilger sind wir Menschen" wurden auch poppige Lieder wie "Auf dich vertraun" gesungen. Während die Kollekte eingesammelt wurde, tanzten auf der Bühne Jugendliche zu souliger Livemusik von Samm Henshaw.

Direkte Vertrauensfrage

Auch im zeitgleichen Eröffnungsgottesdienst für Familien stand die junge Generation im Fokus. In einer Dialogpredigt mit Pfarrerin Henriette Crüwell zitierte der Oberschüler Maximilian Winter den Slogan der weltweiten Protestbewegung "Fridays for Future": "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!" Damit stellten die Schülerinnen und Schüler eine direkte Vertrauensfrage an die Älteren: "Können wir uns auf euch verlassen, dass ihr euch um unseren Planeten kümmert?", sagte Winter. Die Pfarrerin aus Offenbach stellte die Gegenfrage: "Was müssen wir denn tun, damit ihr uns wieder vertrauen könnt?" Winter antwortete: "Ein Anfang wäre ja schon mal, dass deine Generation meine endlich ernstnimmt."

Ein dritter Eröffnungsgottesdienst auf dem Hansaplatz nahm die ökumenische Perspektive ein. Die rumänische Pastorin Elfriede Dörr warnte mit Blick auf globale Krisen wie den Klimawandel vor Resignation. Wer auf Gott vertraue, weiche der Gefahr nicht aus, packe an und tue das, "was dem Leben dient", sagte die Ökumene-Beauftragte der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien.

Auch Kirchentagspräsident Leyendecker betonte: "Gegen Gift des Misstrauens setzen wir unseren Glauben, unser Gottvertrauen, setzen wir unser Handeln." Am Ende des Gottesdienstes wurden die grünen Luftballons in der Menge verteilt. Die Gottesdienstbesucher konnten sie als sichtbares Zeichen mit in die Stadt nehmen. "Packt nun eure Sachen und zieht aus", sangen sie dazu.

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Leser-Kommentare öffnen

Matthäus53, 20. Juni 2019, 16:24 Uhr


Auch wenn wir uns alle über schönstes Sonnenschein- Wetter beim Kirchentag freuen und uns mit grünen Base Cap`s schützen können , müssen wir aber auch immer wieder neu dafür beten , daß der Regen,
den der Boden und die Natur so bitter nötig haben nicht nachläßt und Gott es reichlich nach seinem Ermessen dort regnen läßt wo er es für notwendig hält !
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Schallblech, 23. Juni 2019, 16:51 Uhr


Mir hat der Eröffnungsgottesdienst am Ostentor sehr gut gefallen. Eine gute Predigt von Frau Kurschus, ein gutgelaunter KPD (Bundesposaunenwart Klaus-Peter Diehl, CVJM) als Leiter der Bläser, eine fähige Band unter Matthias Nagel und ein sehr sehr gutes und engagiertes Grußwort unseres Bundespräsidenten. Er hat zwar die Grußwortlänge stark überschritten, aber jedes Wort war es wert! Ich kann mich nicht erinnern, daß ein Bundespräsident von den Bläsern schonmal so viele B-Dur-Akkorde bekommen hat wie er ;-)

Was die Bläser betrifft: Es war zwar sehr eng, weil der Platz diesmal besonders knapp bemessen war, aber das sind wir ja gewohnt. Dafür gab es einen Extra-Wasserschlauch für uns, wo wir unsere Trinkflaschen füllen konnten, ohne das Areal verlassen zu müssen. Danke Dortmund!
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ellybe, 24. Juni 2019, 12:54 Uhr


Lieber Schallblech!
Haben Sie auch die schönen Vulvenbilder gesehen, die einige Malerinnen voller Selbstbewusstsein den Kirchentagsteilnehmern als ihren Beitrag zu diesem Glaubensfest bescherten - mit der Begründung, dass Penisse ja überall (!) zu sehen seien! Also, in meiner Heimatgemeinde hingen (bisher/ noch) keine entsprechenden Bilder oder Fotos in der Kirche. Aber vielleicht gibt es ja bald in unseren "offenen Kirchen" die ersten protestantischen Vulven- oder/und Penisausstellungen! Natürlich (nichts ohne Luther!) auf biblischer Grundlage, umrahmt von Vernissage- und Finissage-Gottesdiensten! Wäre das nicht auch eine gute, alle Christen verbindende Idee für den nächsten ökumenischen Kirchentag? Und für interreligiöse Glaubenstage, gemeinsam mit den Muslimen/Muslimas? Wir leben ja in einer bunten, offenen Gesellschaft!

Alwite, 24. Juni 2019, 19:21 Uhr


Dass Frau im Zeitalter des Bestrebens der Gleichberechtigung dem Phallus, dem wir seit je in allen Kulturen in zig Formen und Symbolen abgebildet begegnen, ihr Bild der Fruchtbarkeit, ohne die der Phallus ja bedeutungslos ist, an die Seite setzt, ist lange überfällig.

ellybe, 24. Juni 2019, 19:59 Uhr


Aber sicher doch. Und dazu ist ein Kirchentag auch der angemessene Ort. Es dient ja der Verkündigung des Evangeliums. Denn Jesus haben der Phallus und die Vulva als Bilder der Fruchtbarkeit so sehr am Herzen gelegen, dass seine Verkündigung, sein Tod am Kreuz und seine Auferstehung ohne sie gar nicht denkbar und verständlich wären. Gut, dass uns die/se Kirchentagsfrauen endlich darauf aufmerksam gemacht haben. ---
Hinzufügung am 25.6.:
In dieser (Kirchentags-) Kirche bin ich nicht mehr zuhause.

Alwite, 26. Juni 2019, 16:22 Uhr


Die gute Zeit fällt nicht vom Himmel,
sondern wir schaffen sie selbst;
sie liegt in unserem Herzen eingeschlossen.

Fjodor Michailowitsch Dosojewskij

ellybe, 26. Juni 2019, 19:17 Uhr


Genau. Ich schaffe mir meine gute Zeit auch selbst. Und solche Bilder brauche ich dazu nicht.

gumma, 27. Juni 2019, 16:28 Uhr


Liebe ellybe, wenn der Workshop "Vulven malen" das einzige ist, was Sie von den 2400 Veranstaltungen des Kirchentags wahrgenommen haben - liegt das dann vielleicht an Ihrer eigenen Perspektive? Und wo ist eigentlich das Problem?

ellybe, 27. Juni 2019, 17:52 Uhr


Liebe/r gumma,
wenn Sie da kein Problem sehen, ist genau das ein Problem. Und Ihre (psychologisch hoch interessante) Spiegelung auf mich selbst - "liegt das dann vielleicht an Ihrer eigenen Perspektive?" - erspart Ihnen natürlich das eigene kritische Nachdenken. Aber ich will Ihnen zugute halten, dass Sie nicht nur die große Zahl der "2400 Veranstaltungen des Kirchentags wahrgenommen haben", sondern davon auch viel mehr als ich! Daher steht mir die Kritik im Einzelfall selbstverständlich nicht zu! Vielleicht können Sie mir trotzdem die Frage beantworten, worin der inhaltliche und unverzichtbare Beitrag von Vulvenbildern zu einem evangelischen KIRCHENtag liegt? Ich könnte ja noch etwas dazulernen! Möglicherweise hätte ich danach, dank Ihrer Hilfe, auch ein Problem weniger!

Alwite, 27. Juni 2019, 18:10 Uhr


Das Problem?
Wie wissenschaftlich und davor philosophisch von unseren Großen längst erläutert: Der Mensch lernt wenn er zu erlernen bereit ist, wenn nicht, kann ein ausführlicher Dialog noch so intensiv ausgeführt sein, er bleibt auf der Strecke...
https://www.phofstetter.ch/index.php/der-mensch-ist-lernfahig-aber-unbelehrbar/

ellybe, 27. Juni 2019, 19:13 Uhr


Das Problem
Wie in der Apostelgeschichte vor langer Zeit erzählt, ist es durchaus menschlich und legitim, dergestalt zu fragen und zu antworten:
Philippus: "Verstehst du auch, was du liest?"
Der Kämmerer aber sprach: "Wie kann ich, wenn
mich nicht jemand anleitet?" (Kap.8,30 und 31)
Es lohnt sich, weiterzulesen, um zu erfahren, ob der Mensch "lernfähig-aber-unbelehrbar" ist.

Alwite, 27. Juni 2019, 20:20 Uhr


Mit Goethes Worten meine ich mich und nur mich:
"Ihrer viele wissen viel,
Von der Weisheit sind sie weit entfernt.
Andre Leute sind euch ein Spiel;
Sich selbst hat niemand ausgelernt"

Ruckzuck, 28. Juni 2019, 9:14 Uhr


Ich bin da ähnlich ratlos wie gumma. Warum sollte das Malen von Vulven auf dem Kirchentag so schlimm sein? Man mag es ja für seltsam halten, sinnbefreit, schräg, absurd. Vielleicht sogar für geschmacklos oder bekloppt. Aber FALSCH? Oder unchristlich? Ich muss doch nicht alles für toll oder vorbildlich halten, was auf dem Kirchentag geschieht. Ich kann zum Beispiel mit manchen Formen von symbolischen Zeichenhandlung wenig anfangen, das liegt mir nicht. Oder freie Umarmungen, die angeboten werden. Aber anderen bedeutet es offenbar etwas und Ihnen ist es anscheinend wichtig. Die Frauen, die dieses Malen angeboten haben, haben das ja begründet. Für mich nicht unbedingt nachvollziehbar, aber meine Einsichtsfähigkeit ist ja auch nicht unbedingt das Kriterium dafür, ob Dinge für Andere gut oder sinnvoll sein mögen. Und ich werde ja nicht gezwungen, daran teilzunehmen.
Solange es niemanden weh tut oder massiv gegen wichtige Regeln des menschlichen Zusammenlebens zu verstößt, muss ich mich nicht darüber aufregen. insofern frage ich mich auch: Warum ist das für Sie ein Problem, ellybe? Würde mich schon interessieren.
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Schallblech, 24. Juni 2019, 16:55 Uhr


Davon habe ich erst hinterher irgendwo gelesen (hier?). Ich hatte nicht viel Zeit, andere Veranstaltungen zu besuchen - Bläser sind Mitwirkende - deshalb habe ich mich da auf meine wirklichen Interessen beschränkt.
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gumma, 28. Juni 2019, 14:50 Uhr


Hallo ellybe, ganz viel geht, nichts muss - in protestantischer Freiheit. DAS ist das Besondere am Kirchentag. Warum gestehen Sie den Menschen, die Vulven malen wollen, nicht einfach diese Freiheit zu, ohne Häme und Verunglimpfung - und denen, die nicht wollen, ebenfalls? Und zum Thema Verzichtbarkeit: Da gäbe es vieles, was weg kann - in meinen Augen. Aber ich bin nicht das Maß der Dinge. Leben und leben lassen ...
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ellybe, 28. Juni 2019, 15:11 Uhr


Hallo gumma,
Sie schreiben, an mich gerichtet:
"Warum gestehen Sie den Menschen, die Vulven malen wollen, nicht einfach diese Freiheit zu, ohne Häme und Verunglimpfung...?" Dazu:
1. Womit habe ich verunglimpft? - 2. Lesen Sie doch bitte noch einmal Ihren, an mich gerichteten Kommentar vom 27. Juni! - 3. Die betreffenden Teilnehmerinnen können von mir aus so viele Vulven malen und so oft sie wollen. Weder Sie noch andere gehen aber ein auf meine Frage, was das Vulvenmalen mit einem KIRCHENtag zu tun und dort zu suchen hat! Und warum behaupten die Initiatorinnen etwas, was nicht stimmt, nämlich dass Penisse "überall zu sehen" seien?! Usw.usw. Offensichtlich darf man in den Augen einiger UK-Leser keine solchen Fragen stellen.

gumma, 29. Juni 2019, 16:44 Uhr


Hallo ellybe, ein großes Thema des Kirchentags war die sexuelle Gewalt gegen Frauen als Kriegswaffe, von der Friedensnobelpreisträger Denis Mukwege persönlich berichtet hat. Er ist der Arzt, der die Vulven vergewaltigter Frauen im Ostkongo operiert, damit sie körperlich und sozial überleben können. Die Situation sieht so aus (Quelle: www.fluter.de):

"Im Ostkongo aber entstehen viele Fisteln durch Vergewaltigung. In einer Gegend, in der begehrte Rohstoffe seit Jahrzehnten Kriege und Konflikte hervorbringen und Vergewaltigung eine Waffe darstellt, um Angst und Schrecken zu verbreiten, gehören Fisteln zu den schlimmsten Folgen für die vergewaltigten Frauen. Schon die Vergewaltigung stigmatisiert sie und ist für die meisten Ehemänner ein Grund, sie zu verstoßen. Damit sind diese Frauen noch lange nicht am Ende ihres Leidensweges: Oft entzündet sich das zerstörte Gewebe im Inneren, der ständig herauslaufende Urin weicht die Vulva und das Fleisch der Oberschenkel auf, den Frauen entströmt ein fauliger Geruch, der sie zu Aussätzigen macht, ähnlich jenen, die es in Europa zu Zeiten der Lepra gab. Allein in Hütten in Wäldern, versuchen sie zu überleben, manchmal jahrelang."

Der Kampf für den Schutz von weiblichen Geschlechtsorgangen wird nicht nur auf dem Kirchentag geführt, aber auch dort - aus der christlichen Überzeugung heraus, dass Frauen und Männer von Gott absolut gleichwertig geschaffen wurden und das es ein Verstoß gegen Gottes Gebot ist, Menschen aufgrund ihres Geschlechts in irgendeiner Form zu verletzen. Dass Frauen dort ihre - hoffentlich unverletzte! - Vulva malen konnten, ist für mich Grund zur Dankbarkeit und vielleicht ein kleiner Schritt auf dem Weg zur Gleichwertigkeit, die noch längst nicht überall anerkannt ist. Darum war dieser Workshop in meinen Augen auf dem Kirchentag am richtigen Platz.

ellybe, 29. Juni 2019, 17:16 Uhr


Hallo gumma,
das Thema, das Sie anführen, gehört auch für mich auf einen Kirchentag! (Was sexuelle Gewalt, gegen wen auch immer, betrifft, bin ich sehr sensibilisiert!) Nur war das nicht (laut Ruhrnachrichten) die Begründung der Initiatorinnen, sondern dass Penisse ja "überall zu sehen" seien. Und das stimmt einfach nicht. Und die Bilder haben (wenn ich mich nicht irre, ebenfalls laut Ruhrnachrichten) nicht wenige Kirchentagsbesucher/innen sehr schockiert und ihrem persönlichen Ehrempfinden/ihrer Würde verletzt.
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Alwite, 28. Juni 2019, 18:57 Uhr


>Weder Sie noch andere gehen aber ein auf meine Frage, was das Vulvenmalen mit einem KIRCHENtag zu tun und dort zu suchen hat! Und warum behaupten die Initiatorinnen etwas, was nicht stimmt, nämlich dass Penisse "überall zu sehen" seien? <

https://de.wikipedia.org/wiki/Phallus

Ist der jahrtausend alte, in allen Kulturen existierende Phallus denn kein Penis? Und warum sollten auf einem Kirchentag denn keine Vulven gemalt werden dürfen?
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ellybe, 29. Juni 2019, 9:58 Uhr


Liebe Alwite u.a.:
Ich bitte freundlichst um den Nachweis, dass "wir" dem "in allen Kulturen" existierenden Phallus in der jüdisch-christlichen Kultur "in zig Formen und Symbolen abgebildet begegnen", er mithin als Fruchtbarkeitssymbol ein (zumindest nicht unwesentlicher) Bestandteil auch unserer christlichen Kultur ist. Im angegebenen Wikipedia-Artikel ist darüber nichts zu lesen.
Meines Wissens galten solche Symbole im Christentum, aber auch schon im vorchristlichen Judentum, als "heidnisch" - und schon gar nicht wurden sie verehrt. - Aber vielleicht muss man das ja ändern?!
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Alwite, 29. Juni 2019, 12:57 Uhr


Liebe ellybe,
was in Wikipedia zu lesen ist, setzt sich in vielen, vielen anderen Artikeln fort und liest sich u.a. wie folgt:

https://www.doriswolf.com/wp/der-phallus/

Nach Carl Gustav Jung, steht der Phallus für die Quelle allen Lebens und versinnbildlicht den Schöpfer. So deutet das Traumsymbol von einem Phallus, der dem männlichen „Schwanz“ ähnlich sieht, neben der sexuellen auch ganz allgemein auf Lebenskraft hin.

Außerdem kann ein Phallus im Traum Fruchtbarkeit bedeuten. Damit ist nicht nur die körperliche Fruchtbarkeit gemeint, aus der ein Kind hervorgeht, sondern auch die geistige. Ein Traum vom Phallus weist daher auf Schaffenskraft, Ideen und besondere Einfälle hin. Vielleicht steht der Träumende auch vor großen Aufgaben.

Der Traum deutet darauf hin, dass er sich diese zutraut. Je größer der Phallus, desto mehr Energie hat der Träumende, um seine Pläne in die Tat umzusetzen.

Traumsymbol "Phallus" - Die psychologische Deutung
Der Phallus ist ein sehr tiefenpsychologisches Traumsymbol. Er taucht häufig dann auf, wenn das Über-Ich dem Träumenden die bewusste Beschäftigung mit seiner eigenen Sexualität verbietet. Um sich trotzdem bemerkbar zu machen, benutzt das Unterbewusstsein Symbole und Bilder. Vermutlich hat der Träumende heimliche erotische Wünsche, über die er sich bewusst nicht nachzudenken traut.

Eine andere Möglichkeit ist, dass er sich mit Macht auseinandersetzt, entweder der eigenen oder der Macht anderer Menschen in seinem Leben. Auch die männlichen Anteile werden durch dieses Traumsymbol verkörpert, der Träumende fühlt sich machtvoll und wenig angreifbar. Dies kann ebenso gelten, wenn der Traum von einer Frau geträumt wird.

Wird der Phallus im Traum zerstört oder nimmt Schaden, lässt sich dies in der Traumdeutung dementsprechend als ein Zeichen für Einschüchterung oder ein geringes Selbstbewusstsein verstehen. Wird der Phallus als bedrohlich empfunden, so hat der Träumende Respekt vor seinen sexuellen oder männlichen Seiten.

Traumsymbol "Phallus" - Die spirituelle Deutung
Das Phallussymbol war in vielen alten Religionen von Bedeutung, in der spirituellen Traumdeutung verkörpert es Fruchtbarkeit und das ewige Leben.

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ellybe, 29. Juni 2019, 13:31 Uhr


Liebe Alwite,
wo kommen wir da noch hin, wenn wir C.G.Jungs Psychoanalyse (so) in Beziehung zum christlichen Glauben bringen?! Woran muss ich da von jetzt an beim Sprechen des Glaubensbekenntnisses - Schöpfer, All-Macht/Allmächtiger, Heiliger Geist, ewiges Leben - jedesmal denken? Heiliger Phallus! Da bleibt ja kaum noch etwas für das weibliche Fruchtbarkeitssymbol übrig - außer "Mutter Kirche"! Heilige Vulva!
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Alwite, 29. Juni 2019, 15:37 Uhr


https://www.deutschlandfunkkultur.de/philosophische-orte.3715.de.html

Liebe ellybe,
als ich einmal wieder um meinen Glauben rang, sagte mir ein junger Dorfpfarrer: "Was ich glaube vermag ich ihnen mitzuteilen, ob sie mir zu folgen vermögen kann ich damit nicht bewirken, wie und was sie glauben ist für sie und damit auch für mich richtig.
Wie sagte Albert Camus noch?
"Gehe nicht vor mir her, vielleicht folge ich dir nicht. Geh nicht hinter mir, vielleicht führe ich dich nicht. Geh einfach neben mir und sei mein Freund. "
Das Für und Wider der von Ihnen angezweifelten Richtigkeit der Zeichnungen wird dem Kirchentag weder schaden noch eine Krone aufsetzen. Schade um auch nur einen einzigen Groll.
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ellybe, 29. Juni 2019, 18:24 Uhr


Für mich ist der Punkt gekommen, an dem ich für mich selbst die von mir auch selbst "angezettelte" Diskussion beende. Da hier immer wieder gern geistige Größen zitiert werden, will ich meinerseits mit einem Zitat des Apostels Paulus aus dem 1. Korintherbrief schließen. Er schreibt dort in Kapitel 6, Vers 12 seinen geliebten Mitchristen in Korinth: "Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten."
Wie es scheint, passt auch das nicht mehr in unsere Zeit und kann kirchlich ad acta gelegt werden, denn überall wird auf die eigene Freiheit gepocht und diese zu einem Recht erhoben, das durch nichts und niemand eingeschränkt werden und auf das man keinesfalls verzichten darf, auch nicht um des Nächsten willen.


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