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Fast zwei Drittel der jungen Erwachsenen leben noch bei den Eltern

22. November 2016

Viele junge Erwachsene wohnen noch im "Hotel Mama". Für den Zeitpunkt des Auszugs spielt die Größe des Wohnorts eine Rolle, wie Daten des Statistischen Bundesamts belegen. Unterschiede gibt es auch zwischen den Geschlechtern.

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Wiesbaden, München (epd). Beim Auszug aus dem Elternhaus lassen sich viele junge Menschen Zeit: Fast zwei Drittel der 18- bis 24-Jährigen (62 Prozent) wohnen noch bei ihren Eltern. In den letzten zehn Jahren blieb der Anteil nahezu unverändert (2005: 64 Prozent), wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Der Zeitpunkt des Auszugs habe oft mit Lebensereignissen zu tun, sagte Anne Berngruber vom Deutschen Jugendinstitut dem Evangelischen Pressedienst (epd): "Abiturienten ziehen beispielsweise vor allem zum Beginn ihres Studiums oder ihrer betrieblichen Ausbildung aus."

Gerade bei Menschen mit einer niedrigeren Bildung werde der Zeitpunkt des Auszugs oft von finanziellen Faktoren bestimmt. "Während einer beruflichen Ausbildung bleiben junge Erwachsene häufiger bei ihren Eltern wohnen, bis sie finanziell auf eigenen Beinen stehen", sagte Berngruber, die in der Abteilung Jugend und Jugendhilfe des Münchner Instituts tätig ist.

Die Beziehungen in der Familie beeinflussten den Zeitpunkt des Auszugs sicherlich auch, "aber auch hier spielen finanzielle Mittel eine Rolle", sagte die Expertin. Es gebe viele junge Menschen, die sich mit ihrer Familie gut verstehen und auch deswegen noch zu Hause wohnen. "Es gibt aber auch viele junge Leute, die sich gut mit ihrer Familie verstehen und trotzdem ausziehen." Außerdem wohnten etwa drei Viertel der jungen Erwachsenen, die ausgezogen sind, höchstens eine Stunde von ihren Eltern entfernt. "Bei höher Gebildeten ist es meist etwas weiter", sagte Berngruber.

Frauen ziehen früher aus

Laut Statistischem Bundesamt leben Frauen im Alter von 18 bis 24 Jahren (56 Prozent) deutlich seltener im elterlichen Haushalt als junge Männer (68 Prozent). "In den meisten europäischen Ländern wohnen junge Frauen seltener noch bei den Eltern", sagte Berngruber. Warum das so ist, sei aber noch nicht ganz geklärt. Eine mögliche Erklärung sei, dass Männern die finanzielle Selbstständigkeit wichtiger ist als die räumliche.

Die Tatsache, dass Frauen im Schnitt früher ausziehen als Männer, hat laut Berngruber einen weiteren Grund: "Frauen durchlaufen - wenn man davon ausgeht, dass ihr Lebenspartner etwa ein bis zwei Jahre älter ist - bestimmte Lebensereignisse im Durchschnitt etwas früher", sagte Berngruber. "So ziehen sie unter Umständen früher mit ihrem älteren Partner zusammen."

Dass junge Erwachsene noch bei den Eltern wohnen, ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes eher in ländlichen Gebieten verbreitet: In Gemeinden unter 10.000 Einwohnern liegt der Anteil bei 78 Prozent, in Großstädten ab 500.000 Einwohnern dagegen bei nur 45 Prozent.

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