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Festnahme im Fall von verschwundenen Studenten in Mexiko

30. Juni 2020

Fast sechs Jahre nach dem Verschwinden von 43 Studenten in Mexiko ist einer der mutmaßlichen Verantwortlichen verhaftet worden.

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Frankfurt a.M., Mexiko-Stadt (epd). Wie die Generalstaatsanwaltschaft am Montag (Ortszeit) in Mexiko-Stadt mitteilte, wurde José Ángel Casarrubias Salgado, alias "El Mochomo", vergangenen Mittwoch im Bundesstaat Mexiko festgenommen. Als führendes Mitglied der kriminellen Organisation "Guerreros Unidos" soll er maßgeblich für den Angriff auf die Lehramtstudenten im Jahr 2014 beteiligt gewesen sein. Drei seiner Brüder wurden bereits nach der Tat verhaftet.

Am 26. September 2014 griffen lokale Polizisten gemeinsam mit Mitgliedern der "Guerreros Unidos" eine Gruppe von Studenten des Lehramtsseminars Ayotzinapa in der südmexikanischen Stadt Iguala an. Sechs Menschen starben, 43 verschwanden. Bis heute ist unklar, was mit ihnen passiert ist.

140 Verdächtige

Die Strafverfolgungsbehörden legten sich kurz nach dem Angriff darauf fest, dass die Studenten auf einer Müllhalde getötet und verbrannt worden seien. Menschenrechtsorganisationen, Angehörige sowie eine Gruppe unabhängiger internationaler Experten bezweifeln das.

Die "Guerreros Unidos" sind in das Drogengeschäft involviert und schmuggeln Heroin in die USA. Nach der Festnahme von Casarrubias brachten Familienangehörige der Verschwundenen vorsichtig ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass der mutmaßliche Täter weitere Informationen zum Hintergrund des Angriffs liefern könnte.

Es seien bereits viele Mitglieder der "Guerreros Unidos" festgenommen worden und am Ende sei keiner verantwortlich gewesen, erklärte der Angehörigensprecher Felipe de la Cruz. Von den über 140 Verdächtigen, die wegen des Falles einsaßen, mussten über die Hälfte wieder frei gelassen werden, unter anderem, weil sie bei Verhören gefoltert worden waren.

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