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Aus Sicht von Felix Klein sollte die Wittenberger "Judensau" künftig nur noch in einem Museum zu sehen sein. Foto: epd-Bild
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Felix Klein: «Judensau» gehört ins Museum

5. Februar 2020

"Nach meinem Dafürhalten gehört die 'Judensau' von Wittenberg ins Museum mit einer erklärenden Informationstafel", sagt der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung.

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Aus Sicht von Felix Klein sollte die Wittenberger "Judensau" künftig nur noch in einem Museum zu sehen sein. Foto: epd-Bild

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Berlin (epd). Nach dem "Judensau"-Urteil des Oberlandesgerichts Naumburg hat der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, erneut dafür plädiert, die Schmähplastik von der Wittenberger Stadtkirche zu entfernen und in ein Museum zu bringen. Er respektiere das Gerichtsurteil, wonach das Relief aktuell weder beleidigenden Charakter hat, noch das Persönlichkeitsrecht von Juden verletzt wird, sagte Klein dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Mittwoch). Doch mache die Gerichtsentscheidung einmal mehr klar, dass das Problem der sogenannten "Judensauen" politisch gelöst werden müsse.

Klein sagte: "Nach meinem Dafürhalten gehört die 'Judensau' von Wittenberg ins Museum mit einer erklärenden Informationstafel." Auch vor der Wittenberger Stadtkirche solle eine Informationstafel aufgestellt werden.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Das Oberlandesgericht Naumburg hatte am Dienstag geurteilt, das Gedenkensemble mit dem Relief in Wittenberg stelle heute keine Missachtung von Juden mehr dar. Die Stadtkirchengemeinde habe ihre Haltung zum schmähenden Charakter des Reliefs deutlich gemacht. Eine Info-Tafel zeige, dass sich die Gemeinde unmissverständlich von den Judenverfolgungen und den antijudaistischen Schriften Martin Luthers (1483-1546) distanziere. Seit 1988 gibt es auch ein Mahnmal an der Stadtkirche.

Neben dem Relief in Wittenberg gibt es auch an zahlreichen anderen Kirchen in Deutschland ähnliche Schmähplastiken. Das Naumburger Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe möglich.

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Leser-Kommentare öffnen

Alwite, 5. Februar 2020, 9:34 Uhr


Mein Glaube, dein Glaube, unser Glaube.
Öffentliche Schmähung sieht unser Glaube, dessen Religion uns Jesus unermüdlich verdeutlicht und das "Moralisches Gesetz" das Kant zu erklären versucht, nicht vor. Diese "Kunstwerke" sollten unsere Gotteshäuser wirklich nicht zieren. Wie sehr das Böse im Menschen, wird er nicht ständig an des Gute in sich erinnert, zu entgleisen vermag, verdeutlicht uns spätestens der Holocaust.

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